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IRON MAIDEN - The Final Frontier

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Artist IRON MAIDEN
Title The Final Frontier
Homepage IRON MAIDEN
Label EMI
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.7/10 (9 Bewertungen)

Nachdem ich für mein im Internet teils heiß diskutiertes Preview der neuen IRON MAIDEN CD das Album beim Pressetermin Ende Juni nur einmal anhören konnte, habe ich inzwischen das komplette Werk in der limitierten „Mission Edition“ und der regulären CD-Version vorliegen und die Scheibe jetzt ca. 25 Mal gehört, so dass es nun Zeit für mein finales Review von „The Final Frontier“ ist. Wie ich vorab bereits feststellen musste, ist es nahezu unmöglich, nach nur einmaligem Anhören ein abschließendes Urteil abzugeben, so hat sich meine Meinung zu einigen Songs durchaus verändert, einige Eindrücke sind aber auch gleich geblieben.

Eröffnet wird das fünfzehnte Studioalbum der britischen Metal-Legende durch den zweigeteilten Song „Satellite 15… The Final Frontier“, dessen beide Parts gegensätzlicher kaum sein könnten, denn die ersten viereinhalb Minuten sind eigentlich kein Stück im eigentlichen Sinne, sondern ein progressiv anmutendes Intro, dessen Drumming am Anfang fatal an die Tribaldrums aus BON JOVIs „Keep The Faith“ erinnert, bevor es eher VOIVOD-artig klingt. Mit Teil 2 ist man aber wieder in vertrauten Gewässern, dann ist der Opener eine typische, extrem simpel gehaltene MAIDEN-Nummer, die beim ersten Hören gar eine Spur zu simpel wirkt, sich aber mit jedem Durchgang mehr im Ohr festsetzt und immer mehr zu gefallen weiß. Eine kommerzielle Nummer, die gute Laune verbreitet und über einen tollen Chorus verfügt. Kein Überflieger, aber ganz nett. „El Dorado“ hingegen kann man sich wohl nicht schön-hören. Das Teil ist einfach schwach und belanglos und gehört eindeutig zu den schlechtesten MAIDEN-Songs ever. Auch Dickinsons Sprechgesang wirkt extrem lustlos. Besser ist da schon „Mother Of Mercy“ ausgefallen. Das Stück hätte auch auf den Vorgänger gepasst, ist ein typischer MAIDEN-Rocker und wird keinen Fan der Band enttäuschen. Bruce singt toll und der Song versprüht eine treibende Energie, die sich schon nach kurzer Zeit auf den Hörer überträgt. Wirklich gelungen, allerdings auch noch kein Hit, denn der kommt jetzt erst. „Coming Home“ ist ein Stück, wie man es auf Dickinsons Soloscheiben finden könnte, und zeigt den Sänger in Bestform, hier kriegt man wirklich eine Gänsehaut von den tollen Vocals des Frontmannes. Das Ganze ist episch ausgefallen und eine absolute Hymne mit unglaublich mitreißendem Charakter, die ein wenig an „Tears Of The Dragon“ erinnert. Eines der Highlights von „The Final Frontier“, bei dem die alte MAIDEN-Magie 100 prozentig präsent ist. Mit dem folgenden „The Alchemist“ wagen MAIDEN sich dann endlich wieder auf alte Pfade zurück, diese Komposition hätte auch auf „Piece Of Mind“ oder „Powerslave“ stehen können und steht für IRON MAIDEN, wie die Band sein sollte: hymnisch, eingängig, hart, mitreißend und einfach nur klasse. Super-Song mit exzellenten Gitarren. „Isle Of Avalon“ gehörte zunächst zu den Nummern, die ich besonders enttäuschend fand. Inzwischen kann ich zwar konstatieren, dass man den Titel anhören kann, aber besonders gut finde ich die überlange Nummer noch immer nicht. Das Stück hat zwar ein paar typische MAIDEN-Elemente aufzuweisen und muss wirklich mehrfach genossen werden, aber es wirkt trotzdem zerfahren, zu lang und sperrig. Einzig der Chorus weiß etwas zu gefallen, dennoch neben „El Dorado“ der Schwachpunkt des Albums, auch wenn der Song stilistisch nach „A Matter Of Life And Death“ klingt. „Starblind“ hingegen ist eine der Nummern, die mit jedem Hören wachsen. Auch hier fühlt man sich wie bei „AMOLAD“ und das ganze erinnert stilistisch etwas an „Brighter Than A Thousand Suns“ und „The Longest Day“. Was MAIDENs drei Saitenhexer hier zaubern, ist einfach nur herrlich, Bruce singt sich die Seele aus dem Leib und der treibende Chorus lässt einen irgendwann nicht mehr los. Ganz klar eines der besten Stücke auf der vorliegenden CD, wenngleich etwas zu lang. Besonders uralt-Fans freuen sich über die Zitate klassischer MAIDEN-Tracks und genießen dieses tollen Stück Musik einfach nur. Das Album-Highlight dürfte wohl „The Talisman“ sein, welches ur-typischen-MAIDEN-Stuff bietet und irgendwo zwischen „Dance Of The Dead“, „Fear Of The Dark“ und „For The Greater Good Of Good“ liegt. Hier bekommt man die puresten MAIDEN überhaupt. Das ruhige, folkige Intro ist einfach nur wunderschön, nach 150 Sekunden bricht die Hölle los und die typische, treibende MAIDEN-Rhythmus-Maschine lässt das Stück zu einer Hymne werden, wie man sie einfach mit dieser Band verbindet und wie die Fans der Briten sie lieben. Mir kommen fast die Tränen, so wundervoll ist dieser Götter-Track, der schon jetzt zu den ganz großen MAIDEN-Klassikern zählt. Hier stimmt einfach alles! Der beste Song des Albums! „The Man Who Would Be King“ gefiel mir beim Pre-Listening so gar nicht. Inzwischen habe ich mich reingehört und muss sagen, dass die Nummer definitiv kein Highlight in der MAIDEN-Historie darstellt, aber nach mehrmaligem Hören recht gefällig wirkt. Noch immer aber finde ich sie zu lang und ein wenig spannungsarm. Stilistisch klingt das ganze, als wäre es auf dem „Virtual 11“-Album zu finden gewesen und auch der Gesangsstil von Bruce erinnert hier ein wenig an Blaze, der diesen Song sicherlich auch hätte singen können. Durschnittlich bis eher langweilig Meine Meinung zu „When The Wild Wind Blows“ hat sich hingegen nach mehrmaligen Hören nahezu komplett geändert. Inzwischen würde ich behaupten, dass der Titel zu den absoluten Hits dieser VÖ gehört. Die Nummer berührt emotional ungemein, ist fantastisch gesungen, extrem atmosphärisch und steht Klassikern wie „Alexander The Great“, „Afraid To Shoot Strangers“ oder auch dem unterbewerteten „Mother Russia“ in nichts nach. Epischer MAIDEN-Stuff, wie man ihn kaum besser kennt. Einziger Kritikpunkt ist die überlange Spieldauer, denn man hätte das Stück vielleicht um zwei Minuten oder so kürzen können, da es sich doch gegen Ende etwas zieht. Das schmäht den Hörgenuss der eingängigen Nummer aber nicht wirklich, wenngleich es hier eher ein Stück für die echten Fans ist, die MAIDEN den Pathos, das im positiven Sinne kitschige Element verzeihen und gerade das lieben.

