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ÌON - Madre, Protégenos

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Artist ÌON
Title Madre, Protégenos
Homepage ÌON
Label EQUILIBRIUM MUSIC
Veröffentlichung 16.10.2006
Leserbewertung
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8.0/10 (6 Bewertungen)

Kommerz ist nicht alles. Wer füllt diese Binsenweisheit besser mit Leben als der Ire Duncan Patterson, der sich von Projekt zu Projekt mehr vom Mainstream entfernt. Waren bzw. sind ANATHEMA noch Stars in ihrem Genre, wurde es mit ANTIMATTER zunehmend intimer und das Ende der persönlichen musikalischen Reise scheint nun mit ÌON erreicht, was das gälische Wort für die Bezeichnung „rein“ darstellt. Rein und pur soll sie also sein, die Musik, welche der eigenbrötlerische Mastermind mit Hilfe einer stolzen Armada von Gastkünstlern erschaffen hat. Was zur Folge hat, dass sich eine ganze Reihe internationaler Einflüsse im Sound niederschlagen, vornehmlich Mediterrane, denn insbesondere die sangesfähigen Herrschaften stammen zum guten Teil aus Italien, Griechenland und Mexiko. Bzw. eigentlich Damenschaften, denn neben der Stammaktrice Emily Saaen aus Russland finden sich noch haufenweise weitere weibliche Sangestalente, insbesondere Marcela Bovio sollte hier genannt werden, welche dem Kollegen Moses schon mehrfach mittels STREAM OF PASSION den Kopf verdreht hat.

Diese Heavenly Voices in Verbindung mit Instrumenten wie Flöte, Mandoline, Harfe, Akustikgitarre oder Piano ergeben ein sehr intimes, reduziertes Klangbild. Wie die stillen Momente von ANTIMATTER kombiniert mit Ethno- bzw. Weltmusikklängen. Das erfordert schon die ganze Aufmerksamkeit des Zuhörers und sollte am besten in den eigenen vier Wänden ohne Störung von außen konsumiert werden, sonst werden die Feinheiten im Ätherstaub untergehen. Düster und melancholisch beizeiten doch nicht ohne leise Hoffnungsstrahlen, so sieht ÌONs Kosmos überwiegend aus, in dem die verschiedenen Sprachen für unterschiedliche Akzente sorgen. Neben 2 Instrumentals fällt insbesondere das irische Traditional „Goodbye Johnny Dear“ auf, welches dem Vernehmen nach von Johnny Patterson, einem direkten Vorfahren Duncans, im 18. Jhdt. Verfasst wurde. Die Musikalität liegt also seit Generationen im Schoss der Familie.

Einzelne Titel hervorzuheben scheint im Kontext dieses Albums sinnlos, da die Miniaturen nur als Ganzes funktionieren. Die Zielgruppe ist sicherlich begrenzt und auch im Gothic bzw. Neofolk-Bereich beheimatet, ein gutes Gespür für Nuancen Voraussetzung für den Genuss. Ein Lob an das portugiesische Label Equilibrium dieses trotz des bekannten Namens eher unkommerzielle Werk herauszubringen. Ob dies nun ein Wendepunkt in dessen Schaffen darstellt und er sich fortan wieder breitenwirksameren Klängen zuwenden wird, das wird eine spannende Frage sein, die auf Antwort wartet. Bis dahin ist der Soundtrack des Winters gefunden…

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