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ICON & THE BLACK ROSES - s/t

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Artist ICON & THE BLACK ROSES
Title s/t
Homepage ICON & THE BLACK ROSES
Label DARK WINGS/ SPV
Veröffentlichung 26.04.2004
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

ICON AND THE BLACK ROSES ist eine fünfköpfige Darkrock-Combo aus Portugal, die jetzt mit dem gleichnamigen Album ihr grandioses Debüt vorgelegt hat. Seit 1999 spielen Sänger Johnny Icon, Keyboarder Adam Nox, Bassist Sean Rose und Drumer Mike Thorn bereits zusammen – und, weiß Gott, sie sind wirklich keine Anfängerband mehr. Das Album klingt eher nach einer Menge Gigerfahrung und nach talentierten Perfektionisten. Das solide gezimmerte Rockstückchen „Black Rose“ macht den Anfang: Wer sich hier irgendwie an HIM (z. B. „A Funeral of Hearts“?) erinnert fühlt, liegt sicher nicht vollkommen daneben. Für dieses Déja-Vu sorgen schon alleine Johnnys tiefe, glamouröse Akzente setzende Stimme, die psychedelischen Keyboardeffekte und manche Gitarrenriffs. Aber schon im Beginn des Refrains „Because your soul is black, you fear the sun, wind and rain/ And would never let them to shine, blow or fall on your grave“ ist ein deutlicher Unterschied zu good old Ville zu hören: Johnny ist sich neben allem gutturalen Gegluckse nicht zu schade, den Hals auch mal aufzumachen und beinahe metallisch zu krächzen. Er hat mehr drauf, als bloß lasziv sein Timbre spielen zu lassen; bei ihm steckt echte Power in den Stimmbändern. Im zweiten Track, „Endless“, wo erneut mit fetten Gitarrenparts gepunktet wird, klingt Johnny zwar softer. Aber „Endless“ schlängelt sich ohne Widerstände direkt durchs Ohr ins Ohrwurmzentrum und hakt sich da unnachgiebig fest. Das gilt aber auch für das hochmelodische „Crucify Your Love“. In diesem Stück bringt Johnny endgültig seine stimmlichen Möglichkeiten voll zur Geltung – der Refrain „Sometimes you scream, sometimes you pray/ Sometimes you pray/ Sometimes you feel like sorrow is your only choice my love“ ist einfach wunderbar gesetzt, hochemotional, wirklich schön. Auch das Gitarrensolo läßt keine Wünsche offen. Und all das kombiniert mit intelligentem, nicht platt zusammengestückeltem Text.

Jungs, das kann nur schlechter werden, sollte man meinen: Doch falsch gedacht. „Dreams And Silver Tears“ ist keinesfalls ein qualitativer Abstieg. Doch nach so vielen rockig-balladesken Tracks könnte auch mal ein Song aus der Reihe tanzen, finde ich. Dieser Wunsch wird mit „Angel“ nicht wirklich erfüllt. Nicht mißverstehen: Auch diese Nummer hat alles, was einen guten Song ausmacht: Der Hörer klopft unwillkürlich den Takt mit, könnte mühelos den Refrain mitsingen, ohne daß dieser zu simpel strukturiert wäre, es finden sich keine Längen. Dennoch: Das ist, nach meinem Musik-Verständnis, die Pflicht. Wann kommt die Kür? Sie folgt auf dem Fuße, und zwar mit „Remember“: Hier darf eine leider namentlich nicht bekanntgegebene Sängerin den Refrain zieren. Endlich kriegt das Album die Vielseitigkeit, die von einer wirklichen guten Band durchaus gefordert sein darf. Dieser Song hat Tiefe, wiegt schwer und hinterläßt einen wirklich fundamentalen Eindruck. Eine leidenschaftliche Hymne, die sogar noch länger sein dürfte. Kompliment.

Nach dem etwas überflüssigen „Sweetest Emptiness of Love“ zieht „Black Cage“, wieder etwas schneller, ordentlich vom Leder. Die grandiose Ballade „Who Do You Hurt Now?“ steht auf dem Album an neunter Stelle und hat latent hypnotischen Charakter; ich könnte sie in Dauerrotation hören. ICON AND… machen die Emotionen fast plastisch greifbar, die Verzweiflung, den Schmerz, die Wut. Zeit für ein Rüschenhemd, sollte man meinen: doch halt! Das hier ist kein sinnentleertes Pathos, sondern hat echte Substanz. Als zehnter Track kommt lässig ein alter Bekannter daher: „Running up that Hill“. KATE BUSH mal wieder. Sie wird in letzter Zeit ja gern gecovert… ich mag diese Version lieber als die von WITHIN TEMPTATION. Warum? Schwer zu sagen. Die Version von ICON AND… ist nicht so anstrengend, nicht so künstlich aufgeregt. „Set me on Fire“ ist wieder eine Eigenproduktion und einer der härtesten Beiträge dieses Debüts. So macht Herzschmerz doch mal wieder Spaß! Live sind hier bestimmt Ohrstöpsel eine gute Idee, falls ICON AND… die Zeile „Louder than love“ wörtlich meinen. Der letzte Track des Albums ist „Diamond Baby“. Hm. Kein wahrer Rausschmeißer. Diesen unauffälligen Song hätte die Band besser in der Mitte des Albums plaziert. Aber dennoch: Kaufen!

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Icon and the Black Roses 's/t' Tracklist
1. Black rose
2. Endless
3. Crucify your love
4. Dreams and silver tears
5. Angel
6. Remember
7. Sweetest emptiness of love
8. Black cage
9. Why do you hurt now?
10. Running up that hill
11. Set me on fire
12. Diamond baby
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