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JELONEK - s/t

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Jelonek-Jelonek.jpg
Artist JELONEK
Title s/t
Homepage JELONEK
Label MYSTIC PRODUCTIONS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Die Mischung der musikalischen Genres Rock, Metal, Folk und Klassik wird schon lange nicht nur in Deutschland praktiziert. Der polnische Musiker MICHAL JELONEK ist zu den Teufelsgeigern zu zählen, was auf dem Cover des Albums auch dementsprechend dargestellt ist. Das Besondere an der Musik auf dieser Metal-Scheibe ist die Tatsache, dass es keinen menschlichen Gesang gibt. All das, was bei „normalen“ Metallern der Frontmann oder die Frontfrau zum Besten geben, wird bei MICHAL JELONEK von der Geige virtuos übernommen.

„BaRock“ ist fast Klassik-Pur, nur eben etwas rockiger. „B.East“ dagegen mit hämmernden Bässen und schlagendem Takt ein klassischer Metal-Track. „Vendome 1212“ rockig mit einer stimmgebenden Melodiegeige, genauso wie „Akka“ und „Steppe“, wobei letzterer immer wieder hin zu sanften Sequenzen führt, die zum Träumen verführen. „A Funeral…“ hingegen übt den Spagat zwischen klassischer Violine und dem Schwermetall, innerhalb des Stückes sind Soli, die vollkommen klassisch sind, doch dann greifen die metallenen Gitarren und das kräftige Schlagzeug immer wieder ein. „Lorr“ arbeitet neben der Violine zusätzlich mit Gitarrensoli. „Beach Forrest“ beginnt mit einigen gezupften Tönen, die sogleich durch einen schwirrenden Klangteppich ergänzt und dann ersetzt werden. Doch sollte man sich den besinnlichen Klängen nicht allzu gelassen hingeben, denn mit „War in the Kid’s Room“ holen die dröhnenden Bässe den Hörer wieder in die Realität zurück. Und so chaotisch es manchmal in einem Kinderzimmer aussehen kann, so experimentierfreudig zeigt sich der Musiker mit dissonanten Tönen, um den Krieg komplett zu machen. „Miserere Mei Deus“ steht dem vorhergehenden Track in Sachen Dissonanzen nicht nach. Die Mücke hört man förmlich in „Mosquito Flight“ heran fliegen, bevor die Gitarren den Sound übernehmen. Die Violine wirft immer wieder Sprenkel hinein, bis es schließlich zu einem Tango kommt, der dann wieder vom metallenen Klang der Gitarren und Bässe verdrängt wird. „Machinehat“ bringt zu den harten Klängen kleinere Sequenzen, die eher orientalischen Ursprungs sind. Schwer und getragen donnert der Rhythmus beim „Elephant’s Ballet“ und die großen Dinger scheinen tatsächlich durchs Wohnzimmer bzw. von einem Ohr zum anderen zu marschieren. Erst mit dem gezupften „Pizzicato – Asceticism“ tritt wieder eine leichte Sanftheit ein.

Für die Metaller ist diese Scheibe ein Muss und sollte nicht einfach nur als Mittelalter-Folk abgetan werden. Sie ist trotz aller klassischen Oberfläche nichts für sentimentale Gemüter, zu vorherrschend der metallene Sound in den meisten der Stücke, der einen Einblick in die Vorlieben des Musikers gibt. Erfrischend anders das virtuose Spiel im Gegensatz zum Violinspiel von ANNA KATHARINA, die eher dem Folk behaftet bleibt. JELONEK richtet sich ganz klar an eine andere Zielgruppe, obwohl auch er die Violine zu „seinem“ Instrument macht.

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