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FIRST HUMAN FERRO feat. ALBIREON - Prosa Profana

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Artist FIRST HUMAN FERRO feat. ALBIREON
Title Prosa Profana
Label NITKIE RECORDS
Leserbewertung
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An Kreativität mangelt es Olegh Kolyada wahrlich nicht. Einschließlich „Prosa Profana“ hat der Ukrainer in 2011 allein drei FIRST HUMAN FERRO-Alben fertiggestellt und daneben auch an seinen weiteren Projekten gearbeitet, von denen insbesondere ODA RELICTA zu nennen ist. Während er sich auf den FHF-Werken „Stardust“ und „Homo Shargey“ aber kosmisch geprägtem Dark Ambient widmet, tauchen die zehn Tracks auf der vorliegenden Kollaboration mit der italienischen Dark Folk Formation ALBIREON tief in eine nostalgische Ambientsphäre ein. Ebenso wenig wie die weiteren aktuellen Veröffentlichungen ist diese allerdings keinesfalls mal eben so dahingeschludert worden, sondern das Material über einen Zeitraum von mehreren Jahren zielgerichtet angesammelt, fast schon puzzleartig zusammen gesetzt und weiterentwickelt worden.

Angesichts der zwei doch unterschiedlichen musikalischen Standbeine im FIRST HUMAN FERRO-Sound und der zuletzt eher nachhaltigeren Ausprägung der Space-Variante konnte man sich mit Blick auf die optische Gestaltung offenbar nicht so recht entscheiden, ob „Prosa Profana“ denn nun ganz normal unter dem Bandnamen firmieren oder aber den Namen des dahinter stehenden Protagonisten tragen soll. So wird auf dem Frontcover und der Disc selbst Olegh Kolyada als Urheber genannt, auf der Randbeschriftung des schmucken Digipaks hingegen FIRST HUMAN FERRO gewürdigt – was jedoch völlig in Ordnung geht, da es a) im Ergebnis letztlich ohnehin keinen Unterschied macht und b) „Prosa Profana“ als später Nachfolger von „Guernica Macrocosmica“ aus dem Jahre 2003 anzusehen ist, dessen Entstehungsprozess vergleichbar ist und auf dem es auch atmosphärisch ähnlich zugeht. Die persönliche Note und Verknüpfung beider Produktionen begründet sich indes darin, dass die erste Oleghs Mutter gewidmet war und die gegenwärtige nun seinem vor einiger Zeit ebenfalls verstorbenen Vater.

Wie schon seinerzeit für „Guernica Macrocosmica“ wurden für den Kern der neuen Aufnahmen wiederum populäre Songs aus Sowjetzeiten restauriert, bearbeitet und umarrangiert, darüber hinaus wurden diesmal aber auch Kompositionen von Marlene Dietrich und dem Franzosen CLAUDE DEBUSSY hierfür herangezogen. Neben dieser Ausgangslage ist charakteristische Low-Fi Klangästhetik ein weiterer Grund für den nostalgischen Retro-Schleier, der über dem Gesamtwerk liegt. Ergänzt wird das Soundfundament zum einen durch Oleghs – nach dem 2008er ODA RELICTA Album „Czarstvo Dukha“ – zweite Zusammenarbeit mit ALBIREON, die sich vor allem in den von Davide Borghi in der Mehrheit der Stücke auf Italienisch vorgetragenen Textpassagen manifestiert, welche der sehnsuchtsvollen Grundstimmung ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken. Zum anderen sorgt eine Vielzahl organischer Einsprengsel trotz allen Schwelgens in Erinnerungen für eine gewisse Lebendigkeit innerhalb der Strukturen. Ob es nun aber bspw. ein Cello wie in „Why iron in our hearts” ist, traurig-sanftes Pianospiel (z.B. „Eye-deep in hell”) oder die klagende Trompete in „The anchor“, eine elegische Ausstrahlung bleibt stets omnipräsent, die schließlich im trance-artigen Titeltrack einen mehr als würdigen Ausklang findet.

Auch das Drumherum ist mit den zahlreichen Abbildungen, die das Booklet zieren, stimmungsvoll gestaltet, so dass „Prosa Profana“ die Klangkunst des Ukrainers gegenüber „Guernica Macrocosmica“ als Referenz insgesamt auf ein neues Level hebt. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht erst das nächste Familienmitglied versterben muss, damit wir auch künftig in den Genuss weiterer Releases dieser Art kommen können.

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