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EISBLUME - s/t (Re-Release)

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Eisblume-Eisblume.jpg
Artist EISBLUME
Title s/t (Re-Release)
Homepage EISBLUME
Label COUVADE RECORDS
Leserbewertung
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Ein bisschen schwer habe ich mich bei diesem Debüt schon getan, dass muss ich gleich vorweg nehmen. Bisher war mir der Name EISBLUME nur von der VÖ „Unter dem Eis“ sowie dem SUBWAY TO SALLY-Cover geläufig. Letztgenanntes gefiel mir ausnehmend gut, mag ich die Subways ja bekanntlich wegen Eric Fishs Stimme nicht sonderlich. EISBLUME-Ria hingegen verfügt über ein so wunderschönes Organ, dass man ihr gern etwas länger zuhört. Bei vorliegendem Album handelt es sich aber um eine ANDERE Eisblume. Von daher muss man sich erstmal an die Klangwelt dieser Scheibe gewöhnen, die ursprünglich bereits 2004 erschienen ist. Nachdem die Hamburger Ausnahmekünstlerin Christine Westphal, die sich hinter dem blumigen Namen verbirgt (hinter dem noch ein unscheinbares „*“ steht, wohl zur Unterscheidung von Ria und Co.), mit Couvade Records ein eigenes Label gegründet hat, nahm man dies zum Anlass, das bereits 2004 erschienene, aber mit wenig Beachtung „gestrafte“ Debüt des Projekts noch einmal neu aufleben zu lassen.

Wer eine ähnliche Ausrichtung wie bei der Subway-EISBLUME erwartet, wird sein blaues Wunder erleben, denn diese Nordlichter hier sind in der Lage, eigene Titel innerhalb einer sehr facettenreichen Klangwelt zu schaffen. Das Ganze wirkt mit seinen glasklaren Melodien und sphärischen Klängen schon fast etwas mystisch. Man muss allerdings gewillt sein, sich auf diese fantastische aber auch fremdartige Klangwelt einzulassen, ansonsten passiert einem schnell das, was mir zunächst widerfahren ist – man schaltet genervt einen weniger anspruchvollen Track an und versucht krampfhaft, die richtige Schublade zu finden, in meinem Fall fiel die Wahl auf irgendetwas in Richtung Esoterik. Doch für Schubladen ist „Eisblume“ im Grunde genommen zu vielschichtig. Der Opener „Sorrowed Heart of Sadness“ wirkt schon sehr mystisch, und in mir wurde ein wenig die Erinnerung an MADONNAs “Frozen” wach, wo sich ähnliche Melodien finden lassen. „I’m a Flower“ dagegen kommt mit starken, kraftvollen Melodien daher und „It would be a happy day“ besitzt fast ein bisschen Gute-Laune-Flower-Power Feeling, wogegen „Allein“ eher wie ein Kinderlied klingt. Neben dem faszinierenden Klanggerüst tritt immer wieder die glasklare, ja teilweise fast zerbrechlich wirkende Stimme von Sängerin Ria hervor, von der sich einige Sängerinnen eine ordentliche Scheibe abschneiden können.

Kurzum – das Gesamtwerk lässt sich schwer beschreiben, so viele verschiedene Elemente hält es für den Zuhörer bereit, der sich in neue Klangwelten entführen lässt. Fakt ist – das Debüt hat es nicht verdient, so stiefmütterlich behandelt worden zu sein und Liebhaber von anspruchsvoller Independent-Musik kommen voll auf ihre Kosten. Wer allerdings eher eingängige Melodien, sucht sollte dieses Album mit Vorsicht genießen.

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