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HAIL SPIRIT NOIR - Mayhem In Blue

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Artist HAIL SPIRIT NOIR
Title Mayhem In Blue
Homepage HAIL SPIRIT NOIR
Label DARK ESSENCE
Veröffentlichung 18.11.2016
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Die Anreicherung des klassischen Black Metal mit den verschiedensten Stilmitteln anderer, mehr oder weniger verwandter Genres ist schon seit geraumer Weile ein ziemlich beliebter Breitensport, was angesichts der ohne dies doch recht engen musikalischen Grenzen nicht weiter verwunderlich ist. Oft wird hierbei auf gotische, progressive oder auch mal schlichte Rock n’ Roll-Versatzstücke zurückgegriffen. Klassischer Psychedelic findet jedoch nur eher selten Einzug ins tiefschwarze Unterholz. Die Griechen HAIL SPIRIT NOIR wagen sich mit ihrem neuen Album „Mayhem In Blue“ nun schon das dritte Mal auf dieses schwierige Terrain.

Schwierig deshalb, weil die harsche, feindselige Attitüde des Black Metal zunächst beinahe konträr zu dem tendenziell eher knisternden bis lodernden Approach verdrogter Psychedelia erscheinen mag. Spätestens seit den großartigen ORANSSI PAZUZU weiß der umtriebige Hörer jedoch, dass dem nicht unbedingt so sein muss. HAIL SPIRIT NOIR unterstreichen diese These, gehen allerdings für meine Begriffe noch einen Schritt weiter als die Finnen. „I Mean You Harm“ heißt der erste Song, der treibend und unheilvoll drauf los brettert und direkt klarstellt, dass hier die Essenzen beider Genres eine äußerst unheilige Symbiose eingehen werden. Es treffen sehr originär anmutende Sixties-Orgelsounds auf frostig klirrende Blastbeats und mutieren gemeinsam zu einem erstaunlich eingängigen Ganzen, das ordentlich auf den Nacken geht. Das gefällt und erhöht gleichzeitig noch einmal merklich die Aufmerksamkeit beim Hören. Diese zusätzliche Angriffsfläche nutzen HAIL SPIRIT NOIR in der Folge ebenso gnadenlos konsequent wie wundervoll mörderisch. Der Titelsong „Mayhem In Blue“ schwebt nebulös in bester Filmmusik-Manier über die Szenerie und beschwört eine herbstliche Atmosphäre ähnlich der „Live In Pompeii“-Aufnahmen von PINK FLOYD hervor. „Lost In Satan’s Charms“ kokettiert gar mit einer gotisch-postindustriellen Soundästhetik, die dezent an die Klangtüftler von MORTHEM VLADE ART erinnert, inklusive beeindruckend starker Vocals von Frontmann Theoharis, der den Wohlklang ebenso authentisch pflegt wie ein standesgemäßes Krächzen. Dass der Mann nebenbei auch ein mehr als nur passabler Gitarrist ist, wird spätestens bei „The Cannibal Tribe Came From The Sea“ klar, dem Highlight des Albums, in dem sich sämtliche kompositorischen und atmosphärischen Stärken der Band in Kombination mit einem schneidenden Riff zu einem, im tatsächlichen Wortsinn, unheimlich-intensiven Stück Musik verbinden. Musik, deren Grundkontext trotz aller flammenden Schönheit immer noch der Black Metal ist, wenn auch in einer avantgardistischen Ausprägung.

Fazit: HAIL SPIRIT NOIR haben mit „Mayhem In Blue“ ein Album erschaffen, dessen Kraft und Wirkung weit über jede, bemüht objektive, sachliche Beschreibung der darauf enthaltenen Musik hinausgeht, das gleichzeitig wunderschön und hässlich, Furcht einflößend und herzerwärmend zu sein vermag. Exzellent.

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Hail Spirit Noir 'Mayhem In Blue' Tracklist
1. I mean you harm Button MP3 bestellen
2. Mayhem in blue Button MP3 bestellen
3. Riders to utopia Button MP3 bestellen
4. Lost in satan's charms Button MP3 bestellen
5. The cannibal tribe came from the se
6. How to fly in blackness Button MP3 bestellen
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