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FEAR FALLS BURNING - First by a Whisper, then by a Storm

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Artist FEAR FALLS BURNING
Title First by a Whisper, then by a Storm
Homepage FEAR FALLS BURNING
Label CONSPIRACY RECORDS
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Zunächst leise wie ein Flüstern erreichten uns immer stürmischer die Meldungen um FEAR FALLS BURNING. Zunächst war da nur die vage Vorstellung eines bekannten belgischen Künstlers, die Ankündigung einer Einmann-Performance, von durch Effektprozessoren und analoge Röhrenverstärker geschleusten Gitarrensignalen. Dann stand da plötzliche eine Tour im Raum, welche das Projekt durch verschiedene deutsche Städte führen sollte. Und schließlich fiel auch noch der dunkle Schleier aus Gerüchten und Geheimnissen um den Urheber.

Es leuchtet ja ein: Bereits im vergangenen Jahr hatte Dirk Serries den vorübergehenden Abschied von seinem VIDNA OBMANA-Alter Ego angekündigt und zugleich die Arbeit an neuen Konzepten bekannt gegeben. Mit „First by a Whisper, then by a Storm“ liegt nun die erste Kostprobe dieses neu gewonnenen Experimentierdrangs vor: Eine CD zur Tour, kostbar einer eleganten, milchigfarbenen DVD-Hülle beigelegt, welche sich aus Ausschnitten des anstehenden Doppelalbums zusammensetzt. Mit mehr als 70 Minuten Spielzeit ist dies aber alles andere als eine EP oder ein „Teaser“, sondern ein vollwertiges und faszinierendes Werk. Schon in seinen früheren Stücken hatte Serries sich immer wieder an den Punkt zurückgezogen, an dem Melodie, Harmonie und Rhythmik ihre eigentliche Bedeutung verloren und zu Klangfarbe geronnen, doch mit FEAR FALLS BURNING nimmt er die letzte, entscheidende Hürde: Postrockfantasien, flüchtiger Ambient, rohe Akkordsprengsel, weißes Hintergrundrauschen – mit nur wenigen Elementen malt diese Musik eindringliche, surreale Bilder von monochromer Brillanz auf die geistige Leinwand. Die Assoziationen bleiben, ähnlich wie bei dem letzten, staubigen und kargen VIDNA OBMANA Meisterstück „Legacy“, naturverbunden und organisch: Filigrane Klangäste, die in einen grauen Himmel ragen, zu Staub zerfallen und sich erneut zusammensetzen. Grüne Wiesen, frischer Tau, still blickende Wolken. Eine seelisch divergente Melodie, die sich vorsichtig durch dicke Schwaden sich stets dichter zusammenziehenden Nebels in die Höhe windet.

Wir verzichten auf Referenzen, doch wer PAPA M, TORTOISE, BRIAN ENO und ROBERT FRIPP oder auch die frühen ASHRA TEMPLE mag, wird hier noch einmal auf eine einmalige Reise genommen. Dabei hat „First by a Whisper, then by a Storm“ den Pionieren sogar etwas voraus: Während die Erfinder der diskreten Töne ihre Hörer zum Öffnen der Fenster bewogen, um zwitschernde Vögel und die Geräusche der Straße hineinzulassen, brauchen diese Klänge solche künstlichen Maßnahmen nicht: Die uns umgebende Welt, sie ist schon Teil von ihnen.

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