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GRENDEL - Age of the Disposable Body

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Grendel-Age-Of-The-Disposable-Body
Artist GRENDEL
Title Age of the Disposable Body
Homepage GRENDEL
Label INFACTED RECORDINGS
Veröffentlichung 27.10.2017
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Mittlerweile im 5-Jahres-Rhythmus beglückt uns der niederländische Brite Jos Tucker alias GRENDEL mit neuem Output und seine musikalische Evolution ist unverkennbar. War 2007 „Harsh Generation“ noch ein absoluter Meilenstein des… ja „Harsh Electros/ Aggrotech“, präsentierte er sich 2012 mit „Timewave Zero“ variabler und vor allem mit deutlich „gesitteterem“ Gesang. Insofern konnte man sich auf (s)eine erneute Wandlung freuen, und bereits das modifizierte Logo (und seine modische Barttracht) deuteten auf einen weiteren Reifeprozess hin. Wobei ich kurz erwähnen möchte, dass „Harsh Generation“ eine meiner Lieblings-Electro-Scheiben ist. Tanzbar, treibend, voll auf die 12. Eine gewisse Skepsis schwingt also genauso mit wie hohe Vorschusslorbeeren…

Anno 2017 klingt GRENDEL noch etwas mainstreamiger, was hier keinesfalls negativ konnotiert ist, mittlerweile kann man den Sound aber durchaus auch mal seiner Genre-fremden Freundin zumuten, ohne dass sich diese schreiend die Ohren zuhalten muss. Der Gesang ist meistenteils clean, die Melodien ausgefeilt (ja meinetwegen auch „catchy“), das Tempo variabel. Der Quasi Opener „Severed Nation“ (nettes Wortspiel) offenbart im Subtext eine Vorliebe für 80er Sounds, später in der Tracklist wird einem auch die Melancholie eines gewissen VANGELIS begegnen. Perlende Synthiekaskaden im Hintergrund sorgen im Verbund mit ausgefeiltem Sounddesign und dem prägnanten Chorus für den ersten kleinen Hit. Gegen Ende begegnet uns gar auch ein Saxophon (ein Instrument, das ich normalerweise verabscheue, hier aber nicht negativ auffällt). Das folgende „Hex it“ kommt dann eine Ecke aggressiver daher, mit ansatzweise heiser-gebellten Vocals, und schlägt in gewissem Sinne eine Brücke zu früheren Zeiten. „Fall like Rome“ hingegen überrascht mit einem typischen FUNKER VOGT-Refrain, hinsichtlich Aufbau und Stimmfarbe, der gute Herr Tucker gibt sich also alle variable Mühe. Beizeiten erinnert sein Gesang aber tatsächlich ein wenig an THE OFFSPRINGs Dexter, was im Electro-Umfeld doch recht innovativ rüberkommt. Das darauffolgende „Flux“ kann dann wiederum mit gutem, spannungsreichen Songwriting und sehr prägnanter Lyrik aufwarten, während es bei „Far Away“ inkl. Gastgesang (Séamus Bradd) dann etwas ruhiger wird. “Dead Inside” kann dann wieder mit einem SPETSNAZ-artigen Sequenzer-Fundament punkten.

Alles in allem eine sehr reife Scheibe eines Künstlers, der unbeirrt seinen Weg geht und genau weiß, was er will. Im Spannungsfeld von (ansatzweise härterem) Electro, Future Pop und Trance und auf hohem Produktionsniveau angesiedelt sollte das düstere Körper-Zeitalter sowohl in als auch außerhalb der „schwarzen Szene“ auf Anklang stoßen. Das Ganze garniert natürlich in der Deluxe Version von immerhin 14 Remixen so namhafter Acts wie ASSEMBLAGE 23, PLASTIC NOISE EXPERIENCE oder SOLAR FAKE.

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Grendel 'Age of the Disposable Body ' Tracklist
1. Magnum opus Button MP3 bestellen
2. Severed nations Button MP3 bestellen
3. Hex it Button MP3 bestellen
4. Fall like Rome Button MP3 bestellen
5. Flux Button MP3 bestellen
6. Far away - Grendel / Invalid, The Button MP3 bestellen
7. AOTDB
8. Scorn
9. Dead inside Button MP3 bestellen
10. Zero hour Button MP3 bestellen
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