Terrorverlag > Blog > HELLOWEEN > Keeper of the seven Keys – The Legacy

Band Filter

HELLOWEEN - Keeper of the seven Keys – The Legacy

VN:F [1.9.22_1171]
Helloween-Keeper-Legacy.jpg
Artist HELLOWEEN
Title Keeper of the seven Keys – The Legacy
Homepage HELLOWEEN
Label STEAMHAMMER/ SPV
Veröffentlichung 28.10.2005
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Was ist nicht alles im Vorfeld über diese Scheibe geschrieben und fabuliert worden. Einerseits Marketingstrategie, um an alte Erfolge der 80er anzuknüpfen mit dem Quasi dritten Teil, andererseits mutig von der Band, das auch wirklich unter diesem Banner durchzuziehen. Wohlwissend, wie polarisierend allein der Titel wirken wird, unabhängig von der enthaltenen Musik. Dass HELLOWEEN mit „The Legacy“ auch nur ansatzweise an alte Keeper-Glanztaten würden anknüpfen können, hat wohl niemand ernsthaft erwartet. Ganz andere Zeit, ganz andere Band. Also sollte man das Werk eigentlich losgelöst von den ersten beiden Teilen sehen. Aber lasst euch überraschen…

Los geht’s mal gleich mit dem 14-minütigen (!) Opener „The King for a 1000 Years“! Intro von einem Narrator gesprochen, dann Akustik-Einstieg mit etwas tieferem Deris-Gesang und weiblichen Backings, bevor es nach gut 2 Minuten klassisch bombastisch abgeht. Unnachahmlich HELLOWEEN, Dramatik gepaart mit süßlichen Melodien. Typisches Weik-80er-Riffing trifft auf modernes Drumming. Schlägt für meinen Begriff auf jeden Fall den 14-minüter „Keeper of the Seven Keys“ (von Keeper II), kommt aber natürlich nicht an den 13-minütigen Übertrack „Halloween“ (vom ersten Teil) ran! Trotzdem ungewöhnlicher Einstieg in diese 78-minütige Doppel-CD, die auch noch den Clip zur ersten Auskopplung „Mrs. God“ enthält. Weshalb man das Ganze nicht auf eine Einzel-CD gepackt hat? Keine Ahnung. Technisch ist das ja bekanntlich kein Problem. An dem Gesang von Deris werden sich auch weiterhin die Geister scheiden. Fakt ist jedenfalls, das er absolut brillant singt und auch die tieferen Tonlagen diesmal nicht auslässt. Kiske war damals gesanglich keinen Deut besser. Das stampfende „The Invisible Man“ tönt dann zu Beginn eine Ecke moderner, bevor eine atmosphärische Key-Passage einsetzt und der Song in einen typischen HELLOWEEN-Chorus mündet. Auf eine harte Doublebass-Passage folgt eine Piano/ Akustik-Sektion mit ausuferndem Gniedel-solo. Sehr sperrig insgesamt der Song und ein wenig SAVATAGE-bombastisch. Auf jeden Fall keine easy-listening-Kost. Das unterstreicht allerdings gleich zu Beginn der Scheibe nachhaltig den von der Band an sich selbst gestellten Anspruch. Das folgende „Born on Judgement Day“ wäre schon eher ein typischer Opener gewesen, kommt er doch „I’m Alive“-mäßig highspeedig daher und ballert straight durch. Geil! Ebenso geil auch das unverkennbare ’weeni-Solo. Weshalb man sich allerdings zum Ende hin in Percussion-Instrumental-Gedudel verwirrt, bevor wieder ein geiles Doublebass-unterlegtes Solo folgt, ist nicht nachvollziehbar. Kann man Live einbauen, aber auf Scheibe weglassen. Mit „Pleasure Drone“ bekommen wir ebenfalls klassischen Uptempo-Powerstoff geboten. Kurz, knackig, auf den Punkt. Die erste Single-Auskopplung „Mrs. God“ ist auf Grund seiner melodischen Ausrichtung auch gleich als solche zu erkennen. Ein simpler Rocker mit harten Gitarren und süßlichem Refrain und eingestreutem typischem HELLOWEEN-Humor zum Ende hin. „Silent Rain“ beschließt dann die erste CD wieder typisch speedig und könnte auch auf Keeper II stehen. Deren Opener „Eagle Fly Free“ stand wohl Pate. Unüberhörbar außerdem, dass das Gitarren-Team endlich mal wieder richtig miteinander harmoniert und brilliert. „Neu-Klampfer“ Sascha Gerstner hat sich endgültig eingefügt.

