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HEAVEN & DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER - Süßer die Glocken nie klingen – HEAVEN Sings X-Mas Vol. 2

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Artist HEAVEN & DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER
Title Süßer die Glocken nie klingen – HEAVEN Sings X-Mas Vol. 2
Homepage HEAVEN & DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER
Label POGO POP MUSIK
Leserbewertung
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7.4/10 (7 Bewertungen)

Sie steht schon wieder vor der Tür: die besinnliche Weihnachtszeit. Keinen Bock auf die damit verbundenen Songklassiker? Nun ja, da hätten wir was für Euch, denn HEAVEN, DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER und einige Gäste haben sich acht Jahre nach „HEAVEN Sings X-Mas“ erneut des traditionellen Liedgutes angenommen und es in der ihnen eigenen Art gewaltig krachen lassen.

Wer hätte schließlich gedacht, dass „Alle Jahre wieder“ so einen groovenden Beat hat? Oder dass „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ derart nahe an „My Generation“ von THE WHO dran ist? Mit ner Mundharmunika im Anschlag bekommt „O Tannebaum“ gleich eine Südstaaten-Seele und angesichts der beschwingten Melodien von „Kommet Ihr Hirten“ dürfte die Krippe des Heilands irgendwo in tiefsten afrikanischen Gefilden zu verorten sein und nicht wie bisher angenommen in Bethlehem. Ob nun die alkoholgeschwängerte Polka-Version von „Guten Abend, gute Nacht“ als Schlaflied taugt, lasse ich mal dahingestellt, zweifellos lässt sich dazu aber bestens schunkeln und vielleicht findet das aufgeweckte Kind dadurch ja irgendwann ins Land der Träume. Mit viel Drive und Gebläse empfiehlt sich „Josef, lieber Josef mein“ mitsamt weiblichem Gastgesang zum Tanz um den Weihnachtsbaum, an dem bereits die Lichter brennen. So heißt es zumindest im Track „Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“, bei dem es in High Speed zur Sache geht. Sehr irisch mutet die Neuvertonung von „Feliz Navidad (Feliciano)“ an, die mit einem ganz besonderen englischen Zungenschlag überrascht. Fans der Weihnachtsshow der ANGEFAHRENEN SCHULKINDER kennen neben dem „Winterwunderland“ bereits „Ein Weihnachtsgedicht“, das zwar nicht unbedingt jugendfrei, aber doch sehr spannungsreich ist. Dagegen wirkt „Es ist ein Ros’ entsprungen“ regelrecht getragen, allerdings ist auch dieser Track nicht zwingend schwiegermutter-geeignet. Mich hat der dissonante Vortrag eher an den gemeinsamen Gesang eines lang zurückliegenden Heiligabends erinnert, der vorzeitig abgebrochen werden musste, weil er dem weiblichen Familienvorstand die Tränen in die Augen trieb – und der Grund dafür war keinesfalls Rührung! „Süßer die Glocken nie klingen“? Auf jeden Fall klangen sie nie bluesrockiger und auch das finale „Little Drummer Boy“ (rec. live at Saza’s Steamboat BBQ, St. Diego, X-mas eve 2010) gefällt mit feinstem Blues.

Ich plädiere dafür, dass die vorweihnachtliche Musikbeschallung in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten zukünftig von HEAVEN und den ANGEFAHRENEN SCHULKINDERN bestritten wird. Dann ist der Advent vielleicht keine besinnliche Zeit mehr, aber diejenigen, die die Mucke nicht mögen, haben einen Grund, sich besinnungslos zu betrinken und die anderen haben richtig viel Spaß (und können sich ja trotzdem besaufen). So kann der Weihnachtsterror kommen!

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