Unterm Strich ist es so, wie ich es nach dem Pre-Listenig vorausgesagt habe, man muss sich reinhören und „The Final Frontier“ wachsen lassen. Es bleibt ein gelungenes MAIDEN-Album mit fünf super-tollen Songs, drei schwachen Nummern, zwei ganz netten und einem echt seltsamen Intro… Die Zeiten kurzer, knackiger IRON MAIDEN-Hits ist vorbei. Die Briten fahren die Schiene von „A Matter Of Life And Death“ weiter, verlangen ihren Fans eine gewissen Einarbeitungszeit in das neue, teils wesentlich anspruchsvollere Songmaterial ab und verzichten zum großen Teil auf eingängige Hitsongs. „The Final Frontier“ ist kein schlechtes Werk, aber eines, das gewöhnungsbedürftig ist und eines, das man öfter anhören muss, um es zu mögen, dennoch muss man sagen, dass MAIDEN schon besseres Material veröffentlicht haben. In der Gesamtdiskographie würde ich „The Final Frontier“ im oberen Mittelfeld anordnen. Vielleicht bin ich bei der Band besonders kritisch, denn ich liebe IRON MAIDEN, diese Band ist eine Religion für mich – und ein durchschnittliches Album ist immer noch besser als 98% aller anderen Metal-Veröffentlichungen. Macht es wie ich – gebt „The Final Frontier“ etwas Zeit und ihr findet den Zugang zu MAIDENs neuem Werk. Ich habe es nicht bereut…

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