Terrorverlag > Blog > IRON MAIDEN > A Matter of Life and Death

Band Filter

IRON MAIDEN - A Matter of Life and Death

VN:F [1.9.22_1171]
Iron-Maiden-Matter-Life-Death.jpg
Artist IRON MAIDEN
Title A Matter of Life and Death
Homepage IRON MAIDEN
Label EMI
Veröffentlichung 25.08.2006
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

Was wurde im Vorfeld nicht wieder alles philosophiert. Back to the Roots sollte es gehen und doch nicht altbacken werden bei dem neuen Werk. Hört sich an wie bei SLAYER… Die Wahrheit liegt wie immer auffem Silberteller! Und der ist glatt opulente 70 Minuten lang bei lediglich 10 Tracks. Das lässt schon mal Elegisches erhoffen. Der nahezu völlig luschige 08/15-Opener “Different World” lässt einen dann allerdings erstmal schwer schlucken und am Verstand des britischen Flaggschiffs zweifeln. Hat zwar ein feines melodisches Solo der Track und ist schön fix-knackig, ansonsten aber genauso (un-)wichtig wie “Futureal” und ähnliche Belanglosigkeiten aus dem Hause Harris. Puh, durchatmen.

Etwas besser und mit MAIDEN-klassischem, ruhigem Beginn geht “These Colours don’t Run” los. Schlägt allerdings dann auch in einen nicht wirklich begeisternden Mitwipp-Rhythmus um, der einem fatal aus der MAIDEN-Vergangenheit bekannt vorkommt. Bei sich selbst geklaut sozusagen. Bei dem geilen Solo nach 4 Minuten pumpt das Ganze endlich mal richtig MAIDEN-amtlich und ein kleines Leuchten stellt sich ein. Der “Wohohooo”-Part am Ende ist auch wieder schön aus eigenem Altmaterial entliehen. Auch nicht gerade ein vom-Sessel-Feger der Track. Das fängt ja gut an… und dabei war die Vorab-Single so verheißungsvoll! Mit “Brighter than a Thousand Suns” beschwören sie zu Beginn aber endlich Gänsehaut herauf – Bruce singt wie entfesselt und ist „im Song“, was man von den beiden ersten Tracks nicht behaupten kann, klingt sein Gesinge darauf doch eher uninspiriert. Kein Vergleich zu seinen Soloscheiben. Das Break nach zweieinhalb Minuten mit seinem Bass-Thema und der düsteren Melodie und einem beschwörend singenden Bruce D. entschädigt aber schon alleine für alle Schmonzetten seit “7th Son”! Killertrack, der auch über fast 9 Minuten vollkommen fesselt, nach der Hälfte in einen schnellen Part wechselt und die Band nach fast 20 Jahren endlich wieder in absoluter Höchstform zeigt, ohne dass sie bei sich selber klauen müssen! Das man im Solopart noch mal Fragmente zu hören bekommt, die auf den Gottwerken “Somewhere in Time” und “7th Son of a 7th Son” stehen könnten, wagte man ja kaum zu glauben. Hier nachzuhören. Und Bruce „Out of the Darkness“ beschwörend hauchen zu hören ist einfach nur groß, ganz groß! Mit dem gut nach vorn rockenden “The Pilgrim” lehnt man sich sogar an “Powerslave”-Zeiten an, diese ägyptologisch-treibenden Zwischenparts hätte man zum Hauptthema des Songs machen sollen. Anstatt Oberkiller haben wir beim vierten Track also leider nur ein „richtig geil“ zu verzeichnen. Die Soli der Saitenfraktion Murray/ Smith/ Gers sind allerdings auf allen Songs herausragend! Zu Steve Harris prägnantem Bassspiel muss man nichts mehr sagen und was Herr Nicko McBrain mit seinem DIO-Alter noch zusammentrommelt, ist auch phantastisch wie lange nicht mehr. “The Longest Day” fesselt nach ebenfalls ruhigem Aufbau mit knorke Songwriting und einem überirdischen Dickinson, der gar richtig böse klingt an einigen Stellen! Neben, und zwar genau daneben, nicht drüber und nicht drunter, DIO ist und bleibt der kleine Allrounder die unerreichte Ausnahmefigur am Mikro im Metalbereich. Das kürzere “Out of the Shadows” startet sehr vertrackt und wird dann Balladesk. Eine Halbballade mit absolutem Granatenformat, der Refrain ist Killer! Vielleicht mit “Tears of the Dragon” von Bruce’ 2.Soloalbum zu vergleichen, genauso geil auf jeden Fall. Über die Single-Auskopplung “The Reincarnation of Benjamin Breeg” habe ich mich ja schon in dem dazugehörigen Review ausgelassen, ebenfalls ein Mordspfund! Es scheint so, als würde die Scheibe Song für Song mehr Fahrt aufnehmen. Denn es stehen noch zwei neuneinhalb-minüter aus, die Euch alle beide vor der Anlage niederknien und zu Gott Harris beten lassen! Der erste “For the Greater Good of God” gehört zum großartigsten und anspruchsvollsten, was diese Band jemals aufgenommen hat! Der Song hätte ohne Probleme auf “Piece of Mind”/ “Powerslave”/ “Somewhere in Time” oder “7th Son” stehen können! Und diese Alben stehen nicht nur bei mir unverrückbar bis in alle Ewigkeit für die perfekteste Musik, die jemals eine traditionelle Heavy Metal-Band aufgenommen hat bzw. aufnehmen wird!

