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JAY BRANNAN - Rob Me Blind

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Artist JAY BRANNAN
Title Rob Me Blind
Homepage JAY BRANNAN
Label NETTWERK
Veröffentlichung ..
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JAY BRANNAN hat mit seinen gerade mal 30 Lenzen schon eine Menge erlebt. Gescheiterter Südstaaten-Baptist, Alkoholsucht mit 20, natürlich auch ein paar fehlgeschlagene Beziehungen und vergebliche Versuche, als Schauspieler und Musiker Fuß zu fassen. Dass der musikalische Durchbruch ausgerechnet mit einem Film kam, dem man mancherorts pornografische Tendenzen nachsagt, weil er echte Sexszenen zeigt, passt da schon irgendwie in Jays Biografie. Tatsächlich war es so, dass Brannan in dem Streifen „Shortbus“ die Figur des Ceth spielte und in dieser Funktion im Film auch seinen eigenen Song „Soda Shop“ performte, der sogar das am meisten herunter geladene Lied des Soundtracks wurde. Womit wir auch gleich beim nächsten Phänomen wären, denn JAY BRANNAN ist definitiv ein Musiker, dessen Erfolg maßgeblich im Zusammenhang mit den Möglichkeiten des Internets steht. Inzwischen sind seine Fans aber nicht nur in der virtuellen Welt vorhanden, sondern besuchen auch zahlreich seine realen Konzerte und dürfen sich jetzt auf den vierten Silberling des autodidaktischen Singer-/Songwriters freuen.

„Rob Me Blind“ wurde vom Grammy-Gewinner David Kahne (PAUL MCCARTNEY, THE BANGLES, REGINA SPEKTOR und LANA DEL RAY) produziert, der dafür gesorgt hat, dass es auf dieser Platte nicht nur spärlich instrumentierte, schnörkellose Musik zu hören ist, sondern auch mal mit verschiedenen Instrumenten experimentiert wurde. Zu Beginn mit „Everywhere There’s Statues“ noch sehr zurückhaltend, doch schon „Beautifully“ verpackt die Geschichte einer unerwiderten Liebe in abwechslungsreiche Melodien. „The Spanglish Song“ erzählt derweil in Englisch und Spanisch von einer gescheiterten, transkontinentalen Romanze, während der Titeltrack „Rob Me Blind“ erneut ruhige Töne anschlägt, um schließlich in melodramatischen Streichern zu gipfeln. Die erste Single-Auskopplung „Greatest Hits“ startet mit dezenten Gitarrenakkorden und Jays Tenorstimme, zu der sich ein perlendes Klavier und zarte Streicher gesellen, bevor „La La La“ verschiedene musikalische Genres bemüht. Oder wie der Künstler es selbst ausdrückt: Von einem deutschen Biergarten-Blasorchester zu Zigeunergeige zu Horrorfilm, nicht ohne einem kurzen Abstecher durch WEEZEResken Punk und sogar mit einem Chorus, der komplett mit herausgestreckter Zunge gesungen wurde (warum auch immer). „Denmark“ und „Myth of Happiness“ präsentieren sich da vergleichsweise zahm, aber in ihrer Schlichtheit sehr schön und hörenswert, was auch für das minimalistische „The State of Music“ gilt, das sich mit dem Blendwerk der Musikindustrie auseinandersetzt, ehe „A Love Story“ sich noch einmal der Liebe annimmt.

Auch unter den Fittichen seines Traumproduzenten ist sich JAY BRANNAN auf „Rob Me Blind“ treu geblieben. Ehrliche, scharfsinnige Texte treffen auf sprühende Melodien, die an der einen oder anderen Stelle ein wenig gepimpt wurden und einen Hauch poppiger daher kommen, aber immer noch eindeutig Singer-/ Songwriter-Style beweisen. Im Mai kommt ist der Amerikaner übrigens für fünf Konzerte auch in Deutschland.

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