CD 2 wird dann von witzigen Samples eröffnet, es ertönen unter anderem etliche Schnipsel alter HELLOWEEN-Hits im Hintergrund. Womit die Band wieder einmal den Beweis antritt, sich selbst nicht immer bierernst zu nehmen. „Occasion Avenue“ ist dann ein geiler BombastRocker, Song des Albums für mich! Können sich all die Millionen HELLOWEEN-Klone weltweit anhören, wie man’s richtig macht. Und das auf 11 Minuten Länge! Auf dem balladesken „Light the Universe“ glänzt dann Gastsängerin Candice Night mit einigen geilen Passagen. Der Song an sich sollte auch in Power Metal-untypischen Gefilden seine Freunde finden. Bei vernünftiger Promo könnte das Ding als Single sogar richtig gut gehen. Eine absolut geile, an SAVATAGE-Klassiker angelehnte, Power-Ballade mit genialem Ohrwurmchorus und fantastischer Melodie. Bitte Live aufführen! Beim folgenden „Do You Know what you´re Fighting For“ packt einen unweigerlich der rockende Groove, und das folgende „Come Alive“ ist auch eher unmetallisch-rockig, hat aber einen coolen Chorus. „The Shade in the Shadow“ beginnt mit schwerer Hammond-Orgel und bretzelt dann mit einem harten Riff los. Der Refrain ist einfach unwiderstehlich und perfekt zum mitbrüllen geeignet. Großartige Uptempo-Granate! Mit „Get it Up“ gibt’s auch einen typischen HELLOWEEN-fröhlich-Song, während der Rausschmeißer „My Life for One more Day“ noch mal richtig gut losballert und die speedigen Trademarks der Band markiert. Etliche klassische Reminiszenzen an die eigene Vergangenheit sind auch zu vernehmen. Geiler Abschluss!

Summasumarum also in der Tat, wie vorher von der Band angekündigt, keine schwache Sekunde auf „Keeper… – The Legacy“ enthalten! Nach den ersten 2 bis 3 mal Hören dachte ich auch noch etwas anders da drüber, aber mittlerweile hat die Scheibe ihre Wirkung entfacht und gehört zu den absoluten Top-Releases im HELLOWEEN-Katalog. Knapp 20 Jahre nach den beiden Keeper-Geniestreichen schließt sich tatsächlich der Kreis, und HELLOWEEN knüpfen dort an, wo sie damals schon hätten weitermachen sollen. Somit ist es auch absolut legitim, dieses bärenstarke Werk mit dem Keeper-Titel zu belegen. Auch wenn es eine andere Zeit mit einer anderen Mannschaft ist. Einen solchen Streich wünscht sich der Altmetaller natürlich auch mal wieder von anderen Säcken wie PRIEST und MAIDEN (letzte beide Scheiben jeweils ziemliche Rohrkrepierer), METALLICA oder SLAYER (sollten sich ihre 80er-Geniestreiche beide mal wieder in die Lauscher schmieren!). HELLOWEEN haben hiermit gezeigt, wie’s geht. Und allen anderen Melodic Power Metalcombos, wer nach wie vor die Macht ist! KAUFEN!
MOSES

———————————————————————————————————————————————————-

Als Macho „par excellence“ marschiert Andi Deris durch das aktuelle Video von HELLOWEEN. Der Sänger von Deutschlands Melodic-Metal (Vorsicht: Schublade!) Vorzeigeband rennt hier Hintern klatschend und anbaggernd durch die Stadt der Engel (Los Angeles) und bekommt es prompt mit „Mrs. God“ zu tun. Er muss zur Strafe seine stolze Mähne lassen und als Skin seine Degradierung vom Engel zum Menschen erleben. (Macho-Ole meint: „Gute Wahl der weiblichen Videobesetzung! Ich hab da ja nicht mehr so viel zu verlieren, falls „Mrs. God“ dies hier liest!)

