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FALCO - Hoch wie nie

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Falco-Hoch-wie-nie.jpg
Artist FALCO
Title Hoch wie nie
Homepage FALCO
Label SONYBMG
Veröffentlichung 02.02.2007
Leserbewertung
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7.8/10 (13 Bewertungen)

Hans Hölzel war vieles. Skandalträchtig, hochbegabt, wortgewandt, voller Schmäh. Ein typischer Wiener, der die eigene Zerbrechlichkeit immer mit einem Hauch Arroganz überspielte. Geboren 1957 entwickelte sich seine Biographie in den 70ern immer mehr in Richtung Musik, bis er sich am Ende dieser Dekade in das Kunstprodukt FALCO verwandelte, inspiriert durch den famosen DDR-Skispringer Falko Weißpflog. Er hatte früh zu kämpfen gelernt, er war das einzige überlebende Kind von Drillingen, dennoch lebte er nicht ewig. Am 6. Februar 1998 starb er bei einem Unfall in seiner Wahlheimat, der Dominikanischen Republik. Das Schicksal wollte es, dass dieses Ende gleichsam den Anfang für ein grandioses Comeback darstellte, die Sensationslust der Menschen ist und bleibt makaber. Doch fehlende Qualität sorgte sicherlich nicht dafür, dass FALCO in den 90ern eher am schlecht gedeckten Ende des Tisches Platz nehmen musste. Die Zeiten standen nicht gut für deutschsprachige Musik, für intelligent getextete schon gar nicht. Zumal man den Österreicher mit dem „Kommissar“ in die parallel aufkommende NDW-Schublade steckte. Doch der Herr mit der tiefergelegten Frisur war in keiner Schublade zuhause: Mundart Elemente geben sich die Hand mit Rock, Pop und Rap-Einflüssen, heraus kamen einige wunderbare Originale, die sich auf dieser brandneuen Doppel CD von SONY BMG wiederfinden.

Nun existieren bereits 6 mehr oder minder opulente Greatest Best of Final Irgendwas Sammlungen, doch es sprechen einige Argumente für den Ankauf dieser dezent verpackten Neuerscheinung. Das Vorwort von Hans Dichand etwa, Herausgeber der mächtigen Kronen Zeitung und Wegbegleiter des Künstlers. 33 bzw. 34 (auf dem Digi) Tracks decken zudem nicht nur fast alle Single Auskopplungen ab, auch viele für die Karriere FALCOs bedeutende Songs sind enthalten. Noch dazu fast alle in ihrer Urversion, keine aufgepeppten Remixe, weil man die Rechte nicht hat oder ein zwanghafter Modernisierer ist. Dabei sind die ersten 4, 5 Stücke auf beiden Silberlingen sicherlich die bekanntesten, wer kennt nicht den verschmitzten „Kommissar“, die verruchte „Jeanny“ oder den Welthit „Rock Me Amadeus“? RMA war die erste deutschsprachige Nummer 1 in Amerika, für viele Musikanten vor und nach ihm wird das ein ewiger Traum bleiben. „Jeanny“ hingegen provozierte einen Skandal, weil hier eine (vermeintliche?) Vergewaltigung thematisiert wurde, ich kann mich noch gut an den Pseudo-Moral-Aufschrei der BILD erinnern. Trotz Radioboykotts wurde dieser Titel millionenfach verkauft. Er war eben ein Meister der Inszenierung und des kalkulierten kleinen Skandals, ob es nun um Stalker oder den Schnee ging, auf dem wir alle talwärts fahren. Passend dazu auch sein Cover von „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, das er unter dem Pseudonym T-MA herausbrachte (hat da eigentlich eine der Humpes den Refrain gesungen?). Nach seinem Tode wurde der Mythos geboren. „Out of the Dark“ entwickelte sich in den deutschsprachigen Ländern zum Riesenhit… und dann diese Textzeile „Muss ich denn sterben, um zu leben?“ – war der Mann ein Prophet? Nicht umsonst werden seine Stücke gerne in der schwarzen/ metallischen Szene neu aufgelegt (siehe UMBRA ET IMAGO, STAHLHAMMER, DOSSCHE, STURMGEIST, DIES ATER etc), der Mann hatte eindeutig eine dunkle Seite. Und 2 interessante Duettpartnerinnen: Desirée Nosbusch lieh der Single Version von „Kann es Liebe sein“ ihr Stimmchen, das Doppel mit Busenwunder Brigitte Nielsen („Body next to Body“) fehlt allerdings, war auch nicht sonderlich erfolgreich. Genauso wie sein intimstes Album „Date De Groove“, welcher hier aber mit dem Titel vertreten ist. Als besonderer Bonus findet sich ein sogenannter „Tribute to Falco“, den die produzierenden Bolland-Brüder mit einer Rapperin namens Alida nach des Sängers Tod erstellt haben, um ihn zu ehren. Dazu kommt noch die brandaktuelle Single „Männer des Westens“ in der 2007 Version (ursprünglich auf der „Falco 3“ veröffentlicht), die natürlich auch noch ein paar Märker abgreifen soll und dabei nicht mal schlecht klingt. Leider nur auf der Digi ist das rare „Urban Tropical“ enthalten, ursprünglich ein B-Seiten Track.

Man könnte sicher noch weiter schwadronieren, doch die meisten werden die meisten Lieder kennen und sich an wohlige Momente mit dem Alpenländer erinnern und vielleicht wie ich gar ein wenig melancholisch werden ob seiner Todesumstände. Die Tracklist wurde nahezu optimal zusammengestellt, der digital remasterte Klang überzeugt und inhaltlich ist fast alles eh über jeden Zweifel erhaben. Der richtige Fan stellt sich auch gleich noch die parallel erschienene DVD in den Schrank, mit Live Szenen, Outtakes und seinem letzten Interview. Ein bisschen Sensationslut muss schon sein, sonst wäre es nicht FALCO – auch nicht posthum!

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Falco 'Hoch wie nie' Tracklist
1. Der Kommissar Button MP3 bestellen
2. Vienna Calling Button MP3 bestellen
3. Jeanny Button MP3 bestellen
4. Emotional - Album Version Button MP3 bestellen
5. The Sound of Musik Button MP3 bestellen
6. Junge Roemer Button MP3 bestellen
7. Wiener Blut Button MP3 bestellen
8. Hoch wie nie Button MP3 bestellen
9. Munich Girls Button MP3 bestellen
10. Nachtflug Button MP3 bestellen
11. No Answer (Hallo Deutschland) Button MP3 bestellen
12. Nur mit dir Button MP3 bestellen
13. Helden von Heute Button MP3 bestellen
14. Kann es Liebe sein Button MP3 bestellen
15. Ihre Tochter Button MP3 bestellen
16. Auf der Flucht Button MP3 bestellen
17. Ganz Wien Button MP3 bestellen
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