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IGORRR - Nostril

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Artist IGORRR
Title Nostril
Homepage IGORRR
Label AD NOISEAM
Veröffentlichung 05.11.2010
Leserbewertung
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7.8/10 (97 Bewertungen)

Wenn man als Tontechniker zu wenig zu tun und damit Langeweile hat, kann man ja einfach mal schauen, was man im Studio so für Aufnahmen hat, diese durcheinandermischen, mit Breakcorebeats/ Industrialsounds anreichern und sich überraschen lassen, was letztendlich dabei rauskommt. Jedenfalls ist es fraglich, wie sonst ein Werk à la „Nostril“ überhaupt hätte entstehen können. Denn auf dieser VÖ findet sich alles mögliche: klassische Musik, Metal, Industrial, IDM, Folklore – aber sich wirklich festlegen, das will man offensichtlich nicht.

Nach ordnenden Strukturen wird man jedenfalls vergebens suchen, denn „Nostril“ scheint Musikalischer Dadaismus par excellence zu sein. Ob nun ein Lied nur von einer Geige zusammengehalten wird, eingebunden in Opernchöre, nur um dann Chansonneske Melodien zu begleiten und schließlich nach einigen pulsierenden Breaks auf einem Rodeoabend irgendwo in Texas zu enden. Ob Industrialsounds plötzlich abrupt ein Ende finden und ein Klavier anfängt zu spielen, dessen Musik auch als Stummfilmuntermalung dienen könnte und dann auf einmal Metalriffs und urplötzlich folkloristische Töne folgen. Wirklich folgen kann man dem Fluss der CD nur selten. Zwischen alledem gibt es noch Effekte wie Scratchen oder Verlangsamen oder Beschleunigen des Tempos mit oft sehr unerwarteten Brüchen oder es wird eine Melodie einfach mal orchestral, mal in Rockformation und dann im Elektrogewand präsentiert. Einen wirklichen Rahmen bietet das allerdings auch nicht immer, sorgt aber für zwischenzeitlich halbwegs für nachvollziehbare Übergänge

Die Frage, ob dann doch alles zusammenpasst oder nicht, kann man letztendlich nicht beantworten, sie rückt stattdessen schnell in den Hintergrund. Man fragt sich eher, ob das Album überhaupt eine Logik haben soll. Somit erübrigt sich dann auch auch die Frage, ob das Material nun gut oder schlecht ist, denn angesprochen werden soll ja ohnehin eine Minderheit, die mit experimentellen Sounds etwas anfangen kann. Und man sollte vorliegende CD auch nur dann kaufen, wenn man sich von dem ästhetisch zwischen interessant und abstoßend zu bewertenden Artwork nicht gleich abschrecken lässt. Aber durch diesen optischen Überbau wirkt „Nostril“ dann immerhin letzten Endes doch ein bisschen wie aus einem Guß…

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