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INSOMNIUM - Winter’s Gate

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insomnium
Artist INSOMNIUM
Title Winter’s Gate
Homepage INSOMNIUM
Label CENTURY MEDIA
Veröffentlichung 23.09.2016
Leserbewertung
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9.3/10 (4 Bewertungen)

Die Finnen INSOMNIUM verwöhnen uns bereits seit vielen Jahren regelmäßig mit hochklassigen Melodic-Death-Alben und haben dabei schon so manches Mal für positiv überraschte Gesichter gesorgt, zum Beispiel mit der unerhörten Melodiösität auf „Since The Day It All Came Down“ oder der erstaunlichen Vielseitigkeit auf „One For Sorrow“. Für das nun vorliegende siebte Album „Winter’s Gate“ hat man sich etwas ganz Besonderes überlegt: Es handelt sich um ein Konzeptalbum, bestehend aus nur einem einzigen 40-minütigen Song. Das besagte Konzept ist die bereits vor zehn Jahren geschriebene, gleichnamige Kurzgeschichte von Sänger und Bassist Niilo Sevänen, die bereits mehrere Preise eingeheimst hat. Es geht darin um eine Gruppe Wikinger, die trotz des nahenden Winters unterwegs ist, eine Insel im Nordwesten Irlands zu finden.

Die spätherbstliche See ist rau, und so beginnt das Opus konsequenterweise mit einem stürmischen Blastbeat und eine regelrechte Kaskade an Sound, Melodie und Pathos prasselt auf einen hernieder, dass es nur so kracht. INSOMNIUM pur, von Anfang an! Ich werde an dieser Stelle bewusst darauf verzichten, „Winter’s Gate“ chronologisch in seine  Bestandteile zu zerlegen. Das würde der Art und Weise, wie hier Melodien aus dem Gewitter entstehen, ineinander verwoben und zu Themen aufgebaut werden, die wiederum ausgeweidet, modifiziert und in anderem Gewand wieder aufgegriffen werden, in keiner Weise gerecht. Dieses Werk ist weit mehr als nur die Summe der einzelnen Teile, die ohnehin im Hause INSOMNIUM über die Jahre immer vielfältiger und komplexer geworden sind, und offenbar nach wie vor werden. „Winter’s Gate“ treibt unaufhörlich durch das weite Nordmeer an Einflüssen aus schwedischem Death Metal, typisch finnischer Düsternis und Melancholie, schwerem Doom, jeder Menge nordischem Grimm und neuerdings sogar Psych-Prog á la MONKEY3 oder CRIPPLED BLACK PHOENIX. Tatsächlich trifft der Begriff Progressive Metal hier ohnehin zu, nicht nur im Hinblick auf die Komplexität der Musik, sondern auch und vor allem angesichts des detailverliebten, feingliedrigen Arrangements der Komposition. In dieser finden sich keinerlei Hänger, zu abrupte Stimmungswechsel oder egozentrische Break- und Frickelexzesse. Stattdessen klingt „Winter’s Gate“ absolut rund und schickt den Hörer auf eine spannende Reise mit vielen Höhepunkten, die sich zwar stets auf beinahe sanfte Art ankündigen, aber dennoch nie vorhersehbar wirken, und ist dabei zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise langweilig. Und am Ende hat man das angenehme Gefühl, wieder in dem sicheren Hafen angekommen zu sein, von dem man zuvor in See gestochen ist.

Fazit: „Winter’s Gate“ ist nicht nur ein extrem ambitioniertes Album, sondern schlicht und (buchstäblich) ergreifend ein Meisterwerk, mit dem sich INSOMNIUM selbst ein Denkmal setzen. Jeder Freund skandinavischer Metal-Klänge sollte hier sämtliche Ohren riskieren.

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