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EISREGEN - Wundwasser

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Artist EISREGEN
Title Wundwasser
Homepage EISREGEN
Label MASSACRE RECORDS
Leserbewertung
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7.2/10 (19 Bewertungen)

Es wird glatt! Ob in den Charts oder zuhause, denn EISREGEN sind wieder da und die Thüringer haben mit ihrem neuen Release erstmals die Media Control Charts geknackt. Das müsste den Underground-Heroen ja fast peinlich sein, aber Geld verdienen müssen wir alle und in der letzten Zeit wurde man ja arg gebeutelt. 2 Alben stehen nämlich auf dem Index und dürfen mithin auf Konzerten nur noch ab 18 gespielt werden, was organisatorisch zu Problemen und Absagen führte, da man Jungvolk nun nicht immer ausgrenzen mag. Eigentlich total lächerlich, wenn man bedenkt, dass anglikanische Kapellen noch viel gruseligeres von sich geben, anscheinend kann die BPjS kein Englisch.

EISREGEN konnten sich im Laufe ihrer 10jährigen Regentschaft sowohl eine eingeschworene Fanbase wie auch eine Front der Ablehnung erspielen, das können nur wenige von sich behaupten. Und wenn auch frühere Releases tatsächlich den Schock über das Können zu stellen schienen, gefällt mir der aktuelle Output recht gut. Die Produktion ist zwar immer noch etwas matschig, die Texte hin und wieder holprig und gewollt böse, aber man kann mittlerweile arrangieren und einfach interessante Songs schreiben. Zudem agiert man kaum noch brutal und geht somit fast wie RAMMSTEINs kleiner entarteter Bruder rüber, rrrollendes „R“ inklusive, dabei kann der Mann richtig singen, wenn er will. Besonders die Violine von 2T aka Theresa sorgt für melodiöse Einschübe, die bei „Blutgeil“ gar für einen leichten Mittelalter-Touch sorgen. Im übrigen sowieso ein starker Track, mit einem sehr witzigen/ billigen Casio-Keyboard-Thema. Inhaltlich wendet man sich wieder dem Tod in all seinen Formen zu, O.K. nicht alle Formen, das friedliche Einschlafen wird nicht thematisiert. Ob es nun wie bei „Am Glockenseil“ eine nette Fulci-Hommage zu hören gibt oder „Vom Muttermord“ eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung beschreibt (hoffentlich nicht autobiographisch!), Meister Morbidus hatte seine lyrischen Griffel im Spiel. Sehr zu empfehlen auch „Kreuznarbe“ mit doppelstimmigem Clean/ Rau-Gesang plus Violine im Refrain und einem interessant abgehackten Strophen-Riffing.

Eine Mischung aus Gothic/ Dark und Death Metal, die hierzulande immer noch einzigartig ist und den Ostdeutschen einige neue Fans bescheren könnte, wenn man diese Scheibe denn lang genug in den Regalen finden kann. Angeblich will man sich ja nach dem nächsten Album „Menschenmaterial“ auflösen, vielleicht ist man bis dahin aber auch schon bei der BMG unter Vertrag… Ein durchweg gelungenes Album für die Klientel, die so etwas zu würdigen weiß. Live am besten in Österreich zu konsumieren…

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