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FISH - Return to Childhood (DVD)

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Artist FISH
Title Return to Childhood (DVD)
Homepage FISH
Label SNAPPER MUSIC
Veröffentlichung 18.08.2006
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Erinnerungen werden wach an Klassenfeten, die ohne MARILLION undenkbar gewesen wären… Das soll tatsächlich alles schon mehr als 20 Jahre her sein? Nun gut, ich werde wohl alt, aber „Misplaced Childhood“ war zweifelsohne eines der angesagtesten Alben (damals noch in Form einer unhandlichen Schallplatte, die beim Transport auf dem Fahrrad und in der Sonne besonderen Gefahren ausgesetzt war) des Jahres 1985. Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages startete der ehemalige MARILLION-Sänger FISH im vergangenen Jahr eine Erinnerungstour namens „Return To Childhood“. Neben der entsprechenden Live-CD kommt jetzt auch die DVD mit seinen Konzerten im Amsterdamer „Paradiso“ vom 15. und 18. November 2005 in die Läden.

Satte 192 Minuten Konzertmitschnitt plus Backstage-Interview mit dem hünenhaften Schotten sind auf den kleinen Silberling gebannt. Neben den besagten Songs der „Misplaced Childhood“ erwarten uns noch zeitgemäße Interpretationen der absolut ersten Single „Market Square Heroes“ von 1982, „Fugazi“ aus 1984 sowie „Incommunicado“ von der „Clutching At Straws“, die 1987 erschienen ist. Das war dann auch das letzte Studioalbum, auf dem FISHs markante Stimme zu hören war. Aufgrund musikalischer Differenzen verließ Derek William Dick (so FISHs bürgerlicher Name, den Künstlernamen haben ihm seine Fans gegeben, da er zeitweise in einer Wohnung mit sehr eingeschränkten Badezeiten lebte und seine wöchentlichen Vollbäder regelrecht zelebrierte) 1988 MARILLION und machte solo weiter.

Auch von diesen aktuelleren und weniger bekannten Stücken sind neun Titel auf der DVD vertreten, und so beginnen die bewegten Bilder auch mit einem etwas fülliger gewordenen Herren mittleren Alters und „Big Wedge“. Stimmlich ist der gebürtige Edinburgher, der inzwischen immer mehr seine Brötchen mit der Schauspielerei verdient, in guter Form. Vielleicht hat sich der ein oder andere schottische Whisky ein wenig auf die Stimmbänder gelegt, seiner theatralischen Gesangsweise ist er jedoch treu geblieben und auch gewisse Parallelen zu den Vocals von PETER GABRIEL sind immer noch nicht von der Hand zu weisen. Ihm zur Seite steht eine routinierte fünfköpfige Live-Band, die auch den MARILLION-Sound inklusive der schnellen und verschnörkelten Keyboards tadellos beherrscht. Auch mit am Start eine vielbeschäftigter Backgroundsängerin, die bei „Moving Targets“ weite Teile des Gesangsparts übernimmt. Die Ansagen wie bei „Brother 52“ oder „Goldfish And Clowns“ hätten etwas lauter abgemischt werden dürfen, auch ist die Kameraführung manchmal etwas hektisch und unruhig. Spätestens bei „Raingods Dancing“ weiß man auch, wofür das Palästinensertuch gedacht war, das vorher schon den mehr oder minder kahlen Schädel des Frontmanns bedecken durfte. So ein Konzert ist nicht nur für einen fast 50jährigen Mann schweißtreibend und so bedarf es zwischendurch eines saugfähigen Stückes Stoff. Vielleicht auch eine Reminiszenz an die 80er, in denen diese Tücher wohl ihre größte Zeit hatten. Ein Schwenk ins Publikum zeigt, dass die Anwesenden eher Fans der ersten und zweiten Stunde gewesen sein dürften, die aber auch von den Post-MARILLION-Songs zurecht durchaus angetan waren. Entsprechend wurde auch bei „Wake Up Call (Make It Happen) und „Innocent Party“ heftig mitgeklatscht. Mit „Long Cold Day“ und „Credo“ neigt sich der FISH-Part dem Ende zu.

Die Kamera fängt noch ein paar Bilder der Videoleinwand und singender Fans ein, bevor es mit „Misplaced Childhood“ weitergehen kann. Dafür werden sogar klassische Fanfaren bemüht, derweil FISH auf der komplett dunklen Bühne sitzt und den ersten Klängen von „Pseudo Silk Kimono“ lauschte. Wohlvertraute Melodien, die mich zurück in die 80er katapultieren und die Konzertbesucher in einen großen Chor verwandeln. Die Songs werden exakt in der Reihenfolge gespielt, wie sie auch auf dem Album auftauchen, so dass als nächstes gleich „Kayleigh“ und „Lavender“ dran sind – die wohl größten Hits der Prog Rocker. Leider passen gerade bei „Lavender“ Ton und Bild nicht immer 100%ig zusammen. Der nach wie vor wunderschönen Musik tut das aber keinen Abbruch. FISH scheint auch wirklich Freude daran zu haben, die alten Sachen nach langen Jahren mal wieder komplett zu spielen und gibt auf der Bühne alles. So folgen „Bitter Suite“ – bei dem er auf das Vortrefflichste das schottische „R“ rollen lässt, „Heart of Lothian“, „Waterhole“, „Lords Of The Backstage“, „Blind Curve“, „Childhoods End?“ und „White Feather“, die natürlich alle dem holländischen Publikum bestens bekannt waren, so dass kräftig mitgesungen, geklatscht und getanzt wurde. Damit konnte allerdings nicht einfach so Schluss sein, auch wenn FISH mit seiner Band bereits fast zwei Stunden erstklassige Musik geboten hat. Aber da waren ja noch die bereits erwähnten alten MARILLION-Hits, die als Zugaben das Publikum im ausverkauften Paradiso erfreuten.

Für den heimischen DVD-Player (abgesehen von den kleineren technischen Mängeln) und jeden MARILLION-Fan der FISH-Ära dürfte die Live-DVD ebenfalls eine Freude sein, werden hier immerhin 135 Minuten Konzertfeeling geboten. Obendrauf für den echten Fan noch das einstündige Interview, in dem FISH gutgelaunt und mitunter nachdenklich die Vergangenheit Revue passieren lässt und Ausblicke in die Zukunft wagt.

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