Ebenso wie SLAYER werden die alten Herren noch mal richtiggehend überirdisch genial und bringen ein Lehrstück für alle Nachwuchskasper raus. Zwischen die beiden Monumentalschinken setzt man noch das flotte “Lord of Light”, bei dem mir Bruce ein wenig zu permanent hoch singt. Trotzdem auch Killertrack und zudem mit recht harten Gitarren. Das abschließende “The Legacy” zeigt einen leise und mystisch singenden Bruce zu Beginn, mit begleitenden Lagerfeuerakustikklampfen. Das baut sich 3 Minuten lang auf, bevor es in einen langsam groovenden einfach nur großen Song übergeht, der etwas an “Rime of the Ancient Mariner” erinnert und dem auch standhalten kann. Mittlerweile bin ich sogar schon so weit zu behaupten, “A Matter of Life and Death” ist geiler als “Brave New World”! Hört Euch einfach nur die einmaligen Twinguitarsoli im letzten Song an und ihr wisst wieso. Eine solche Granate hätte ich (und wohl nahezu alle anderen Fans weltweit) den Herren nie und nimmer mehr zugetraut! Steht definitiv (fast) auf einer Stufe mit den ersten 7 Alben, der letzte Meter wird von den schlappen Songs am Anfang verhindert. Dass die Scheibe auf 1 in den deutschen Charts eingestiegen ist (und auch in Amerika nah dran…) zeigt den immer noch immensen Stellenwert dieser Truppe.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Iron Maiden 'A Matter of Life and Death' Tracklist
1. Different world Button MP3 bestellen
2. These colours don't run Button MP3 bestellen
3. Brighter than a thousand suns Button MP3 bestellen
4. The pilgrim Button MP3 bestellen
5. The longest day Button MP3 bestellen
6. Out of the shadows Button MP3 bestellen
7. The reincarnation of Benjamin Breeg Button MP3 bestellen
8. For the greater good of God Button MP3 bestellen
9. Lord of light Button MP3 bestellen
10. The legacy Button MP3 bestellen
Iron Maiden 'A Matter of Life and Death' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) € 3 € 24,91 Online bestellen
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 7,38 Online bestellen
Amazon MP3 Downloads Amazon MP3 Downloads - € 8,89 Online bestellen
IRON MAIDEN - Weitere Rezensionen

Mehr zu IRON MAIDEN