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GUERNICA - s/t

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Guernica-Guernica.jpg
Artist GUERNICA
Title s/t
Homepage GUERNICA
Label EIGENPRODUKTION/ MKM PROMOTION
Leserbewertung
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8.0/10 (5 Bewertungen)

Der aufmerksame Terrorverlag-Leser wird das italienische Septett GUERNICA bereits kennen, durften wir doch bereits die beiden Vorgängeralben der Südländer begleiten. Gestartet sind die Herrschaften bereits 1995, sieben Jahre waren sie in Süditalien als Coverband unterwegs, um in 2002 dann mit der ersten eigenen EP anzutreten. Inzwischen ist man beim dritten Silberling angelangt und auf den ersten Blick fällt auf, dass die Cover ähnliche Elemente enthalten. Wie es scheint, verbinden die Azzurri etwas mit einzelnen Augäpfeln, die immer wieder auftauchen. Nun ja, wenn man sich nach einem der bekanntesten Bilder Picassos benennt, verpflichtet das natürlich auch ein wenig.

Im Wesentlichen geht es bei uns allerdings um die Musik, und der wollen wir uns jetzt verstärkt widmen. Gleich der Opener ist dem spanischen Maler gewidmet, dem die Band ihren Namen verdankt. Los geht es mit einer kurzen gesprochenen Sequenz, vielleicht von Picasso selbst? Diese Frage konnte ich nicht klären, dafür hat mich auch die folgende Musik zu sehr gefesselt. Hier werden mit einer Leichtigkeit scheinbar unvereinbare Genre wie Heavy Metal und Jazz verwoben, dass man sich verwundert Augen und Ohren reibt. „Venus“ setzt verstärkt auf Prog Rock- und Crossover-Elemente, während „Di Raffinata Inconsistenza“ poppige Akzente setzt. Ruhigere Töne schlägt „Respiro Di Nola“ an, hier erhalten die Instrumente Gelegenheit, sich gekonnt in Szene zu setzen. Diesbezüglich ist bei „Les Yeux“ besonders die Auswahl der selbigen zu beachten. Neben Cello und Piano kommt noch ein Akkordeon zum Einsatz. In Kombination mit dem französischen Gesang entsteht so ein perfektes Chanson. Anders „Adrenocromo“. Es geht in der Muttersprache der Jungs weiter und stilistisch bewegen wir uns mehr in Richtung Bombast-Rock-Ballade. „Mai“ bleibt in ruhigem Fahrwasser, jedoch lassen GUERNICA deutliche Progressive Rock-Einflüsse zu. In diesem Sinne folgt „Ferito“, wobei auch wieder ein wenig an Tempo zugelegt wird. Sirenengeheul läutet „Icaro“ ein, bevor ein heftiges Gitarrengewitter beginnt. Bitter-süße Klänge bilden den Abschluss und so wirkt „Eden“ auf eigentümliche Weise ebenso brachial wie zerbrechlich.

Es ist schwer bis unmöglich, GUERNICA und ihr selbstbetiteltes Album musikalisch auf einen Nenner zu bringen. Stattdessen gibt es einen spannenden Mix verschiedener Stile, überwiegend auf Italienisch vorgetragen. Glücklicherweise tropft dadurch nicht der Schmalz, wie man es von so man einem anderen Barden vom Stiefel kennt. Bei GUERNICA sorgt das Italienische stattdessen für ein gewisses exotisches Flair der vielschichtigen Sounds. Neben diversen kulinarischen Spezialitäten ein echter Leckerbissen vom Mittelmeer.

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