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JOCHEN DISTELMEYER - Songs From The Bottom Vol. 1

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Jochen-Distelmeyer-Songs-From-Bottom-I
Artist JOCHEN DISTELMEYER
Title Songs From The Bottom Vol. 1
Homepage JOCHEN DISTELMEYER
Label FOUR MUSIC/ SONY
Veröffentlichung 12.02.2016
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

„I jumped in the river and what did I see?/ Black-eyed angels swam with me.” – RADIOHEADs “Pyramid Song” formt das transluzente Zentrum eines seltsam kühlen Coveralbums des ehemaligen Indienoise-Künstlers, der seit längerer Zeit seinen ganz eigenen Begriff von Popmusik entwickelt und das Publikum damit konsequent spaltet. Auch mit „Songs From The Bottom Vol. 1“ gelingt ihm das wieder ausgezeichnet, denn hier wandelt er wie ein Gitarrenmoses durchs Pop-Meer und zieht seinen ganz persönlichen Scheitel durch neue und alte Klassiker.

In den frühen Neunziger Jahren erschuf DISTELMEYER mit BLUMFELD zwei der wichtigsten deutschen Indierockalben, „Verstärker“ verursacht mit seinem in fiependes Gitarrenfeedback begrabenen Kurt-Weill-Zitat auch heute noch eine Gänsehaut. Mit dem Millennium kam der Pop, den man bis dato so noch nicht gehört hatte. Es folgte der Folk und nach dem „Apfelmann“ der Split. Ein Soloalbum und ein Romandebüt später geht DISTELMEYER zurück an den Anfang und erfüllt sich und dem Publikum den Wunsch eines Coveralbums. „Songs From The Bottom Vol. 1“ überrascht in gleicher Weise, wie es die Erwartungen bestätigt. Liest man vorab die Auswahl der Stücke, steht spätestens bei LANA DEL REYs „Video Games“ die Frage im Raum, ob das klappen kann. Die Antwort ist: Jein.

DISTELMEYERs Gesangsstil passt ausgerechnet wunderbar bei den Songs weiblicher Interpreten: JONI MITCHELLs „Just Like This Train“, BRITNEY SPEARS‘ „Toxic“ und das bereits erwähnte DEL-REY-Cover verwandeln sich in teils melancholisch, teils luftige Folkpopnummern. Alle Stücke werden nur von Akustikgitarre und Klavier begleitet, was sich zum Teil grandios anhört. Hier ist besonders AVICIIs „I Could Be The One“ hervorzuheben, das während des langen Instrumentalteils minutenlang in der Luft zu schweben scheint. Dass sich ein Künstler bei einer Coverversion vom Original entfernt, kann grundsätzlich eine gute, spannende Sache sein. Allerdings schafft es DISTELMEYER nicht immer, die vorhandenen Räume mit seiner sachlich-klaren Vortragsweise adäquat zu ausfüllen. THE VERVEs „Bitter Sweet Symphony“ fehlt es eindeutig an Eleganz und Glamour, dem “Pyramid Song” an Eindringlichkeit. Gut hingegen funktioniert KRIS KRISTOFFERSONs „This Old Road“, das sich aber schon von vorneherein innerhalb des DISTELMEYERschen Liedermacher-Kosmos befand. So wechselt man als Hörer während der zwölf Songs zwischen „Nay!“ und „Yay!“ und hört dann doch lieber die Originalsongs – die der Originalinterpreten und die von DISTELMEYER.

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Jochen Distelmeyer 'Songs From The Bottom Vol. 1' Tracklist
1. Just Like This Train Button MP3 bestellen
2. On The Avenue Button MP3 bestellen
3. Video Games Button MP3 bestellen
4. I Read A Lot Button MP3 bestellen
5. Toxic Button MP3 bestellen
6. Pyramid Song Button MP3 bestellen
7. Let's Stay Together Button MP3 bestellen
8. I Could Be The One Button MP3 bestellen
9. Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is A Season) Button MP3 bestellen
10. Bitter Sweet Symphony Button MP3 bestellen
11. This Old Road Button MP3 bestellen
12. Beautiful Cosmos Button MP3 bestellen
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