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HAUS ARAFNA - The Singles 1993-2000

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Artist HAUS ARAFNA
Title The Singles 1993-2000
Homepage HAUS ARAFNA
Label GALAKTHORROE
Leserbewertung
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5.3/10 (4 Bewertungen)

Provokation zahlt sich aus. So nüchtern der Titel dieser Compilation, so komplett und konfrontierend ihr Inhalt: Die 4 bisher veröffentlichten Singles des schwarzen Ehepaars des Industrial, einschliesslich aller B-, C- und D-Seiten, darunter Tracks mit Titeln wie „Amputation Cures“ und „No right to live“, doch auch auf grafisch-gestalterischer Ebene waren HAUS ARAFNA ja immer mal für einen kleinen Schock gut. 13 Songs aus 7 Jahren und 3 Alben (eventuelle Zahlenmagie ist selbstverständlich reiner Zufall), durchaus heterogen und stets explorativ. Das Erstaunliche daran: Es ist ein eigenständiges Album dabei herausgekommen!

Das liegt zum einen daran, dass sich dieses Projekt bei aller Freude an der eigenen Entwicklung (ihre Split mit KARL RUNAU hiess nicht ohne Grund „The Experiment“) stets treu geblieben ist und zum anderen daran, dass man statt einer Ausweitung an den Grenzen zu einer Verfeinerung im Inneren übergegangen ist. Es ist durchaus nicht verblüffend, dass die Band um so relevanter wurde, je weniger sie sich ostentativ in den Vordergrund drängte. Auf dem diesjährigen Geniestreich „Butterfly“ war der Lärm und das krachende weisse Rauschen zu einem Flüstern abgestorben, doch niemals waren HAUS ARAFNA intensiver und erschreckender, Dezibel um Dezibel wurden die Schichten aus dröhnenden Mid-Range Frequenzen abgebaut, bis das nackte Skelett übrigblieb und man die Struktur hinter dem Chaos erkannte – und eine ungeahnte Schönheit. Diesem Dekonstruktionsprozess kann man nun chronologisch geordnet zuhören und dabei neben dem Debüt „New Skin Grafting“, dem eigensinnigen Clubhit „The last dream of Jesus“ (einer der merkwürdigsten Stücke, zu denen in der Disco getanzt wurde) und einem der Highlights des bereits genannten „Butterfly“, dem fast apathisch dargebotenen „Für Immer“, einige lange verschollene Perlen aus den dunklen Tiefen ans Tageslicht befördern. Obwohl die Auflagen mit jeder Veröffentlichung stiegen, waren sie stets strikt limitiert und somit weiten Teilen der Offentlichkeit bisher unzugänglich.

Somit stellt sich die zumeist allentscheidende Frage, ob man diese Veröffentlichung denn wirklich braucht, in diesem Fall erst gar nicht. Die pure Essenz in der Musik – nackte Notwendigkeit in jeder gutsortierten Plattensammlung.

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