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EMMURE - Speaker of the Dead

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Artist EMMURE
Title Speaker of the Dead
Homepage EMMURE
Label VICTORY RECORDS
Veröffentlichung 18.02.2011
Leserbewertung
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6.8/10 (4 Bewertungen)

Will man heute wirklich noch mit den Youngstern der hippen Szene tauschen? Labels und Bands haben 365 Tage Hochkonjunktur, doch wer hat eigentlich noch den Überblick? Da muss zwangsläufig immenser Leistungsdruck hinter stecken, und den kennt man doch eigentlich nur von autoritären US-Modelmüttern und ihren geschädigten Kindern. Dass sich ausgerechnet die Ghetto-Deathcorer EMMURE, die sich seit ihrem tollen Debüt jedes verflixte Jahr ein neues Album aus der Birne schälen mussten, dieser ernüchternden Routine entziehen, war wohl erst abzusehen, als es 2010 recht still um sie blieb. Den nach dem hinkenden „Felony“ meiner Ansicht nach verständlichen, wenn nicht sogar wünschenswerten Rückzieher scheint man prompt sinnvoll genutzt zu haben, gleich 15 neue Stücke dröhnen aus dem „Speaker Of The Dead“.

Doch bloße Zahlen können nur im ersten Moment beeindrucken, das gilt auch für eine vergleichsweise etablierte Band mit Core-Anhängsel und für EMMURE nach der angesprochenen Schlappe im Besonderen. Das schlaffe Hardcore-Intro trägt schon mal nicht zur Unterstützung bei, deutet wenig ausgeschmückt jedoch schon die folgende kompakte Hasswurst an, die man sich hier aus dem musikalischen After gepresst hat. Immerhin beweist man damit brutale Konsequenz: was der absolute Zerstörer „Area 64-66“ gleich zu Beginn noch grade stehen lässt, wird spätestens vom tiefen Hardcore-Monster „Eulogy of Giants“ mit einem ekelhaften Knacken zermalmt. Dennoch: warum muss der Anspruch weiterhin so oft unter Chug Chug-Gepelle und lyrisch derbe chauvinistisch zurechtgestutzten Ex-Freundinnen verschwinden? Die packende Atmosphäre von „Goodbye to the Gallows“ scheint erneut in weite Ferne zu rücken, während man sich beim KORNigem Gedresche von „Dogs Get Put Down“ und dem als ersten Discotrack der Scheibe konzipierten „Solar Flare Homicide“ schmerzlich an das unspannende „Felony“ erinnert fühlt. Wenn Ghetto-Klamotten wie „Drug Dealer Friend“, alle zu Genüge gespickt mit unzähligen Breakdowns und fiesen Grunzteppichen von Brüllaffe Palmeri, auch den Spaßfaktor im Pit mächtig steigern, so scheint die hauptsächlich auf Reproduktion basierende Grummel-Kiste für mehr kaum zu taugen. Selbst das obligatorische Stück mit Emo-Verschnitt, „Last Words To Rose“ namentlich, verkommt nach zunächst einladenden, unterschwellig verarbeiteten Melodien zum dumpfen Midtempo-Klopper. Wer dennoch mit gutem Willen nach Hinweisen auf eine Steigerung sucht, wird schließlich sogar noch fündig. Ganz vorne dabei ist beispielsweise „Demons With Ryu“ mit der schmackhaften Mische aus hyperaggressivem Psycho-Gebrette und fast sphärischen DEFTONES-Akkorden. Das Hirn ganz ausknipsen können hingegen die beiden letzten Feedback-Schlachten „My Name Is Thanos“ und „Light Brings Salvation“, womit man sich seinen vorderen Platz in der sicken Liga sichert. Danach liegt wohl auch der letzte Pit-Artist zappelnd in der Ecke.

So unverzichtbar sich EMMURE insgesamt auch für das Repertoire der absoluten Adrenalinjunks unter den Corern machen, auf Dauer kann „Speaker of the Dead“ mich nicht beglücken. Auf kurze Sicht liegt der Spaßfaktor aber natürlich weiterhin oben, und mit gelungenen Ansätzen im krankhaft brutalen Geflecht wird der Vorgänger ohnehin in den Schatten gestellt. Mit der aktuell verfolgten Veröffentlichungspolitik könnte in zwei Jahren vielleicht noch mehr gehen. Für die völlige Eskalation mit gezügeltem Anspruch reicht’s allerdings schon jetzt.
Sebastian Palmer

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Die US-Bollo-Deathcoreler EMMURE weichen auch auf ihrem neuen Scheibchen keinen Millimeter vom eingeschlagenen Pfad ab. Hier wird von einem MESHUGGAH-Riff zum Nächsten gepumpt, nervige Feedbackriffs inklusive. Permanentes Midtempo/ Slow-Gepolter mit derbstem Kreisch/ Growl-Gesang strapazieren des Hörers Nerven wieder aufs Exquisiteste. Die SUICIDE SILENCE/ DESPISED ICON etc.-Fraktion wird´s freuen, alle Fans straighter Mucke hören hier eh vorbei.

Selbst wenn´s mal etwas geradliniger voran geht (“Dogs get Put Down”), so ist das für die Meisten wohl immer noch zu verquer. Allerdings ist das Zeug dermaßen fett produziert, dass die Pit-Fighter sich schon in der Wall-of-Death wähnen. Aggro as fuck! Aber das macht noch lange keinen guten Song, hängen bleibt von den 15 Trax nur wenig. Aber das soll’s ja auch gar nicht. Math Deathcore ist ja auch nix für den Nachmittagstee der Altherrenliga, hier toben sich die stylischen Jüngsten derbe aus. Und in dem Bereich sind EMMURE nunmal weiterhin eine Macht! Spieltechnisch weit vorne und brutal wie nix. Ab und an schleichen sich aber doch mal feine Melodien ein (“Demons with Ryo”, “Bohemian Grove”, “Last Words to Rose”), so dass doch ein kleiner Soundfortschritt zu vermelden ist.

Ansonsten alles beim Alten, wenn auch ganz schwer bei den Helden MESHUGGAH angelehnt. Anstrengend, aber geil!
MOSES

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Emmure 'Speaker of the Dead' Tracklist
1. Children Of Cybertron Button MP3 bestellen
2. Area 64-66 Button MP3 bestellen
3. Dogs Get Put Down Button MP3 bestellen
4. Demons With Ryu Button MP3 bestellen
5. Solar Flare Homicide Button MP3 bestellen
6. Eulogy Of Giants Button MP3 bestellen
7. Bohemian Grove Button MP3 bestellen
8. 4 Poisons 3 Words Button MP3 bestellen
9. Cries Of Credo Button MP3 bestellen
10. Last Words To Rose Button MP3 bestellen
11. A Voice From Below Button MP3 bestellen
12. Drug Dealer Friend Button MP3 bestellen
13. My Name Is Thanos Button MP3 bestellen
14. Lights Bring Salvation
15. Word Of Intulo
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