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H.E.R.R. - THE DAYS OF THE TRUMPET CALL - DEAD MAN’S HILL - VON THRONSTAHL - Sturmgewitter ziehn durchs Land

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Artist H.E.R.R. - THE DAYS OF THE TRUMPET CALL - DEAD MAN’S HILL - VON THRONSTAHL
Title Sturmgewitter ziehn durchs Land
Homepage H.E.R.R. - THE DAYS OF THE TRUMPET CALL - DEAD MAN’S HILL - VON THRONSTAHL
Label CARPE NOCTEM
Leserbewertung
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8.0/10 (4 Bewertungen)

Am 4. September 2004 fand im belgischen Hekelgem das erste sogenannte Carpe Noctem Festival statt, und als kleine Reminiszenz an diesen Abend erscheint nun vorliegende Split-CD mit allen 4 damals aufgetretenen Bands. Ursprünglich sollte diese Veröffentlichung bei einem anderen Label erscheinen, aber laut Booklet haben die Verantwortlichen dort nichts auf die Reihe gebracht. Ergebnis: DJ Leslie selbst wirft die Scheibe unters Volk, gleichsam als Label Debüt, limitiert auf 500 Stück.

Vorab ein paar Hinweise: Mit VON THRONSTAHL und H.E.R.R. befinden sich 2 anerkannt kontroverse Formationen auf diesem Silberling, deren wirre Ideologien wir keinesfalls unterstützen. Inwieweit man sich also mit den Sturmgewittern musikalisch auseinandersetzen will, bleibt jedem selbst überlassen. Auch das militaristische Artwork und natürlich der Titel selbst bleiben zwar irgendwo genrekonform, dürften aber auch einigen weniger hart Gesottenen sauer aufstoßen. Widmen wir uns nun den 10 vertretenen Exponaten.

Die Niederländer H.E.R.R. (steht für „Holy Empire Rome Reborn“) beschäftigen sich konzeptionell gerne mit der glorreichen Vergangenheit Europas und wilden Allmachtsphantasien. Mit ihren 3 neoklassischen Stücken treten sie eine Reise in die Vergangenheit an, um dem ruhmreichen Konstantinopel zu huldigen. Das geschieht beim Opener auf feierlich sakrale und erwartungsgemäß auch bombastische Art und Weise, gewürzt mit männlichem Sprechgesang. Das „Requiem for Constantinople“ hingegen ist eben ein Requiem: Deutlich ruhiger und melancholisch in der Grundausrichtung werden hier vor allem Pianoklänge, Flöten und Streicher eingesetzt.

THE DAYS OF THE TRUMPET CALL, bekanntermaßen ein Ableger 2er VTs, präsentieren 2 Stücke, die es bislang so noch nicht auf einem Tonträger zu hören gab, und die in neuer Besetzung aufgenommen wurden. „Honour (den Gefallenen)“ und das bereits von Live-Auftritten und der „Steel Night“-Box bekannte „Satan’s Trick“ verbinden Gitarren Sounds mit Military Pop und Neoklassik. Der rhythmische männliche Gesang gibt den auch als Soundtrack vorstellbaren Kompositionen den letzten Schliff. Für mich das Highlight dieser Liedersammlung!

Danach darf Bart Piette alias DEAD MAN’S HILL seine Künste präsentieren. Der belgische Act ist sicherlich gleichsam der Unbekannteste dieser Split CD. Auf der Homepage nennt er Einflüsse von IN SLAUGHTER NATIVES über THE MOON LAY HIDDEN BENEATH A CLOUD bis hin zu Black Metal, die in seine kalt-okkulten Werke Einzug genommen haben. Lyrisch beschäftigt er sich vornehmlich mit dem Haitianischen Voodoo Phänomen. „Wörmer“ ist ein typischer Dark Ambient Track im skandinavischen Stil, während „Vesterbro“ schon eher gen BLUTHARSCH tendiert, nur experimenteller. Man darf gespannt sein, ob der gute Bart in Zukunft seine Stilvielfalt behalten wird.

Schließlich dürfen auch 2 Stücke des allseits „gefürchteten“ Josef Maria K. nicht fehlen, die aber im Grunde am wenigsten Innovation bieten. 2 bereits bekannte „Klassiker“, namentlich „Wider die Masse“ und „Bellum Sacrum Bellum“ vom gleichnamigen aktuellen Langspieler, gibt es in überarbeiteten Versionen – ebenfalls mit neuem Line Up aufgenommen – zu entdecken. Wobei man a) anmerken muss, dass „Wider die Masse“ bisher nur auf dem Riefenstahl-Tribute Sampler“ erhältlich war, und b), dass die Band selber von unzureichender Mastering Qualität spricht. Bei „BSB“ hat JMK aktuelle Kriegsereignisse im Nahen Osten mit eingebaut, seine Verachtung der amerikanischen Law and Order-Regierung ist ja bekannt (ausnahmsweise sehe ich das genauso). „Wider die Masse“ bedient sich hingegen einiger elektronischer Effekte und profitiert von einem treibend simplen Refrain. Inhaltlich propagiert man hier den „Übermenschen“ und baut dabei auch auf Nietzsche.

Eine durchaus beachtenswerte aber auch kontroverse CD, deren Produktionsgeschichte man berücksichtigen muss, und die sicherlich nur für einen kleinen Kreis Eingeweihter interessant ist. Die direkte Gegenüberstellung verschiedener Genres sorgt für interessante Stimmungen, allerdings sind Klangqualität und Innovationsgrad recht wechselhaft ausgefallen. So wird man wirklich neues nur ansatzweise finden, andererseits wird aber kaum jemand schon alle Stücke im Regal stehen haben. Wer sich also am ideologischen Background nicht stört, kann diese CD bei einschlägigen Versendern im In- und Ausland erwerben.

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