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JANN WILDE - Don’t Play With The Flame On Your Hand

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Artist JANN WILDE
Title Don’t Play With The Flame On Your Hand
Homepage JANN WILDE
Label YLÄKULO TANTO/ THE VELVET BEAT
Leserbewertung
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8.1/10 (8 Bewertungen)

So klingt also JANN WILDE ohne Make-Up. In Deutschland wurde der finnische Sänger bekannt, als er –noch mit seiner Band ROSE AVENUE – 2006 als Support für NEGATIVE auf Tour ging. Mit dem Melodic-Metal seiner ehemaligen Labelkollegen hatte er zwar schon damals nicht viel gemeinsam, aber mit seiner ausgefallenen Show, den verrückten Kostümen und der beeindruckenden Bühnenpräsenz überzeugte er trotzdem – auch wenn er eher im Wave und Glitterpop zu Hause war. Mit „Don’t Play With The Flame On Your Hand“ hat er nun sein erstes Soloalbum vorgelegt, und das fällt wesentlich introvertierter aus als frühere Werke. WILDE zeigt sich vor allem als Singer-Songwriter, der stark den Sechzigern und Siebzigern verhaftet ist, aber diesmal den vertrauten Glitter und Glam völlig weggelassen hat. Ein mutiger Schritt, und er hat funktioniert: Wer Songs von dieser Qualität schreibt, kann sie egal in welcher Form präsentieren, und wenn er dazu auf dem Kamm bläst.

Ganz so spartanisch geht es auf „Don’t…“ außerdem nicht zu. Zwar hat WILDE die Platte allein im stillen Kämmerlein aufgenommen und selbst produziert, aber er hat die Unterstützung sämtlicher Musikerfreunde aus Tampere in Anspruch nehmen können, und außerdem macht er sich einen Spaß daraus, die Mellotron-Sounds und Streicherimitate vergangener Zeiten heraufzubeschwören. Seine Stimme wechselt wie früher schon mühelos von tief und sexy zu hell und verspielt, klingt aber inzwischen reifer und auch selbstbewusster, und auch das kommt dem Album als Ganzes zugute. Balladen wie „Bluebird“ oder „Don’t Let The Rain Make You Sorry“ bekommen eine so hübsche Ladung Zuckerguss, wie man sie sich in unseren diätbesessenen Zeiten meist gar nicht mehr zu gönnen wagt – immer mit dem typische Wildeschen Augenzwinkern, versteht sich. Es gibt berührende, spartanische Akustiksongs wie „Canvas“ oder „Tomorrow“, aber in erster Linie lebt dieses Album von der Power der mal melancholischen, mal überschäumenden Popsongs wie „Wendy“ oder „Last Saturday In Gaza“. Der beste und gleichzeitig rockigste Song auf Flame ist jedoch „Jekyllene“, der mit allen Zutaten aufwarten kann, die zu einem perfekten Popsong gehören: Humor, Herzschmerz, schöne Melodien, laute Gitarren und ein herrlich packender Refrain.

„Don’t Play With The Flame On Your Hand“ ist purer Pop ohne Agenda und Hintergedanken, ausgetüftelt und liebevoll umgesetzt von einem Sänger, dem Trendvorgaben und Zeitgeist erfrischend egal sind. Schon allein dafür muss man JANN WILDE lieben.

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