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FORGOTTEN TOMB - Love’s Burial Ground

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Artist FORGOTTEN TOMB
Title Love’s Burial Ground
Homepage FORGOTTEN TOMB
Label ADIPOCERE
Veröffentlichung 07.06.2004
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Bei Bands wie FORGOTTEN TOMB ist man nie ganz sicher, ob man über die Musik oder die dahinterstehende Philosophie reden soll. Herr Morbid, der Kopf des Projekts, hasst angeblich jeden und alles, suhlt sich in Selbstmutilation und Suizidgedanken und würde es nach eigenen Angaben als den höchsten Triumph empfinden, wenn tatsächlich einmal einer seiner Fans zu den Klängen von „Love’s Burial Ground“ das Messer in die Vene gleiten ließe. Macht man sich da als Medium nicht mitschuldig, wenn man dererlei Gedankengut überhaupt erwähnt?

Man könnte schließlich nur die Töne sprechen lassen. So sehr man diesem Album nämlich auch mit Skepsis entgegentreten mag, muss man ihm eine beeindruckende Tiefe und eine über weite Strecken äußerst gelungene Dramaturgie bescheinigen. So werden die sechs regulären Tracks von drei satanisch hauchenden Instrumentals gegliedert, die aus der Feder des wohlbekannten NORDVARGR stammen – einem der führenden Industrial-Musiker unserer Zeit sowie ehemaligem Bandmitglied. Und nachdem die finstere Klanglandschaft von „Malus Vivendi Part I“ verklungen ist, geht es mit dem brillanten „Kill Life“ auch gleich gut zur Sache: Eine eiskalt und monströs verzerrte Stimme ergänzt sich mit rasendem Schlagzeug, unter dessen losgeschlagenem Metronom sich schwerfällige Gitarrenschollen tektonisch mit der Geschwindigkeit von Kontinenten verschieben und einsam verhallenden Melodien zu einem Wirbelsturm aus Wut und Willenlosigkeit. Black und Doom kommen sowohl getrennt, als auch tödlich gemischt vor und verstärken sich in beiden Varianten gegenseitig. Doch gibt es auf „Love’s Burial Ground“ mehr als nur rohe Gewalt. „Alone“ hebt mit recht klaren Harmonien an und erinnert mit verspieltem Bass, gesetztem Tempo und verzierungsreicher Saitenornamentalik an TYPE O NEGATIVE, während „House of Nostalgia“, eine cinematographische, weit ausholende Komposition, an „The Phantom of the Opera“ referiert. Bis dahin ist bereits eine gute halbe Stunde vergangen und muss man dem verschachtelten, komplexen Brocken epischen Depri-Rocks einen überzeugenden Spannungsbogen attestieren. Dafür gibt es nach der Halbzeit eher traditionelle Kost: Handelsüblichen Black Metal, bei dem das Schlagzeug ausnahmsweise nicht ununterbrochen kesselt, nur selten durch überraschende Momente cleanen Gesangs geadelt.

Vielleicht würde all das bereits reichen, um FORGOTTEN TOMB abzuhandeln – Herr Morbid empfindet es angeblich ja sogar bereits als langweilig, in Interviews über Selbstmord und Anverwandtes zu diskutieren. Andererseits bleiben seine Texte eindeutig genug und sein Fanatismus ungetrübt. Wenn wir trotzdem über ihn berichten, dann weil wir glauben, dass dieser Mann ein Problem hat – genau wie manche seiner Anhänger wahrscheinlich auch. Und weil wir nicht glauben, dass man dieses Problem durch Totschweigen beseitigen kann, sondern nur durch Offenheit. Listen to it, but don’t kill yourself!

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the Ten Tenors 'Love’s Burial Ground' Tracklist
1. Water/ Va Pensiero
2. Stonde
3. The Way Away From You
4. Angel
5. Tango (Por Una Cabeza)
6. Together
7. Feet Lift Off The Ground
8. Cast In Stone
9. Sundance
10. World Anthem
11. Destiny Lies
12. Thunder Point
13. Burn For You
14. Conquest of Paradise
15. Bicycle Race
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