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EMOTIKON - s/t

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Emotikon-Emotikon.jpg
Artist EMOTIKON
Title s/t
Homepage EMOTIKON
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Bands, die aus eigener Kraft versuchen, sich im kleinen, überbevölkerten Szenemarkt zu etablieren, haben bei mir immer schon im Voraus einen Pluspunkt, denn es ist wirklich hart da draußen. Durch das nette Anschreiben und das recht neutrale Cover der neuen CD „Emotikon“ wurde mir erst einmal nicht richtig klar, mit wem oder was ich es eigentlich zu tun habe. Spätestens nach den ersten Tönen wird mir die Zielrichtung „New Wave“ schlagartig bewusst, auch wenn das Cello noch für ein wenig Verwirrung sorgt.

Als mir dann beim zweiten Song „When does my life begin?“ eine Art „Axel F“-Melodie entgegenspringt, kann man kaum noch daran zweifeln, dass hier zwei begeisterte Anhänger der 80er am Werk sind. Eigentlich sind es genauer gesagt der Soundtüftler Tom Tron und seine japanische Sängerin Mine, die mit ihrer Musik einfach versuchen, den Geist des Synthpops der 80er einzufangen, wobei mir am ehesten die Ähnlichkeit zu ERASURE auffällt. Von Anfang an wirkt es angenehm und lieblich, die Sängerin macht einen guten Eindruck und passt hervorragend zu den netten Popsongs. Die Qualität der Kompositionen wird zunehmend besser, aber ich finde, dass die wirklich brauchbaren Songs erst mit „Big Bad Dragon“ anfangen, wo ich mich sogar ertappe, wie ich mitwippe, einfach ein heiterer cooler Style. Die ganz besondere Art von „Still Thinking Of You“, „Walk Among The Clouds“ und „Too Old“ hält mich trotz der ruhigen Natur bei der Stange, während ich von „True Love“ endlich wieder aufgeweckt werde. Danach kommen noch ganz nette Songs, aber trotz meines Wohlwollens verliere ich nicht das Gefühl, dass ich hier noch nicht ganz ausgereifte Talente höre, die etwas Hilfe in Sachen Produktion oder Songanordnung bräuchten. Eigentlich beweisen EMOTIKON mit vielen Songs, dass sich hier ein Geheimtipp versteckt, der viel Talent und Raffinesse besitzt, aber die Hälfte der Tracks sind zu lahm geworden und bremsen die Freude auf lange Sicht ab.

Da hätte man einiges mehr rausholen können, aber wir wollen auch nicht undankbar sein, denn für eine Band, die nur auf sich selbst angewiesen ist, hat man ein tolles Stück Arbeit abgeliefert. Wer also den Charme der 80er aufleben lassen möchte, der ist mit der neuen VÖ „Emotikon“ in großen Teilen gut bedient. Sie besitzt zwar nicht die zeitenüberdauernde Größe von Klassikern dieser Epoche, aber ein guter Anfang ist mit dieser CD getan.

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