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EIVØR - Slør

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EIVØR
Artist EIVØR
Title Slør
Homepage EIVØR
Label TUTL
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Die färöische Folk-Singer/Songwriterin EIVØR bringt mit ,Slør” bereits ihr zweites Studioalbum innerhalb eines Jahres raus. Es handelt sich dabei um eine Sammlung neu komponierter Songs, welche die 31-jährige in ihrer Muttersprache eingesungen hat. Der Vorgänger „Bridges“, der im Februar das Licht der Plattenläden erblickt hat, was da mit dem englischen Idiom zweifellos besser zu verstehen, doch was textlich auf der Strecke bleibt, macht EIVØR heuer einfach mit musikalischen Emotionen wieder wett.

Auch wenn es sich bei „Bridges“ und „Slør“ um zwei unterschiedliche Platten in unterschiedlichen Sprachen handelt, gibt es doch eine Verbindung zwischen den beiden Langrillen. Wo „Bridges“ leicht und vor allem sehnsüchtig war, klingt „Slør“ eher rau und reflektierter. Die Inspiration für „Bridges“ bestand aus Freundschaft, Liebe und Heimweh. Der Albumtitel bezog sich auf Beziehungen zwischen Menschen, Plätzen und auch Dingen, die uns berühren. Mit „Slør“ geht es in die Ferne, Trennungen und die Suche nach Frieden sind wichtige Themen. Diese werden wie im Opener „Silvitni“ mit dezent-pumpender Elektronik umgesetzt, während das nachfolgende „Brotin“ mit einer geheimnisvollen Aura nach vorn drängt und „Salt“ kraftvolle Melodien mit einer gewissen fernöstlichen Note präsentiert. Erwähnen seien auch das federleichte „Petti Fyri Petti“ und das die dunkle „Røttu Skógvarnir“, auf das mit „Í Tokuni“ abermals orientalische Versatzstücke treffen, die man bei einer Musikerin, die auf einer Inselgruppe im Nordatlantik zuhause ist, nicht unbedingt erwarten würde. Der Titeltrack „Slør“ zählt derweil zu den melancholischsten Nummern des Longplayers, der mit „Trøllabundin“ rhythmusbetont und druckvoll endet.

„Slør“ heißt übrigens übersetzt „Schleier“ und so ein Schleier kann sowohl ein Symbol für eine Grenze für Gegenwart und Vergangenheit sein, als auch ein Brautschleier, der vor allem Glück und Hingabe repräsentieren soll. EIVØR setzt mit ihren zehn Songs vor allem die Gefühlswelt ihrer Hörer in Wallung. Die einzelnen Songs sind vielschichtig und wirken jeder für sich; die Singer/Songwriterin selbst erklärt den Entstehungsprozess der Geschwisteralben währenddessen folgendermaßen: „Als ich die Songs geschrieben haben, erfolgte das Songwriting erst auf Englisch und direkt danach kam es auf Färöisch in meinen Kopf – wie eine Art Spiegelbild.“

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