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JERRY GASKILL - Come Somewhere

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Artist JERRY GASKILL
Title Come Somewhere
Homepage JERRY GASKILL
Label INSIDEOUT
Veröffentlichung 26.04.2004
Leserbewertung
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4.5/10 (2 Bewertungen)

Das Wetter und die Wirkung: Wäre diese Scheibe im Winter erschienen, hätte man sie wahrscheinlich allerorten als verträumtes kleines Wunder gefeiert und ihren Urheber als erstaunlich spät auf den Plan tretendes Singer/Songwriter –Talent gefeiert. Doch auch im Sommer entfaltet „Come Somewhere“ eine ganz eigene Atmosphäre.

Für GASKILL ist das Album neben der üblichen Verarbeitung nirgendwo sonst unterzubringenden musikalischen Materials zudem ein längst überfälliger Emanzipationsversuch. Seine Hauptband KINGS X galt Vielen als die BEATLES des harten, erdigen Rocks, doch war er nach den Veröffentlichungen seiner Gruppenkollegen Doug Pinnick und Ty Tabor ein wenig ins Hintertreffen und in die exponierte Stellung des Außenseiters geraten. Schlagzeugern traut man zudem bekanntlich außer dem Öffnen von Bierflaschen mit den Zähnen nicht sonderlich viel zu – ein Klischee, welches der stupende Soloerfolg von PHIL COLLINS kommerziell widerlegte und spätestens seit Shawn Craven von den Berserkern SLIPKNOT dürfte bekannt sein, dass die Männer hinter der Schießbude in Wahrheit ein Herz aus Gold besitzen. Auch „Come Somewhere“ ist von einschmiegsamer Intimität und dass sich hier jemand vor seinen Zuhörern entblößt, wird bereits auf dem Cover deutlich. Jerry hat die Akustische ausgepackt und genug Bourbon intus, um die Erinnerungen fließen zu lassen und so bilden mal zart, mal etwas zupackender geschrummte Saiten und eine warme Stimme die Basis aller fünfzehn Songs. Dass es dabei niemals zu gemütlich wird, dafür sorgen die Drums und spröde elektrifizierte Riffs, die der Musik für kurze Augenblicke einen Anstrich von Holzfällertum und der süßen Schwere illegal inhalierter Gräser verleihen. Davon abgesehen scheint diese Platte in einem Land aus Honig auf Milch zu treiben, voller schmachtender, verspielter Melodiebögen und schwebender Harmonien, Psychedelik wird ausnahmsweise mal wieder über Substanz und nicht endloses Genudel definiert – länger als vier Minuten dauert hier nichts. Manche Momente sind schöner als andere, doch reihen sie sich aneinander wie die bräunlich schimmernden Steine einer Bernsteinkette, jeder von gleicher Wichtigkeit im Gesamtgefüge. Doug Pinnick bezeichnete „Come Somewhere“ bereits als „inspirierend“ und das ist keine gefällige Schmeichelei, sondern ganz schlicht die Wahrheit.

Dass man sich am Ende nicht sofort an eine der Kompositionen erinnern kann, muss hier als Kompliment gesehen werden. Die Sonne brennt auf der Haut, ein warmer Luftzug weht durch das Haar und Gaskill im CD-Spieler: Man folgt diesem Mann gerne, ganz egal wohin.

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Jerry Gaskill 'Come Somewhere' Tracklist
1. The kids Button MP3 bestellen
2. She's cool Button MP3 bestellen
3. Johnny's song Button MP3 bestellen
4. No love Button MP3 bestellen
5. L.A. Flight Button MP3 bestellen
6. Faulty start Button MP3 bestellen
7. All the way home Button MP3 bestellen
8. Crazy Button MP3 bestellen
9. Garden stroll Button MP3 bestellen
10. Walk alone
11. Every day
12. Gallop Button MP3 bestellen
13. Hello Mrs.
14. I saw you yesterday
15. Face the day
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