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FJOERGYN - Terra Satanica (EP)

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Fjoergyn
Artist FJOERGYN
Title Terra Satanica (EP)
Homepage FJOERGYN
Label TROLLZORN
Leserbewertung
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8.3/10 (4 Bewertungen)

Im elften Jahr befindet sich nun schon die Band FJOERGYN und hat es bisher auf vier beachtliche Alben geschafft. Und schon bei ihrem Debüt „Ernte im Herbst“, welches noch sehr roh und wild daherkam, merkte der Hörer, welches Potential in den Thüringern schlummert. Und genau dieses Potential wurde in den Folgenwerken ausgeschöpft und gipfelte in „Monument Ende“. Das war 2013 … und seitdem war Ruhe. Doch nun ist FJOERGYN wieder erwacht und präsentiert vor Erscheinen ihres neuen Longplayers eine EP. Und jeder, der die schwarzmetallenen Avantgardisten bereits kennt und schätzt, bekommt bei diesem Gedanken feuchte Augen.

Und so ging es mir auch. Endlich wieder etwas Neues von den Krawallkünstlern. Und auch wenn diese EP nur aus zwei neuen Tracks, einer Coverversion und einer Neuinterpretation einer ihrer ersten Songs besteht, konnte ich es kaum erwarten „Terra Satanica“ zu lauschen. Und schon der erste Titel und Namensgeber enttäuscht nicht. Vom Stil her haben die Thüringer sich an dem Vorgänger „Monument Ende“ orientiert und etwas mehr Härte und Bösartigkeit eingebracht. Der Mikroquäler Stephan L. singt und schreit sich die Seele aus dem Leib, während die Gitarren brachial krachen und die Percussion den Song vorantreibt. Allerdings fühle ich mich an der einen oder anderen Stelle ganz leicht an die SCHINDER erinnert. Aber das kann auch einfach nur am Gesangsstil liegen. Das Highlight dieser EP folgt nun aber mit dem zweiten neuen Song. „ISON14“ ist einfach nur erhaben. Chor, fette Gitarren, toller Text, melancholische Melodien. Dieses Stück schwankt zwischen ruhigen, brachialen und poetischen Parts. Doch nun kommt für mich eine große Enttäuschung. Als ich den Titelnamen „What A Wonderful World“ las, dachte ich direkt an LOUIS ARMSTRONG. Und genau dieses Stück hat die Band gecovert. Und so leid es mir tut – ich finde zu diesem Stück keinerlei Zugang. Es ist behäbig, klischeeüberladen (Stimmschnipsel von der Vereidigung von der Bundenkanzlerin etc.) und gipfelt in der dezenten und meines Erachtens geschmacklosen Änderung der Lyrics, was ich hier jetzt nicht zitieren möchte. Also schnell weiter zum letzten Stück. Hier haben die Jungs den Titel „Ernte im Herbst“ erneut eingespielt, mit klarem Gesang, dezenten Instrumenten … also fast unplugged. Ich bezeichne diesen Versuch als gewagt und interessant. Ich brauchte mehrere Anläufe um damit halbwegs warm zu werden. Da mir nur ein Download zur Verfügung stand, möchte ich nichts über den Sound sagen. Ich schätze allerdings, dass er wie immer gut zum Material passt.

Final bin ich doch etwas ernüchtert. Zum einen sind die beiden neuen Tracks wirklich gelungen und machen Lust auf mehr. Die Coverversion hingegen spricht mich überhaupt nicht an und die Neuinterpretation möchte ich als „gewagt“ bezeichnen. Allen Fans der Band sei geraten erst einmal Probe zu hören. Von einem Blindkauf rate ich persönlich ganz klar ab. Sorry.

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