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GOD - Hell & Heaven

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God-Hell-and-Heaven.jpg
Artist GOD
Title Hell & Heaven
Homepage GOD
Label KHAOETICA
Leserbewertung
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Zugegeben, ich war schon etwas erstaunt, als ich das erste Mal etwas von GOD gehört hatte. Bei dem Namen frage ich mich, ob es Provokation, Ironie, Selbsteinschätzung oder blanker Größenwahn ist, der die Musiker dazu bewogen hat, ihre Band so zu nennen. Aber schlecht kann die Entscheidung für den Namen nicht gewesen sein, da die Bandgeschichte mittlerweile bis in das Jahr 1994 zurückreicht. Damals (noch auf MC – ja, die gute alte Zeit) erschien ihr erstes Demo. Im Jahrestakt schmiss die Band bis 1997 weiteres Material auf den Markt. Zwischen 1998 und 2002 gönnte man sich eine kleine Pause und hat seit „Aura“ (2002) nichts mehr von sich hören lassen.

Bis jetzt, denn nun kommen sie mit ihrer neuen EP „Hell & Heaven“ zurück und versuchen uns mit portugiesischem Charme, viel Kitsch in den Texten und einer ausnehmend hohen Spielfreude zu begeistern. Die Songs sind allesamt sehr melodisch und lassen niemals die nötige Härte vermissen. Gute Gitarrensoli und variables Tempo lassen dabei nie Langeweile aufkommen. Düstere Stimmung und klischeereiche, aber interessante Texte wissen zu gefallen, um so diese im Mid-Tempo angesiedelte Viking-Metal-Platte aus der Masse etwas herauszuheben. Der Gesang, der zwischen aggressiven Growls bis hin zu cleanen, leicht operesken Vocals schwankt, sei beispielhaft erwähnt. Leider kommt Castor (der Sänger) nicht an die Klasse Fernando Ribeiros heran. Wobei wir jetzt schon beim eigentlichen Kritikpunkt dieser Veröffentlichung wären. An vielen Stellen hört sich die Scheibe wie frühere Werke von MOONSPELL an, ohne aber wirklich an diese heranzukommen. Man bedient sich betont melodischer Parts, akzentuierter Gitarrenarbeit und des typisch düsteren Charmes ihrer Landsmänner. Jedoch ist das, so finde ich, in gewisser Weise akzeptabel. GOD versuchen trotz dieser Einflüsse ihre eigene Version düster-hartem Metals zu präsentieren und beweisen auch mit Songs wie „Barbarian Gods“ Eigenständigkeit. Jedoch folgt auf diesen Kracher der „Mystic Song“, und man fühlt sich an „Wolfheart“ und dort ganz speziell an „Lua D’Inverno“ erinnert. Zum Glück hat man sich nicht nur musikalisch ein Beispiel genommen, sondern auch klanglich. So kommt „Hell & Heaven“ mit einer guten Produktion daher. Präzises Schlagzeug, deutliche und verständliche Vocals (soweit das bei den harschen Parts möglich ist) und eine gute Transparenz im Sound sprechen für sich.

Ich möchte sagen, diese Scheibe kommt irgendwie einige Jahre zu spät. Sie hat ein wenig den Charme des 80er und 90er Jahre Metals und dürfte somit all denen gefallen, die mit den aktuellen Entwicklungen nicht viel anfangen können. Das Material besitzt gutes Potenzial und wenn die Band es schafft, ein wenig eigenständiger zu werden, dürfen wir uns auf zukünftige Veröffentlichungen noch mehr freuen.

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