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FOREST OF SHADOWS - Departure

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Artist FOREST OF SHADOWS
Title Departure
Homepage FOREST OF SHADOWS
Label FIREBOX / FIREDOOM
Veröffentlichung 01.01.2004
Leserbewertung
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Eigentlich möchte man alles daran setzen, eine Kritik über eine tolle Doom-Scheibe mal ausnahmsweise nicht mit einem Verweis auf die Jahreszeit zu beginnen oder der Bemerkung, dass scheinbar alle guten Bands in diesem Feld aus Skandinavien kommen. Nur: Jetzt, wo der Wind durch die Ritzen in der Wand heult, verspürt man wirklich wieder diese Sehnsucht nach getragenen Klängen und endlosen Litaneien. FOREST OF SHADOWS stammen tatsächlich aus Schweden. Und sie haben ein tolles Album aufgenommen.

Die Geschichte aus dem Presseinfo glaubt man dabei sofort: Dass „Departure“ über die weitwunde Strecke von vier Jahren entstand. Dass es ganze dreimal bereits fertiggestellt, dann wieder verworfen und erneut überarbeitet wurde. Dass es im Wesentlichen ein Soloalbum ist. Denn auch wenn Micce Anderson in den Songcredits zu fast jeder Komposition auftaucht, handelt es sich hierbei doch vornehmlich um die Umsetzung der persönlichen Vision eines einzigen Mannes, Niclas Frohagen. Dessen Nachname widerlegt demonstrativ das sprichwörtliche „nomen est omen“, denn Glücklichkeit und Heiterkeit sind ganz, ganz fern bei Zeilen wie diesen: „I saw the flowers die/ Grand beauty turn to dust/ Under wings of cold white death/ Winter came into my sleep.“ Ganz klein wird Frohagen beim Anblick der Natur und seine Lyrik wird von der Demut und Ohnmacht gegenüber ihrer Kraft bestimmt. Aber auch von ihrer schillernden Schönheit. Da ist die Rede von „bleak silver streams“, von einem „soft breeze of weary winds“ und von „fruit fed with sorrows dew“ – intensive Bilder von alttestamentlicher Eindringlichkeit. In der Musik findet sich durchwegs der extrem realisierte Gegensatz zwischen verträumter Verbitterung und fiebriger Verstörung, steigern sich an THE CURE angelehnte Herbstwinde zu peitschenden Stürmen aus teuflischem Schreien, kreischenden Becken und krachenden Gitarren. Durch den Einsatz einer häufig gedoppelten Saitenfraktion und verschiedenster Klangfarben erzielen FOREST OF SHADOWS dabei ein für Doom-Verhältnisse ungewohnt differenziertes Klangbild, verlieren sich nicht im rein Atmosphärischen, im Totbluten frischer Wunden.

Die Kraft reicht sogar noch für das abschließende Titelstück aus, in dem sich Elektronik und Rock die Hand reichen zu einem glasklar-genialischen Übersong, dem jeder Fan von bittersüßer Emphase mit Tränen in den Augen lauschen wird. Hoffentlich kein Abschied, sondern der Anfang einer fruchtbaren musikalischen Laufbahn.

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