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EAST CAMERON FOLKCORE - Better Off

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Artist EAST CAMERON FOLKCORE
Title Better Off
Homepage EAST CAMERON FOLKCORE
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Die Texaner von EAST CAMERON FOLKCORE müssen dieser Tage doch kurz von der Explosion stehen. Sänger Jesse Moore und seine Mannschaft machen ja aus ihrer politischen Haltung grundsätzlich keinen Hehl und wenn man dann auch noch täglich erleben muss, wie sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump zwar immer mehr zum Gespött macht, man aber leider trotzdem noch nicht sicher sein kann, dann die Landsleute begriffen haben, dass man diese armselige Witzfigur auf keinen Fall wählen darf und kann, dürfte das für ziemlichen Verdruss sorgen.

Das Schöne bei EAST CAMERON FOLKCORE ist jedoch, dass sie ihre Wut auf den ganzen Scheiß, den wir Menschen anrichten in wunderbare Songs kanalisieren können, die dann sogar unbändig Spaß machen und die miese Laune, die man angesichts der bisweilen ziemlich trüben Aussichten haben könnte, auf diese Weise blitzschnell verschwunden ist. So ist es auch beim aktuellen Album „Better Off“, das nach Fragmenten einer Rede von Richard Buckminster Fuller, einem Designer, Philosophen, Erfinder und Universalgelehrten, der als Visionär bereits in den Fünfziger und Sechziger Jahren die Vorteile der Nachhaltigkeit pries und das „World Peace Game“ als Alternative zu den damals beliebten Kriegsspielen erdachte und auf Kooperation statt Konflikt setzte, mit dem Titeltrack „Better Off“ und einem echten Paukenschlag startet. Die Nummer ist eine wahre Haudrauf-Hymne, mit der sich die Damen und Herren aus Austin in die Herzen und Gehörgänge ihrer alten und hoffentlich auch zahlreichen neuen Fans spielen werden. Verdient hätten ECF den kommerziellen Erfolg auf jeden Fall, denn auch mit ihrem jüngsten Silberling haben die Amis wieder eine großartige Platte abgeliefert. Nicht nur Blake Bersteins Trompete hat es mir angetan, auch das Cello-Spiel von Mary Beth Widhalm ist ein Vergnügen, das es in uneingeschränkter Form auch beim nachfolgenden „Who Do We Think We Are“ mitsamt ein wenig Gospelfeeling zwischen den drängenden Gitarrenhooks zu genießen gibt. Dabei hat der Track gleichzeitig einen derart emotionalen Kern, wodurch man sich der Musik unmöglich entziehen kann. Mit viel Gefühl übernimmt auch „Darling What Went Wrong“; ein souliger Song, den man in anderer Form von Jesse Moores Americana-Projekt CORTEZ kennt und bei dem insbesondere das stimmliche Zusammenspiel von Moore und seiner Frau April Perez-Moore für wiederkehrende Gänsehaut-Schauer sorgt. „Einstein’s Nightmare“ schließt sich dem mit viel Schmackes an, ehe „Dreams Deferred“ mit wütenden Melodien übernimmt und „TCB“ beweist, dass Balladen vor Kraft nur so strotzen können. Mit dem überbordenden „Wilderness of War“ geht das folkige Punk-Orchester, dass bisweilen auch bis zu zwölf Mitglieder zählt wieder in medias res und auch das cool groovende „Born To Die“ lässt natürlich nichts anbrennen.

EAST CAMERON FOLKCORE wären schließlich nicht EAST CAMERON FOLKCORE, wenn sie sich leise verhielten. Stattdessen schreien die Texaner raus, was ihnen auf der Seele liegt und machen keinen Hehl aus ihrer Meinung. Sie scheren sich nicht darum, dass viele der Meinung sind, sie sollten doch besser über liebliche Landschaften und das private Glück singen. Und das ist auch gut so und die musikalische Umsetzung mit „Better Off“ einfach fantastisch!

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