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INCUBUS - A Crow left of the Murder

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Artist INCUBUS
Title A Crow left of the Murder
Homepage INCUBUS
Label EPIC/ SONY
Veröffentlichung 02.02.2004
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Der Blick ging diesmal nicht hinaus auf den Strand. Für „A Crow left of the Murder“ begaben sich INCUBUS in die Stadt, folgten dem Ruf ihres selbsterwählten neuen Produzenten Brendan O’Brien nach Atlanta und schlossen sich von Montag bis Freitag im Studio ein. Dass Grenzen und Gruppenzwänge dabei der Vergangenheit angehören sollten, setzte Bassist Dirk Lance gleich unerwartet und unkonventionell um und verließ die Band nach zwölf langen und erfolgreichen Jahren. Keine idealen Voraussetzungen somit für ein Werk, dessen Bedeutung man im Vorfeld bereits unentwegt betont und in die Höhe getrieben hatte.

INCUBUS gehörten durchaus nicht zu den Bands, denen man mangelnde Bereitschaft zu Auf- und Umbruch vorwerfen konnte und dass man sie nie so richtig ernst nehmen wollte, lag weniger an musikalischem Talent, Mangel an instrumentaler Fingerfertigkeit oder der Qualität der stets aufs Neue überzeugenden Alben, sondern wohl eher an der verspielten Beach Boys-Ausstrahlung des Gefüges und den schönen Haaren von Frontmann Brandon Boyd. Der singt nun nicht mehr ausschließlich barfuss und auch der Rest der Truppe kommt nicht mehr ganz so sehr auf leisen Sohlen daher wie noch auf dem letzten Album. Was nicht zuletzt an Neuzugang Ben Kenney, ehemals bei den HipHop-Heroen THE ROOTS eingestellt liegt, dessen Bass zwar die für den richtigen Groove obligatorische Lässigkeit besitzt, aber auch mühelos einen Gang höher schaltet, um Refrains oder Instrumentaleinlagen den nötigen Biss zu verleihen. Überhaupt scheint das Motto von „A Crow“ Präzision und Konzentration zu sein und so werden Soloeinlagen im Stile der 70’er nur kurz angedeutet und selbst die ausgefallensten Harmonieschemata drehen nie völlig ab, sondern finden stets ihren Weg zurück zum Diktat des Beats und der Kraft der Riffs. Mit wenigen Ausnahmen führt das zu einer beeindruckenden Riege an starken Tracks, die sich niemals wahllos in den eigenen Emotionen suhlen, sondern stattdessen einen ungeahnten und ansteckenden Optimismus an den Tag legen. Und so endet das Album nicht traditionellen Denkmustern verpflichtet mit der in sich selbst versunkenen Gänsehautballade „Here in my room“, sondern erhobenen Hauptes und dem Wind im Haar.

Das Merkwürdige an der Sache: Bei aller Offenheit für Experiment und Exegese ist eine Scheibe herausgekommen, die bodenständiger nicht sein könnte und an mehr als einer Stelle an eine andere, von O’Brien betreute Band erinnert: PEARL JAM. Auch die haben zunächst beim Publikum mehr Zuspruch erfahren als bei den Kritikern, doch sich durch konsequente und konsistente Arbeit den verdienten Respekt erkämpft. Dass „A crow left of the murder“ dennoch gar nicht verbissen wirkt, sondern richtig Spaß macht, hat einen einfachen Grund: Am Wochenende ging es dann natürlich doch zum Surfen an den Strand.

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4. Talk Show On Mute Button MP3 bestellen
5. Beware! Criminal Button MP3 bestellen
6. Sick Sad Little World Button MP3 bestellen
7. Pistola Button MP3 bestellen
8. Southern Girl Button MP3 bestellen
9. Priceless Button MP3 bestellen
10. Zee Deveel
11. Made For TV Movie Button MP3 bestellen
12. Smile Lines
13. Here In My Room
14. Leech
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