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IN BATTLE - Welcome to the Battlefield

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Artist IN BATTLE
Title Welcome to the Battlefield
Homepage IN BATTLE
Label METAL BLADE/ COLD RECORDS
Veröffentlichung 27.09.2004
Leserbewertung
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Der Schlachtplan hat sich geändert. Für zwei Alben waren IN BATTLE Vertreter der mystischen Black Metal Lehre, sangen von Odin und Wikingern. Doch die wüsten Kämpfe forderten ihren Tribut, ein tapferer Soldat nach dem anderen verabschiedete sich mit Medaille und Urkunde aus dem Dienst und als sich der Anführer der einstmals mächtigen Truppe, John Frölen, schließlich allein und frei in der feindlichen Sperrzone wiederfand, trat auch er schmerzenden Herzens den Rücktritt an. Fünf Jahre benötigte er, um erneut eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, und die Welt ward eine andere. Der Krieg ist härter geworden, technischer und unübersehbarer, die Zahl der Gegner erhöht sich täglich. Und so rüstete Frölen seine Männer um, ersetzte die schwarzen Mäntel mit dem Gewand des Todes und unterstellte sich dem Befehl eines berühmten Feldherrn.

Dessen Name lautet Eric Rutan, einstmals Befehlshaber bei den MORBID ANGEL der „Domination“ und „Formulas Fatal to the Flesh“-Ära und mit der Rolle des Produzenten, mit der nun auf „Welcome to the Battlefield“ aufmerksam gemacht wird, wohl vertraut. „Conquerors of Armageddon“ der brasilianischen Höllenhunde KRISIUN entstand ebenfalls unter der Ägide seiner sicheren Hände und auch dieser Titel kündete von der Nähe zum Feldzug, zum Wühlen im Schlamm und Kriechen durch blutige Gräben. Für IN BATTLE entwickelte er einen extrem mechanischen, präzisen Klang, der nicht wie die Spitze eines Bajonetts glänzt, sondern eher matt schimmert wie der Lauf eines Gewehrs – äußerst beeindruckend und in den ersten Sekunden von eindrucksvoller Militanz, doch zugleich wenig organisch und für Viele gewiss gewöhnungsbedürftig. Die Band macht es dem geneigten Hörer ebenfalls nicht einfach, da sie wenig Wert auf gepflegtes Taktieren oder ausführliche Lagebesprechungen legt, sondern sich stattdessen wild entschlossen und mit dem Messer zwischen den Zähnen in einem irren Tempo vorpirscht. Die Gefolgschaft in der Form von stoisch marschierenden Bässen und einer Kavallerie aus trampelndem Schlagzeug legt derweil eine Schicht aus schwerem Teer, über die sich Panzerkolonien aus simpel-effektiven Riffs bewegen, nervös zuckend, züngelnd und schneidend. Nur in den seltensten Momenten reißt eine Granate aus hinterhältigen Breaks die Oberfläche auf und zwingt die Armee zum langsameren Voranschreiten, doch schon bald hat sich die Phalanx wieder einträchtig geformt. Die ansonsten so beliebten Soli verkriechen sich diesmal weit hinter der Demarkationslinie, Rutan greift einmal selbst zur Klampfe („Serpents“), überlässt aber den Moment der Ehre in „Eld Jättar“ Saitengrenadier Hasse Carlsson. Was der eine als deftige Kost loben wird, mag für den anderen des Guten zu viel erscheinen: Auf dem Menü steht hier jedenfalls nur rohes Fleisch, die Kartoffeln und den Salat muss man sich wo anders bestellen. Während SOTAJUMALAs „Death Metal Finland“ (das man gar nicht genug loben kann) bei aller Traditionsverbundenheit regelmäßig auf neue, unbekannte Horizonte verweist, bleibt „Welcome to the Battlefield“ ein Kind des vorigen Jahrhunderts.

Nur in dem Death n Roll von „King God“ blitzt der visionäre Funke kurz auf, vor allem aber im abschließenden „Mass Produced Hybrid Humans“. Im Titel ein Seitenhieb auf FEAR FACTORY, klangtechnisch nahe an MACHINE HEAD und mit seinen blitzsauberen und bizarren Szeneriewechseln fast schon progressiver Natur. Man sieht die glaukomisch aufgerissenen Pupillen schon vor sich und weiß: Mehr davon und die Band ist reif für den Sondereinsatz. Bis dahin reicht ihr neues Album immerhin für einen Achtungserfolg und einen bescheidenen Heldenempfang zuhause.

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In Battle 'Welcome to the Battlefield' Tracklist
1. Shunned by life
2. Madness Button MP3 bestellen
3. Eld jättar
4. Scorched world
5. Soul metamorphosis
6. Despoter
7. Serpents Button MP3 bestellen
8. Blood divine
9. Stonefaced mountains
10. King god Button MP3 bestellen
11. Mass produced hybrid humans
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