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JÄGERBLUT - Collection 2005

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Artist JÄGERBLUT
Title Collection 2005
Homepage JÄGERBLUT
Label UMB
Veröffentlichung 03.01.2005
Leserbewertung
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4.0/10 (1 Bewertungen)

Auch wenn ich sonst nicht gerade ein Fan überschäumenden bayrischen Selbstverständnisses bin, kann ich mit vorliegender Band sehr gut leben. Obwohl möglicherweise mein Froind Stoiber sogar Gefallen an Bavarian Folk finden könnte, das ist nämlich das Genre, in dem das JÄGERBLUT pulsiert. Zumindest zumeist, denn man ist sich im Grunde keiner musikalischen Grenzen bewusst. Obwohl die Formation bereits seit einigen Jahren musiziert, kann man sie wohl dennoch in die Kiste mit der Aufschrift „obskur“ packen, schön, dass man bei seiner Terrorarbeit auch mit solchen Künstlern in Kontakt kommt.

Noch ein wenig zur Historie: 1996 wurde das Projekt von Anton Knilpert und Julius Gospodard ins Leben gerufen. Mittlerweile ist Letztgenannter nicht mehr dabei. Die aktuellen Mitglieder sind: Anton Knilpert, Genevieve Pasquier, Tikki Nagual sowie Giuseppe Tonal, und diese werden ergänzt durch wechselnde Gastmusiker, als da wären: Klifford Klinger, Sebastian Schwarzmaier, Alex, As Vaich, Rosemarie Fleck. Bekannt wurden sie einer schmalen Öffentlichkeit durch ein gemeinsames Konzert mit ALLERSEELEN und BLOOD AXIS im Jahre 1998, und doch dauerte es ein paar weitere Jahre, bevor ein erster Tonträger erschien. Bei Steinklang brachte man eine Split mit den doch relativ beliebten STURMPERCHT heraus, und man zog klanglich keineswegs den kürzeren.

Und jetzt wird es interessant: Vorliegende CD enthält eine Ansammlung feinsten JÄGERBLUTs, die man so niemals wird kaufen können! Mir wurde nämlich vom sehr umtriebigen UMB Label eine Zusammenstellung mit 11 Titeln zur Verfügung gestellt, die von diversen VÖs stammen, aber teilweise auch unveröffentlicht sind. Alle Kompositionen stammen aus den Jahren 2000 bis 2005, repräsentieren also sozusagen den „aktuellen“ Klangkosmos. Dennoch variieren die Stile doch ganz beträchtlich, was einen immensen Reiz auf den aufgeschlossenen Hörer ausübt. Nach einem kurzen, folkloristischen Intro folgen die beiden Stücke der bereits erwähnten STURMPERCHT-Split. Während die „Waldpracht“ Bavarian Folk in Reinkultur zelebriert (auch dabei ein Schifferklavier), ist „Wassadeifi“ ein experimenteller Track mit gesampelten Waldsounds, welcher im Grunde „nur“ aus percussiven Strukturen ohne Gesang besteht. Das bis dato unveröffentlichte „Maria durch ein…“ entspricht einem Kirchenlied mit weiblicher und männlicher Stimme, luftig inszeniert plus leichter Instrumentierung. Die später folgende „Resl von Konnersreuth“ geht ein wenig in dieselbe Richtung, allerdings ohne männliche Stimme. Dafür wurden im Hintergrund verzerrte Gebetsfetzen angebracht, die einen schönen Kontrast zu den klaren weiblichen Vokalpassagen bilden. In eine völlig andere Richtung geht ein noch unbetitelter Track, fast ein Cold Wave Song mit einer distanziert wirkenden Männerstimme. Könnte auch in Old School Gruft Discos laufen. „Mia san Mia“ (ein klassischer CSU Spruch:-) besteht aus 2 völlig unterschiedlichen Passagen und wirkt so herrlich ironisch. Nach Originalaufnahmen eines alten Volksliedes wechselt die Komposition unversehens in eine wilde Post Punk/ Prä-NDW-Mixtur, die man Anfang der 80er von Kapellen wie MALARIA gewöhnt war. Sehr eigenwillig und interessant.

So schwankt man auf dieser Zusammenstellung von sakralen Tönen über Neofolk bis hin zu Minimal Electro und kann damit prächtig unterhalten. Leider soll 2006 mit der geplanten Doppel LP bei UMB ein Schlussstrich unter das Kapitel JÄGERBLUT gezogen werden, was man vielleicht noch einmal überdenken sollte. Eigenwillige Musik für Kenner!

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