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FEUERSCHWANZ - Wunsch ist Wunsch

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Artist FEUERSCHWANZ
Title Wunsch ist Wunsch
Homepage FEUERSCHWANZ
Label DEAF SHEPHERD/ INDIGO
Veröffentlichung 18.03.2011
Leserbewertung
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7.4/10 (12 Bewertungen)

„Wunsch ist Wunsch“ ist die neueste Scheibe der Folkrocker mit dem unwiderstehlichen Hang zur Comedy und den in Klamauk verpackten mittelalterlichen Rock. Dabei bleiben sie in gewohnter Weise ihrem eigens geschaffenen Genre treu und die Weiblein und Männlein um Hauptmann Feuerschwanz haben nach wie vor nichts weiter als Sex, Met und Rock’n’Roll im Kopf, wenn nicht sogar woanders. Spaß ist also angesagt von vornherein, Hard’n’Heavy müssen die Rhythmen sein.

Die Trackliste gibt her, was des Spielmannsherz’ hergeben kann. Den Auftakt macht – wie sollte es anders sein – „Es war einmal … (Teil 4)“, ein gesprochenes Intro mit Vogelgezwitscher im Hintergrund. Erzählt wird von Eichhörnchen und Eulen und dem Erwachen des Waldes sowie von des Hauptmanns geiler Haufen, der verborgen unter Metfässern mit einem schläfrigen Gähnen und einem kräftigen Rülpser den Tag beginnt. Getreu dem Motto: „Ja, hallo erst mal.“ Sodann geht es rockig in die Vollen. „Wir lieben Dudelsack“ bietet schwingenden Rock mit bekannt mittelalterlichem Touch, wobei der Refrain von metallischen Gitarrenriffs unterstützt wird. Bei „Jungfernkranz“ fühlt man sich mit Fanfaren an den Königshof gerufen, um alsbald mit stampfenden Takten in die Welt des Metals entführt zu werden. Der Titelsong „Wunsch ist Wunsch“ taktet rasant und erinnert an Rock’n’Roll, aber fordert garantiert das Springen heraus und nur kurze langsame Sequenzen lassen verschnaufen. Selbst beim Flötenspiel wird nicht vom Tempo abgelassen. „Lotte“ wirkt dann als klassischer mittelalterlichen Reigen, der unweigerlich zum Tanzen einlädt. Und dem Text um das Hartholz in der Hose ist kaum noch etwas hinzuzufügen. In schnellen, russisch angehauchten Takten wird davon erzählt, wie schwer es ist, sich an die „Monogamie“ zu halten. Lustig geht es mit der Flöte weiter zur „Marie“, einem klassischen Rauf- und Sauflied, bei dem die Bässe den Hintergrund bedröhnen, während die Flöte das Mittelalter hervorzaubert. Nach dem schwungvollen Lied stimmt eine klassische spanische Gitarre auf die Ballade „Des Kriegers Sohn“ ein, in welchem melancholisch von dem Schmerz einer Söldnerwitwe erzählt wird. Mehrstimmiger Gesang, wie es einem Chor geziemt, bildet den Auftakt für „Der Henker“, doch schließlich übernehmen Tröte, Gitarre und Bass und zeigen, was Metalalter heißt, während Johanna die sanften Passagen begeigt. Gitarre und Rock’n’Roll, begleitet vom Dudelsack, führen mit „Toleranz“ in die Neue Deutsche Welle. Dumpf wie eine Maschine im gleichmäßigen Takt dröhnt es unheilvoll in den Ohren. Düster, dunkel, schwarz der Gesang und die Riffs. Was hier so unheilvoll klingt, kann nichts anderes als die „Met Maschine“ sein, ein Instrument, welches nur in Zusammenhang mit den Metvernichtern einen Sinn ergibt. Warum das „Vorspiel“ fast ans Ende gesetzt wurde, steht in den Sternen. Zumindest solange man dem Text nicht folgt, schließlich bezieht es sich auf den Rockmarsch „Symposium“, einer Konferenz der Metvernichter mit einem stetig durchschimmernden Metalteppich. „Albrecht der Bruchpilot“ als letzter Track auf der Scheibe wird wieder etwas sanfter, hat aber immer noch zu viel Schwung, um beim Schreiben der Review nicht ständig hin und her zu zappeln, und neben die richtigen Tasten zu greifen.

Insgesamt scheint mir dieses Album etwas mehr Metal als das vorherige Album zu bieten. Der Tanzlaune tut das bestimmt keinen Abbruch. Neben der Musik sind immer wieder die erzählten Geschichten interessant. Jeder einzelne Song, aber auch die Story des Albums insgesamt sind amüsant, kennens- und zuhörenswert. Das Mitsingen geht nach dem dritten Hören fast von alleine. Bei aller guten Laune, die das Album mit sich bringt, sollte doch darauf hingewiesen werden, dass dem Booklet, welches sicherlich mit viel Sorgfalt gestaltet wurde und auf welchem die Liedtexte abgedruckt sind, eine andere Schriftart zum Wohle gedient hätte. Leider sind in dieser verschnörkelten Schrift kaum die Songtitel, geschweige denn die Lyrics zu entziffern. Schade um die schöne Arbeit.

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Feuerschwanz 'Wunsch ist Wunsch' Tracklist
1. Es War Einmal...(Teil 4)
2. Wir Lieben Dudelsack Button MP3 bestellen
3. Jungfernkranz Button MP3 bestellen
4. Wunsch Ist Wunsch
5. Latte Button MP3 bestellen
6. Monogamie Button MP3 bestellen
7. Maria Button MP3 bestellen
8. Des Kriegers Sohn
9. Der Henker Button MP3 bestellen
10. Toleranz Button MP3 bestellen
11. Metmaschine Button MP3 bestellen
12. Vorspiel
13. Symposium
14. Albrecht Der Bruchpilot
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