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IWR - Ground Zero

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IWR-Ground-Zero.jpg
Artist IWR
Title Ground Zero
Homepage IWR
Label BLACK RAIN
Veröffentlichung 15.09.2006
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Den meisten Leuten wird der Begriff “Ground Zero” wohl in Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11.09. in Erinnerung sein, ursprünglich bezeichnet er jedoch den Ort, an dem eine Atombombe einschlägt. So ist es auch kein Wunder, dass das so betitelte Album der israelischen Band IWR auf dem Cover eine entsprechende Explosion zeigt. In den meisten Fällen würde ich dies als typische Plattitüde einer Elektroband werten, aber ich glaube in Israel wird man generell zu solchen Themen einen etwas anderen Bezug haben, als irgendwo sonst.

So ist es auch fast schon erwartungsgemäß, dass dieses Album nicht gerade Unterhaltung für einen gemütlichen Abend darstellt. IWR bieten auf 10 Tracks facettenreichen Elektro, düster und atmosphärisch. Beim Hören bildet sich heraus, dass “Ground Zero” aus zwei Parts besteht. Auf der einen Seite stehen tempiverschärfte, durchaus clubtaugliche Songs, wie der Opener “Carnivore”, “Access Denied”, “Dreamers Delight” oder “Pulsar”, teilweise angereichert mit weiblichen Vocals und den unumgänglichen Samples. Diese Tracks sind auch zum Großteil auf der beiliegenden Bonus-CD vertreten. Den Gegenpol bieten Titel wie “Sleepwalkers” oder mein persönlicher Favorit “Calling You”, beinahe eindringlich und flehend schleichen sie sich ins Ohr und hinterlassen dort für mich einen weitaus bleibenderen Eindruck als oben genannte Kompositionen. Der Gesang wird allerdings durchgängig verzerrt. Dies ist übrigens in meinen Augen ein kleiner Schwachpunkt der Scheibe, auf Dauer wirken die Vocals dadurch etwas eintönig. Die Stimmung, welche z.B. durch sanfte Synthklänge (“Crimes of Insanity”) oder Soundtrackfeeling (“Recommended Therapy”) erzeugt wird, macht dies aber wieder wett. Mich erinnert diese Songentwicklung sehr stark an VELVET ACID CHRIST, manchmal hatte ich das Gefühl, diese hätten sich auf “Ground Zero” eingeschlichen. Sachte Pianoklänge leiten den Rausschmeißer “My Ruin” ein, der Song verdichtet sich aber schnell zu einem weiteren intensiven Erlebnis, welches hier zum Abschluss noch mal beide Parts von “Ground Zero” in sich vereint.

Ebenso wie der erste Silberling enthält die Bonus-CD zehn Tracks. Wie fast immer kann ich zwar dieser Remixorgie nicht so viel abgewinnen, interessante Aspekte bieten aber u.a der recht rockig gehaltene “Pulsar”-Mix der Landsleute von PTYL oder der mit ordentlichen Tranceelementen angereicherte Mix, den SUPREME COURT für “Access Denied” beigesteuert haben. Mein Tipp: Wenn es ein Song in die Clubs schafft, dann dieser. Auch die Mixe von NEW DAWN CORP zeigen gewissen Charme, bieten sie doch die brutalste Umsetzung und befreien die Songs ein wenig von ihrem teilweise im Original enthaltenen Weichspülersound.

Insgesamt ist “Ground Zero” ein Album mit wesentlich mehr Stärken als Schwächen und für den Szenefan eine gute Alternative.

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