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IVORY NIGHT - 7 – Dawn of the Night

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Artist IVORY NIGHT
Title 7 – Dawn of the Night
Homepage IVORY NIGHT
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

in tausend und ein Subgenre machen IVORY NIGHT Schluss mit dem Kategorienwahn und stellen ihre Musik schlicht als „Heavy Metal“ vor. Das ist nicht nur eine Frage des Etiketts: „7“ klingt auch so!

Will sagen: Klassisch, kräftig, kurzweilig und dennoch nicht klischeebeladen. In einem Interview hat Sänger Patrick Fuchs unter Nennung der Namen ALICE COOPER, QUEEN und JAG PANZER schon mal klar gestellt, aus welcher Richtung der Wind weht, dass aber persönliche Präferenzen niemals als reine Blaupause fürs Songwriting dienen – was u.a. verhindert hat, dass die Band nun nach BAP klingt, vielen Dank. Wer also gut hinhört, wird auf dieser Scheibe gewiss Elemente erwähnter Formationen und noch einiger weiterer finden, doch ist „Dawn of the Night“ weder eine Reise in die Vergangenheit, noch futuristische Zukunftsvision. Vielmehr eine Sammlung größtenteils starker Songs, die in alle Richtungen ihre Fühler ausstrecken, dabei aber niemals abheben. Allein schon handwerklich haben IVORY NIGHT einiges zu bieten und das ist durchaus nicht so bieder gemeint, wie es vielleicht klingt. Riffs und Arrangements sitzen punktgenau und die zunächst melodisch verstörende Bridge im drückenden und beeindruckenden „Salvation is an honest man“ sowie der perfekt gelungene Übergang vom Impro-Intermezzo zum Hauptthema bei „Twilight into Darkness“ beweisen, dass hier keine Amateure am Werk waren. Darüber hinaus darf JIMI HENDRIX angesichts von „Mighty Wings“ im Grab bleiben – sein „Little Wing“ wird hier locker überflügelt. Die stilistische Offenheit hat indes auch ihre Kehrseiten: Fuchs ist ein vielseitiger Frontmann, sollte aber bitte, bitte keine Balladen mehr singen. Vor allem nicht, wenn sie so beschämend schmalzig wie „My Dearest Love“ daherkommen (der Verweis auf die Freundin im Booklet hilft da auch nicht viel). Power-Metal steht der Truppe in Ermangelung richtig guter Harmonies ebenfalls nicht gut zu Gesicht. Und die Produktion ist zwar ausgeglichen und muskulös, aber gleichzeitig zu steril geraten. Da wäre ein kantenreicher Ansatz effektiver gewesen.

Vielleicht wollten sich IVORY NIGHT aber auch bewusst von ihren Live-Shows abgrenzen, auf denen sie wohl bedeutend roher zu Werke gehen. Man darf auch nicht vergessen, dass „7“ gänzlich in eigener Verantwortung entstand und somit noch eine Menge Raum für zukünftiges Potential lässt. Als erstes Zeichen auf Albumlänge enttäuscht dieses Album also keineswegs und macht gespannt auf mehr. Gute Musik liegt schließlich immer im Trend.

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