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HEINZ STRUNK - Der goldene Handschuh (Hörbuch)

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Heinz Strunk Handschuh
Artist HEINZ STRUNK
Title Der goldene Handschuh (Hörbuch)
Homepage HEINZ STRUNK
Label ROOF MUSIC
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

HEINZ STRUNK, den als Autor die meisten wohl durch seinen Erfolgsroman „Fleisch ist mein Gemüse“ kennen, ist in Hamburg aufgewachsen und zuhause. Als man dort 1976 dem Serienmörder Fritz Honka den Prozess machte, war Strunk 14 Jahre alt; er dürfte also schon damals durchaus Anteil an der finsteren Berühmtheit dieses Mannes genommen haben, der seit 1970 vier Frauen umgebracht hatte und in einem spektakulären Gerichtsverfahren von dem bekannten Strafverteidiger Rolf Bossi anwaltlich vertreten worden war.

In seinem aktuellen Buch „Der goldene Handschuh“ setzt sich der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler mit eben diesem Fritz „Fiete“ Honka auseinander und zeichnet ein drastisches Bild einer gescheiterten Existenz, die ihre Opfer bevorzugend in der Absturzkneipe „Zum goldenen Handschuh“ am Hamburger Berg kennenlernte. Er nimmt seinen Leser und Zuhörer mit in eine kaputte Welt, die gekennzeichnet ist durch Gewalt, Missbrauch, Elend, Verbrechen und Alkohol-Exzessen. Und führt sie gleichzeitig in die noblen Elbvororte, in denen zwar das Geld wohnt, aber längst nicht alles besser ist. Schließlich treffen diese beiden scheinbaren Paralleluniversen ausgerechnet im goldenen Handschuh zusammen und offenbaren die bittere Erkenntnis, dass eigentlich alle Menschen der Wunsch nach dem persönlichen Glück eint, jedoch die Ausgangslage zur Erlangung dieses Glücks in vielen Fällen denkbar ungünstig ist.

Erstmals kommt HEINZ STRUNK in einem seiner Romane ohne Autobiografisches aus, dennoch ist „Der goldene Handschuh“ unverkennbar ein Buch aus „Heinzers“ Feder. Wie üblich leiht er im Hörbuch seinen Protagonisten eine Stimme, die kaum ausdrucksstärker und realistischer sein könnte. Der hanseatische Zungenschlag passt bestens zu den bemitleidenswerten Figuren, derer sich der Schreiber mit Detailtreue und erzählerischer Besessenheit annimmt. Gleichzeitig verschweigt Strunk nichts von der unmenschlichen Gewalt, mit der Honka den Frauen zusetzte, die als ältere, alkoholkranke Prostituierte am Rande der Gesellschaft standen und eigentlich nicht anders als Honka selbst von einem anderen, besseren Leben geträumt haben, das jedoch allen Beteiligten verwehrt blieb.

„Der goldene Handschuh“ ist ein Hörbuch, das unter die Haut geht. Phantastisch-düster, grell-komisch und unendlich traurig. Wer lieber selbst lesen möchte, kann dies natürlich auch tun, denn zeitgleich erscheint beim Rowohlt Verlag auch die Buchausgabe (ISBN 978-3-498-06436-5 – www.rowohlt.de). Außerdem wird es auch eine ausgiebige Lesereise geben.

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