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EO IPSO - Industrielle Agitation

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Eo-Ipso-Industrielle.jpg
Artist EO IPSO
Title Industrielle Agitation
Homepage EO IPSO
Label KUNSTSCHEISSE
Veröffentlichung 12.01.2007
Leserbewertung
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Man kann es nicht anders sagen : Die industrielle Agitation ist ein Witz. Eine Durchhalteparole für die Gleichgesinnten, eine vorhersehbare Standortbestimmung ohne Zusatznutzen, eine rhetorische geballte Faust. Während die locker und alternativ zusammenhockenden Freizeit-Kommunisten des kleinen „Linke, rührt Euch!“-Lädchens auf meinem Weg zur Arbeit später in den Fängen der Großindustrie und Angela Merkels landen, werden die Slogans an der Basis regelmäßig und mit der Präzision einer Atomuhr der Aktualität angepasst – nur ändern tut sich dabei nichts. Beruhigend deswegen, dass EO IPSO auf diesem Album nicht nur Politik diskutieren, sondern auch Musik mitgebracht haben.

Die immer wieder eingestreuten BUSH-Jr Zitate bilden nämlich lediglich den ideologischen Orientierungsrahmen, innerhalb dessen sich ein rasantes und unerwartet vielseitiges Spektakel entfaltet und dies, obwohl der Grundaufbau der Stücke im Wesentlichen über die gesamte Spielzeit kaum variiert wird: Über brachial verzerrten, an der Grenze zum Gabba einschlagenden Bassdrumgranaten, schwingen pulsierende Basskaskaden, fiepsende Störgeräusche und geisterhaft heulende Harmonien, die von den klirrenden, doch niemals bis zur Unkenntlichkeit verfremdeten Vocals überlagert und in ein eingängiges Korsett gepresst werden. Statt nach Steinen zu greifen, macht „Industrielle Agitation“ Lust aufs Feiern, auf den dunklen Club, auf schwitzende Leiber im 4/4 Takt oder zu aberwitzigen Breakbeats. Dass das Album dabei bei einer Spielzeit von 70 Minuten ungebrochen spannend bleibt, liegt neben den militärisch straffen Arrangements auch an den strategisch platzierten Down-Tempo Stücken, welche EO IPSO gegenüber vielen anderen Projekten hervorheben. Der Dub-Step von „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“ und der Industrielle Chill-Out von „Raster/Schleierfahndung“ treffen ihr Ziel mindestens so direkt wie der atomare Krach von „Schlagstockeinsatz“ oder die Distortionorgie „Achse des Bösen“ und beweisen eindrucksvoll, dass weniger auch hier mal wieder mehr ist.

Und somit werden auf wundersame Weise beide Fraktionen bedient: Die musikzentrierten Hedonisten und die politisch motivierten Revoluzer – oder besteht da etwa kein Widerspruch? Die letzten, die hier für Klärung sorgen wollten, waren Alec Empires ATARI TEENAGE RIOT, doch war deren rüpelhafter Elektrorock nur mehr laut und pure Effekthascherei. „Industrielle Agitation“ hingegen lässt wahrhaft aufhorchen und ist sinnstiftender als jede Rede zum ersten Mai. Und das ist beileibe ist kein Witz.

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die Amigos 'Industrielle Agitation' Tracklist
1. Das Korallenriff von San Fernando
2. Carmencita von Spanien
3. Unsre Eltern
4. Sylvia
5. Partykönigin
6. Santa Barbara
7. Träume einer Nacht
8. Zwei Herzen und ein Schlag
9. Wolken sie ziehen nach Süden
10. Liebesinsel im Meer
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