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ERRORHEAD - Errorrhythm

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Errorhead.jpg
Artist ERRORHEAD
Title Errorrhythm
Homepage ERRORHEAD
Label ELECTRIC GUITAR PLAYERS RECORDS
Veröffentlichung 12.02.2004
Leserbewertung
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Errordesign: Wie der kleine Bruder von Hank Marvin kommt Marcus Nepomuc Dieml, alias Mr. Errorhead, auf dem wahrscheinlich gleichzeitig künstlerisch und psychedelisch-frech angedachten, leider aber wirr und amateurhaft umgesetzten Titelbild dieser CD daher und der Wettstreit um das hässlichste Cover dieser Saison ist hiermit offiziell eröffnet. Gleichzeitig erklärt die Plattenfirma die Verbindung von Gitarrenklängen mit Elektronika, Weltmusik und Trip Hop für „ungewöhnlich“ (und hat damit die letzten zehn Jahre gnadenlos verschlafen) und ist der Albumtitel ein vor Witz sprühendes, leider aber gerade auf einer derart auf den guten Groove bedachten Platte extrem unelegantes Wortspiel (errorism – errorrythm, get it?).

Doch das Wahrhaft Wichtige ist natürlich selbst zu Zeiten der marketingtechnisch verordneten FKK im Pop nicht die Hülle, auch wenn BRITNEY, KYLIE und X-TINA durch das regelmässige Fallenlassen Ebendieser das Gegenteil zu beweisen scheinen, sondern der Inhalt und mit einem einleitenden Quartett aus frischen Tracks hat Dieml den Zweifel bereits in Freude umgewandelt, das ironische Lachen in neugierig gehobene Augenbrauen und die verkrampften Hände in synkopisch schnipsende Finger. Instrumentale, beatunterstützte moderne Gitarrenmusik hat, JOE SATRIANI in allen Ehren, viel zu oft zu peinlichen Fehltritten geführt, doch im beispielhaften Vergleich mit Eric Clapton und Climie Fishers T.D.F. schneiden ERRORHEAD durchaus nicht schlechter ab, nicht obwohl, sondern gerade weil noch keiner „Dieml is God“ auf die Hauswände in Bramsbüttel gesprüht hat und weil hier, im Gegensatz zu den oft etwas steril wirkenden, für eine Designermodenschau konzipierten Klängen des erstgenannten Projekts eine aus Menschen zusammengesetzte Band am Werk ist, was diese Scheibe gerade ein wenig organischer und dreckiger erscheinen lässt. Auch bemüht man sich gar nicht um Purismus oder Reinheit: In „Bhakti“ oder „Scratching the Surface“ sind aus anderen Kultur- oder Musikkreisen stammende Elemente wie Tablas und kratzendes Vinyl nicht als Tribut, sondern ästhetische Adjuvanz gedacht – was allemal besser kommt, als der vermeintlich integere Banghra-Hop eines PUNJABI MC.

So überzeugend der Beginn, so lau der Rest dieses Albums, dass sich in der Folge mehr als einmal in stumpfem Technogeballer und wenig inspirierender Gute-Laune Daddelei verliert, wenngleich da immer noch die wenig überraschende, aber trotzdem schöne Ballade „Colour of your Tear“ und die überragende Miniatur „99“ folgen. Wäre er doch nur immer so unangestrengt und ohne falsche Prätentionen, dieser Errorrythmus, denn in den Clubs dieser Welt wird die Musikalität und Muse eines Dieml, die hier in den besten Momenten immer wieder durchscheint, schmerzhaft vermisst.

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Errorhead 'Errorrhythm' Tracklist
1. The way to...
2. Bhakti
3. Scratching the surface
4. Visit your soul
5. Rocket-boy
6. Message of Love
7. Cowgirl
8. Colour of your tear
9. Dead or alive
10. ' 99
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