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EISSCHOCK - Therapie

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Eisschock-Therapie.jpg
Artist EISSCHOCK
Title Therapie
Homepage EISSCHOCK
Label AMORTALIAS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Eis Eis Baby. Eigentlich hatte ich gedacht, dass nun sämtliche Eis-Konnotationen im Gothic/ Metal-Namensraum vergeben wären, aber die gute Dame aus Hessen bzw. Brandenburg (?!) belehrt mich eines Besseren. Die Dame, hauptamtliche Psychologin (vielleicht wäre da mal ein Date mit DOSSCHE angebracht?), verabreicht dem geneigten Electrofan eine „Therapie“ mittels ihres ebenso betitelten Longplayers, der via AmortaliaS in den Handel gelangt ist. Eine eigensinnige, egozentrische und durchaus auch erotische Lady, die da hinter den Knöpfen steht, Artwork und Galerien auf ihrer Homepage zeugen davon. Zusammen mit der persönlichen Widmung auf meinem Promo Cover wäre ich da glatt geneigt, positiv voreingenommen zu sein. Doch vielleicht hat die Scheibe das gar nicht nötig, hören wir doch mal rein…

„Sag mir nicht“ startet mit vergleichsweise harten Beats durch, nicht ganz EBM aber doch schon mit Pep, dazu wurde der Gesang so verfremdet, dass sich das Ganze Gender-Neutral anhört. „Loveseeker“ klingt wie ein BLUTENGEL-Track und das nicht nur namentlich. Vielleicht etwas naiv-verspielter, aber diese Attribute ziehen sich eh als roter Faden durch die 10 Kompositionen, ergänzt um das Wörtchen „lasziv“. Das wird insbesondere deutlich beim Dreier „Sex sells“, einer rhythmischen DAF/ NDW-Hommage im Analogklang mit Sprech-Vocals. Es fiept und brummt an allen Enden, was mal laut nach den Humpes (das bewusst schräge „Nameless“), mal nach einer poppigeren Version von GENEVIÈVE PASQUIER bzw. WERMUT schreit („Stupide“).

Auch wenn die Rückseiten-Zwangsjacke eher als bewusste Koketterie durchgeht, diese Dame hat einiges aufzuarbeiten, musikalisch wie lyrisch wie psychisch. Synthie Musik als Therapie? Schön, dass wir daran teilhaben dürfen, wenngleich nicht alles Gold ist, was glänzt. Die überbordende Debüt-Verspieltheit, ALLES auszuprobieren, was die Regler hergeben, nervt hier und da und lässt eine ordentliche (ich sag jetzt NICHT männliche) Hand missen. Doch vielleicht brauchen wir gerade in diesem ach so lauen Winter einen richtigen EISSCHOCK. Zum Tanzen, Träumen und dran Reiben. Freud hätte sicher die besseren Worte dafür…

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