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FAITHLESS - To all new arrivals

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Faithless-To-All-New-Arrivals.jpg
Artist FAITHLESS
Title To all new arrivals
Homepage FAITHLESS
Label SONYBMG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Es hat sich was getan im Hause FAITHLESS. Sister Bliss und Rollo haben beide Nachwuchs bekommen, was den schönen Albumtitel „To all new arrivals“ erklärt. Dass die Ankunft eines Kindes nicht nur Kraft kosten, sondern besondere Energie freisetzen kann – dieses Album ist der beste Beweis.

Der Opener (und zur ersten Singleauskopplung erkoren) „Bombs“ kommt trotz des Titels sehr entspannt daher und sollte am besten im Zug sitzend zusammen mit vorbeirauschender, schöner Landschaft konsumiert werden. Es geht hier um die Unnötigkeit von Kriegen, mit schöner Stimme dargeboten von Gastsänger Harry Collier (KUBB) im Wechsel mit dem typischen Sprechgesang von Maxi Jazz. Ähnlich treibend auch der in der Mitte angesiedelte Titeltrack „To all new arrivals“ (durch eine deutschsprachige Flughafenansage eingeleitet). Hier wird ebenfalls eine ernste Message mit Themen wie Globalisierung, Aids und Kindersterblichkeit unters Volk gebracht. Mit „Spiders, Crocodiles & Kryptonite“ geht es experimentell und frickelig weiter, wobei der Part des „Spiders“ nach der ersten Minute Robert Smith und dem entsprechenden „Lullaby“-Sample zukommt, eingebettet in eine Tribal-Urwald-Geräuschwelt. Im Übergang zu Track 3 („Music Matters“) hört man niedliches Kleinkindgebrabbel eines FAITHLESS Neuankömmlings, dann geht es zwischen Trance und Ambient mit Gastsängerin Cass Fox weiter. Die nächsten 3 Titel bilden für mich eine Einheit und Highlight des Albums: Los geht es mit „Nate’s Tune“ – simple flockig-verspielte Loops, die nahtlos in „I hope“ übergehen, einem opulenten Stück, mit einer Menge Sprach-Samples und Maxi-Jazzs charismatischer Stimme. Den verwandtschaftlichen Verhältnissen sei Dank kommt man mit „Last this day“ in den Genuss von DIDOs schönem Pop-Gesang als Anker in einem Meer von tickenden Uhren, Handygebimmel und Besetzzeichen. „Hope & Glory“ gefällt als Funk-House-Mischung während das warme „A kind of peace“ vor allem durch die Stimme von Cat Power punktet. „The man in you“ erinnert mich vom Groove ein wenig an „Baseball Cap“ vom Debüt „Reverence“ und bekommt durch die Bläser eine lässig-jazzige Note. Das letzte Stück „Emergency“ ist fast instrumental, fast 8 Minuten lang und liefert mit unterschwelligem Agenten-Score nochmals ein breites, sattes Stück FAITHLESS.

Einen Dancefloor-Kracher für die Ewigkeit wie „Insomnia“ schreibt man nur einmal in seinem Leben und wer etwas für die Tanzfläche sucht, wird diesmal nicht bei FAITHLESS fündig. Aber alle Anhänger anspruchsvolle Chillout-Mucke werden dieses trotz aller kritischen Texte lebensbejahende, hoffnungsvolle Album auf jeden Fall lieben…in diesem Sinne: Kinder tun gut – nur Mut! ;-)

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