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GOJA MOON ROCKAH - Libido Cowboys

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Artist GOJA MOON ROCKAH
Title Libido Cowboys
Homepage GOJA MOON ROCKAH
Label ECHOZONE
Veröffentlichung 10.08.2012
Leserbewertung
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8.6/10 (5 Bewertungen)

Laut eigener Aussage ganz entgegen der lokalen Gegebenheiten tatsächlich in der Lage, heißblütig tanzbare Rhythmen zu liefern, bescheren GOJA MOON ROCKAH uns ihr mittlerweile drittes Studioalbum mit dem weniger hübschen, aber sicherlich seltsamen Titel “Libido Cowboys”. Soso ihr Ostseepiroggen, dann lasst doch mal hören!

„Libido Cowboys“ enthält zehn Tracks, die sich erwartungsgemäß alle in irgendeiner Weise mit Sex beschäftigen. Alles klar soweit? Es fallen im ersten Song und Titeltrack Begrifflichkeiten wie „fleischfressende Pussy!“, bei „Liebeszelle“ dann was mit „Ich drück dich fest“ und „Ich hab so Lust!“ (klar, mit Feinfühligkeit kriegste auch keine Olle!) und dazwischen geht es auch irgendwo um Zombies, die sich die Haare färben wollen – also wie man sieht, handelt es sich bei den Kompositionen der Wismarer um literarische Werke allerhöchster Güteklasse. Hust. Frage: Was ist der Anspruch, den man an eine Band hat, die selbst betont, sie mache Tanzmusik? Sollte dieser recht hoch angelegt sein, ist man mit GOJA MOON ROCKAH nicht sonderlich gut bedient. Die nächste Frage, die sich dann aber stellt, ist, wenn es lyrisch nicht so gut um die Band steht, wie sieht’s musikalisch aus? Tanzen? Da kommt‘s ja eher auf den Beat an und so. Ist schon richtig und ein Beat ist auch vorhanden. Also zum in deutschen Düster-Clubs beliebten Trampel-Tanz reicht es vielleicht gerade noch. Aber dann ist Schicht im Schacht! 1, 2, 3, 4 kann man schön fein mit klatschen, aber sonst scheint die musikalische Ebene eher wahllos Loops am Synthesizer aneinanderzureihen und ein bisschen demotiviert auf dem Bass rumzupfen, den aber eher mit auf die Bühne zu nehmen, weil’s cool aussieht und nicht, weil es für die Musik irgendwie nötig wäre.

Ein insgesamt recht eindimensionales Album, welches weder sexy noch großartig tanzbar noch sonst irgendwas ist. Dieses Album ist eher eine CD-gewordene Version einer Sammlung sämtlicher Blondinenwitze, die es auf dieser Welt gibt. „Libido Cowboys“?! Kommt schon Leute.
Ronja Pludra

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Die schönste Nebensache der Welt. Kopulieren. Menschlicher Urinstinkt. Primäre und sekundäre Geschlechtsteile. Ihr dachtet, hier geht es um Musik? Tut es auch. Genauer gesagt einen flotten Dreier. Oder auf gut Deutsch: Das dritte Album der GOJA MOON ROCKAH. Und wer jetzt gut aufgepasst hat, kann sich schon vorstellen, worum es auf „Libido Cowboys“ so geht. Ja genau, die Blümchen und Bienchen für Erwachsene. Und irgendwie auch um die 80er Jahre.

Gleich zu Beginn wird die immer wieder kehrende Thematik (Geschlechtsteile und deren bevorzugte Aktivitäten) aufgerollt, nämlich mit dem Titelsong „Libido Cowboys“. Und tatsächlich denkt man sich, dass, wenn es einen 80er Jahre Western-Porno gäbe („A Dirty Western“ stammt „leider“ schon aus dem 70ern, Anm. des Chefred.), dies der Soundtrack dazu sein könnte. Da dies nun ausgesprochen ist, wird sich ein derartiges Filmwerk auch sicher bald im Netz finden. Aber es wäre ja nicht nett, all die anderen interessanten Themen zu unterschlagen: Mopeds, Punk, Parties, Zombies und Schönheit. Und wer dies abwertend findet: Keineswegs. Eher amüsiert und dabei extrem angenehm unterhalten. Die Texte sind nämlich wirklich gut, irgendwie bizarr und absolut kreativ. Das gleiche lässt sich über die Musik sagen. Bei „Geraldine“ wird man positiv an FALCO erinnert, bei anderen Songs auch stark an DEPECHE MODE. Irgendwo dazwischen ist auch eine gute Portion Punk im Stil von DIE ÄRZTE zufinden. Klangtechnisch ist das Ganze ziemlich ausgereift, das Album homogen, harmonisch und herrlich bizarr. Die Band hat einen wirklich eigenen Stil, der eine Verschmelzung aus vielen einzelnen Elementen ist. Das sympathischste davon ist eine gefühlte Riesenportion Selbstironie. Musikalisch besonders interessant sind „Backstage“, „Zombies auf Dope“, „Liebeszelle“ und „Erotik unter Eis“. Dabei zeigt die Combo, wie vielschichtig und eigenwillig sie eigentlich ist.

Wer auf leicht bizarre Lyrics, eine tiefe Stimme, viel Synth, gute Gitarren, einen guten Touch 80er und eine Attitude im Stil „Alles geht“ abfährt, ist mit „Libido Cowboys“ gut beraten. Das Album und die Band sind witzig, grotesk und spannend zugleich. Und wenn man mit Musik und Sex gleich zwei der angenehmsten Nebensachen der Welt miteinander verbinden kann, dann steht einer angemessenen Portion Genuss ja auch nichts mehr im Weg.
Nephilia

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goJA moon ROCKAH 'Libido Cowboys' Tracklist
1. Libido Cowboys Button MP3 bestellen
2. Erotik unter Eis Button MP3 bestellen
3. Geraldine Button MP3 bestellen
4. Tropische Liebe Button MP3 bestellen
5. Glatt Button MP3 bestellen
6. Unisex Button MP3 bestellen
7. Moped Punker Button MP3 bestellen
8. Backstage Button MP3 bestellen
9. Zombies auf Dope Button MP3 bestellen
10. Liebeszelle
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