Diese filmische Fassung der ersten Singleauskopplung bestätigt nur meine Vermutung über das mit Spannung erwartete Meisterwerk „Keeper of the Seven Keys – The Legacy“. Denn die Vermarktung setzt unter anderem auf die weiblichen Fans, die den Metal ja nicht erst seit gestern mehr und mehr in ihr holdes Herz geschlossen haben. Viel Getöse hat die Ankündigung erzeugt, dass HELLOWEEN eine Fortsetzung ihres Klassikers „Keepers of the Seven Keys“ planen. Wie auf Befehl kam auch Herr Kiske, ihr damaliger Frontmann aus der Versenkung und kritisierte mit plumpen undifferenzierten banal-christlichen Pseudoargumenten die gesamte Metalszene. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit hätte sich das Management von HELLOWEEN kaum wünschen können. Dabei hätten die auf CD gebannten Klänge es überhaupt nicht nötig gehabt, in dieser Form in das Licht der Öffentlichkeit gerückt zu werden. Denn wie ich bei der Single schon vermutet hatte, HELLOWEEN strotzen hier vor Spielfreude, guten Ideen, Ohrwürmern, kreativen Intros, Selbstironie und einer Produktion erster Güte. Aus meiner Sicht ist es wirklich kein Wunder, warum sie sich an ihr zweitgrößtes Werk anlehnen. Ja, ihr habt auch recht, wenn ihr sagt, dass es teilweise „Popmusik“ ist. Aber wirklich gut gemachte, und live werden sie uns wieder die Ohren wegblasen, vor allem mit „The Invisible Man“, „Born on Judgment Day“ oder „Occasion Avenue“ treiben sie melodisch, aber zum Glück immer noch hart nach vorne.

Das Album besticht als Doppel-CD-Ausgabe durch seinen Abwechslungsreichtum, gleich 13 teilweise überlange Songs gibt es hier für die harten Euros. Das bereits erwähnte „Occasion Avenue“ und „The king for a 1000 Years“ sind dabei wieder zu Hymnen alter Prägung geworden. Hier kommt wirklich das „Future World“ Feeling der ersten „Keeper“ Scheibe wieder auf. Niedlich ist dabei, wie sich bei Erstgenanntem jemand durch diverse Radioprogramme switched und bei jedem Sender auf HELLOWEEN Songs früherer Tage und skandierenden Fans stößt. Auch ist auf diesem Silberling eine weibliche Stimme zu hören: „Light the Universe“ featured eine gewisse „Candice Night“. Dieser Song und „Come Alive“ sind dabei meine persönlichen Favoriten. „The Shade in the Shadow“ wiederum zeigt auf, wofür HELLOWEEN eigentlich steht. Kurze immer wiederkehrende Gitarrenläufe, wie sie nur das Duo Weikath/ Gerstner entwickeln. Desweiteren bin ich ja mal gespannt, wie VIVA oder MTV auf „Mrs. God“ reagieren. Schon lange habe ich, aus dem Metalbereich, keinen solchen Song mit so viel Potential für die Singlecharts gehört. Vermutlich muss man BON JOVI heißen und über den großen Teich zu uns herüber schwappen, um bei den bornierten Weichspülern in den Musikkanälen für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Mit „Keeper of the Seven Keys – The Legacy“ haben sich HELLOWEEN kraftvoll und beeindruckend zurückgemeldet. Dieses Ding ist, nicht nur weil es ne CD ist, einfach rund geworden. Andi Deris (vocals), Michael Weikath (guitar), Markus Großkopf (bass), Sascha Gerstner (guitar) und Dani Löble (drums) haben hier einen dritten Höhepunkt ihres Gesamtwerkes erstellt, und an Halloween lief HELLOWEEN bei mir rauf und runter. Zu Weihnachten werden meine Kids das Ding bekommen, Ihnen wird es gefallen. (Hey, verratet mich aber nicht. Es soll doch eine Überraschung sein!)

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Helloween 'Keeper of the seven Keys – The Legacy' Tracklist
1. The King For A 1000 Years Button MP3 bestellen
2. The Invisible Man Button MP3 bestellen
3. Born On Judgement Day
4. Pleasure Drone Button MP3 bestellen
5. Mrs. God Button MP3 bestellen
6. Silent Rain Button MP3 bestellen
Helloween 'Keeper of the seven Keys – The Legacy' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) € 3 € 15,92 Online bestellen
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 1,29 Online bestellen
Amazon MP3 Downloads Amazon MP3 Downloads - € 9,19 Online bestellen
HELLOWEEN - Weitere Rezensionen

Mehr zu HELLOWEEN