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HATTLER - Velocity

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HATTLER
Artist HATTLER
Title Velocity
Homepage HATTLER
Label BASSBALL RECORDINGS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Der umtriebige Hellmut HATTLER war wieder in eigener Sache fleißig und hat unter seinem eigenen Namen das siebte Studioalbum „Velocity“ eingespielt. Und das nach einer schweren Blutkrebserkrankung, die der 66-jährige beinahe nicht überlebt hätte. Aber in der Musik liegt bekanntlich auch eine gewisse Lebenskraft und auch wenn es nicht immer so aussah, als hätte er überhaupt noch die motorischen Fähigkeiten, den Bass zu zupfen, setze er sich gegen seine Ärzte durch und holte sein Instrument ins Krankenzimmer – zur Not wird der Stahlsaiter halt regelmäßig desinfiziert!

Genauso geschah es dann auch und wer weiß, ob Hellmut ohne seine Musik überhaupt ins Leben zurückgefunden hätte? Auf jeden Fall hatte er unter den strengen Augen des Pflegepersonales ausreichend Muße, um an neuen Songs zu arbeiten. Etwa an der popsarkastische Soulbotschaft „Teaser“, die von FOLA DADA innig gesungen und von Moritz Müllers knackigem Schlagzeugspiel funkig getaktet wird. Derweil startet der Silberling mit dem instrumentalen „Anthem For Approaching Starships“ mit ganz großem Besteck, bevor der Titeltrack „Velocity“ als Metapher die Unstimmigkeit des Lebenstempos beschreibt, den Wechsel zwischen Zeitraffer-Empfinden und Slow Motion im lebensbedrohlichen Zustand. Das wenig Konkrete, das Kryptische, mit dem das Stück aufwartet, die Abstraktion im Wechselspiel zwischen Handgemachtem und lupenreiner Elektronik, ziehen wie ein Sog in eine Traumsequenz. Die klingt nicht nach Schmerz oder Endzeitstimmung, sondern bemerkenswerterweise wie der Geruch von Frische nach einem Regenschauer im Frühling. Diese Platte ist ein Musik gewordener Weg zurück ins Leben: . „Mayday In Paradise“, „Care“, „Home Bass“ und „Delhi Mail“ nehmen an die Hand und heißen willkommen.

Stilistisch ist bei „Velocity“ natürlich immer jede Menge Jazz mit im Spiel und eine ganz klare Message: ‚Macht Liebe, lasst Euch nicht alles von den allgegenwärtigen Spielverderbern kleinreden, sondern lebt, verdammt noch mal!‘.

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