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GUIDO DOSSCHE - Tote Freunde

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guido-dossche-tote-freunde
Artist GUIDO DOSSCHE
Title Tote Freunde
Label SUPERMUSIC
Veröffentlichung 28.10.2016
Leserbewertung
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9.7/10 (10 Bewertungen)

Guido Dossche, Teilzeit-Schauspieler, Psychologe und streitbarer Zeitgenosse, wagt sich mal wieder auf musikalisches Terrain. Wenn ich die leicht unübersichtliche Diskographie des Kölners richtig deute, ist dies die erste Veröffentlichung unter seinem „vollen Namen“. Möglicherweise passend zur beschriebenen Sound-Neuausrichtung. Zumindest behauptet die Promoinfo, dass er sich weg vom Gothic/ Dark Wave früherer Tage in Richtung „aktuelle Popmusik“ bewegt. Wenn man den aktuellen Retro-Trend berücksichtigt, mag das stimmen, klingt „Tote Freunde“ doch stark 80er orientiert. Doch Schubladen sind eh nicht die Sache des Herren, der hier für die Texte verantwortlich zeichnet, musikalisch hat er sich Unterstützung, beispielsweise in Form von Steve van Velvet, gesichert. Dieser arbeitete bereits mit FALCO und WITT zusammen, vor allem Letztgenannter wird hier immer wieder zitiert.

Wobei DOSSCHE möglicherweise der „bessere“ WITT ist, denn da wo der „Goldene Reiter“ mittlerweile teils wirr teils über-pathetisch fabuliert, agiert Herr D. auf „Tote Freunde“ deutlich subtiler, verständlicher, logischer. Ohne jetzt gleich eine musikalische oder lyrische Revolution auszurufen, das versteht sich von selbst. Dafür ist der Fremdschämfaktor fast gleich Null, was bei Deutscher Ware je eher selten ist. Inhaltlich geht es um Verlust, Empathie, Einsamkeit, Melancholie. Unerwiderte Sehnsucht oder den Abschied, sei es der eigene oder der geliebter Menschen. Insofern wird die Scheibe doch dann wieder eher in der schwarzen Szene goutiert werden. Die Sounds wirken überwiegend 80ies reduziert, was der eigenwilligen Stimme viel Raum verleiht. Gleichsam gibt es aber auch pathetisch-orchestrale Momente, wie etwa bei „Abschied“, wo Barry Wickens Geige abermals für Akzente sorgt. Mir gefallen die ersten 5 Songs am besten, die allesamt aus van Velvets Feder stammen und an die guten WITT-Zeiten in den 80ern erinnern. Dabei auch die Single „Mein Herz“, das treibende „Versklavt unter der Erde“ und das mit einer weiblichen Stimme im Refrain aufgepeppte „Fremde bleiben“, das lyrisch tatsächlich unter die Haut geht. Beim abschließenden „Halleluja“ rollen sich bei mir eher die Zehennägel auf, da haben wir dann doch wieder den verquasten WITT der Neuzeit…

Sorry dass ich den ungleich bekannteren Kollegen hier so oft erwähne, denn im Grunde kann DOSSCHE für sich alleine stehen. Seine Texte sind vergleichsweise intelligent und fundiert, die Stimme nicht schön im klassischen Sinne, aber interessant. Was die Kompositionen an sich betrifft, ist er halt stark von den jeweiligen Songwritern abhängig, die ihm hier größtenteils einen passenden Soundteppich zwischen NDW, Bombast, Deutsch Pop und Wave gelegt haben. Wird wohl in der heutigen Musiklandschaft untergehen, aber in meinen Ohren durchaus gelungen!

P.S.: Die Schriftfarben im Booklet sind wirklich grausam und für Menschen ab 40 nur noch mit der Lupe zu entziffern, das geht bitte beim nächsten Mal besser…

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Guido Dossche 'Tote Freunde' Tracklist
1. Mein Herz (Aber das Nicht) Button MP3 bestellen
2. Versklavt unter der Erde Button MP3 bestellen
3. Fremde Bleiben Button MP3 bestellen
4. Mit Rhytmus
5. Tote Freunde Button MP3 bestellen
6. Freiheit Button MP3 bestellen
7. Abschied Button MP3 bestellen
8. Halleluja Button MP3 bestellen
9. Hoffnung Button MP3 bestellen
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