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FEDERAL LIGHTS - Coeur de Lion

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Federal Lights
Artist FEDERAL LIGHTS
Title Coeur de Lion
Homepage FEDERAL LIGHTS
Label APORIA
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Im letzten Herbst hatte ich bereits das Vergnügen, FEDERAL LIGHTS aus Winnipeg im fernen Kanada live als Support von MARCUS WIEBUSCH zu erleben. Damals präsentierte der Vierer um die Eheleute Jean-Guy und Jody Roy seinen Erstling „We Were Found In The Fog“, jetzt legen die Kanadier mit „Coeur de Lion“ hörenswert nach.

Möglich, dass der Gesang zwischen Mann und Frau noch mal so schön ist, wenn die beteiligten Personen sich lieben (was ich Mr. und Mrs. Roy von Herzen und für die Ewigkeit wünsche), vielleicht hat das Quartett aber auch einfach den Bogen für perfekte Harmonien und ergreifende Texte raus. Die Folk-/Indie-Pop-Combo sehnt sich dabei gar nicht mal permanent nach Romantik und der großen Liebe, sondern wirft gern auch einen genauen Blick auf die Realitäten des Alltags, in dem sie ebenfalls viel Schönes zu entdecken weiß. In diesem Sinne startet dann auch der Silberling mit dem entspannten „Into The Ground“ das mit Glockenspiel und Gebläse eine ganz besondere Stimmung aufbaut, nachdem „The Ghost (Rises)“ den Reigen mit einer kleinen Melodie eröffnet hat. Ab diesem Moment haben FEDERAL LIGHTS ihre Hörer dann auch bereits gefangen genommen und ermuntern mit dem federleichten „You & I“ zu Clap Hands, nickenden Köpfen und wippenden Füßen, um wenig später mit der Piano-Nummer „Dark of The Night“ leisere, dunklere Töne von enormen Dringlichkeit anzuschlagen. Währenddessen entführt das zarte „Then Came The Light“ auf den Indie-Dancefloor und geht „Amelia“ reduziert auf Akustikgitarre und  mehrstimmige Vocals zu Herzen, bevor der Titeltrack „Coeur de Lion“ zum folkigen Emotions-Rundumschlag ausholt und die Aufforderung „Lie To Me“ in perlende, rhythmusbetonte Indie-Tonfolgen verpackt wird. Ein großartiger Song und ganz klar mein Favorit! In scheppernder Slow Motion folgt derweil „Ctrl.Alt.Delete“ – mitsamt Slide-Guitar ein echter Gänsehaut-Garant und in meinem persönlichen Ranking ebenfalls ganz weit oben angesiedelt. „This Town“ nimmt wenig später wieder fröhlich Geschwindigkeit auf und wenn „The Ghost (Moves)“ sein kurzes instrumentales Piano-Intermezzo vollendet hat, erwartet den Hörer mit dem finalen „Parachutes“ noch ein echtes Gefühls-Schmankerl.

Oft geht es in den Songs auf „Coeur de Lion“ nicht um die großen weltbewegenden Dinge, sondern um vermeintliche Kleinigkeiten, die jedoch für die beteiligten Personen möglicherweise von beträchtlicher Bedeutung sind. Ähnlich verhält es sich auch mit den Liedern von FEDERAL LIGHTS: auf großen Pathos und viel Brimborium verzichtet das Quartett und findet so genau das richtige Mischungsverhältnis für großartige Musik mit Tiefgang, Emotion und Leichtigkeit.

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