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JUDAS PRIEST - Angel of Retribution

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Artist JUDAS PRIEST
Title Angel of Retribution
Homepage JUDAS PRIEST
Label SONY MUSIC
Veröffentlichung 28.02.2005
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

Da ist es nun also endlich. Das am Meisten herbeigesehnte Reunion-Album, vielleicht sogar noch mehr, als die Reunion-Scheibe von IRON MAIDEN! Und um es gleich zu verraten: Gegen deren Übercomebackalbum „Brave New World“ können die Priester bei weitem nicht anstinken! Deshalb ist AoR ja noch lange keine schlechte Scheibe, aber bei dem Back-Katalog muss man einfach einen Knaller von vorne bis hinten erwarten können. Zumal man vor nunmehr 15 Jahren DAS Genre-Meisterwerk überhaupt rausgehauen hat: PAINKILLER! Und daran wird man sich bis in alle Ewigkeit messen lassen müssen. So einen Geniestreich schafft man natürlich nur einmal im Leben (siehe SLAYER – “Reign in Blood“). Die nachfolgenden Alben “Jugulator“ (1997) und “Demolition“ (2001) konnten dieses Level wenigstens noch ansatzweise aufrecht erhalten, auch wenn von vielen ja als nicht-PRIEST-Alben verteufelt… was natürlich völliger Quatsch ist. Abgesehen davon ist Tim Owens einfach der bessere und variablere Sänger, der andererseits aber auch nicht das Charisma eines Rob Halford hat. Der damals gewollt thrashige Sound von „Jugulator“ hätte der neuen Scheibe allerdings gut gestanden, denn so klingt das Ganze zum Teil doch etwas saftlos. Mag auch an den vielen Akustik-Songs liegen, derer es gleich 4 gibt, mit den Balladen “Angel“ und dem dramatischen “Eulogy“, sowie “Worth Fighting For“ und dem „Lochness“-Epos, Letzteres mit Stromgitarre versetzt. Ist doch etwas zuviel des Guten, auch wenn Priest in der Vergangenheit immer für geile Ruhepausen auf ihren Alben gut waren.

Doch der Reihe nach. Der 1.Track “Judas Rising“ wurde ja im Vorfeld schon zum „Painkiller“-Nachfolger hochstilisiert. Einige haben das Stück als hammerharten Track bezeichnet!? Mr. Kühnemund hat darin sogar das Beste ausgemacht, was die Parteien seit „Painkiller“ rausgebracht haben… so ist das wohl, wenn man verklärter Beinhart-Fan einer Combo ist. Frag mich, welche Scheibe die meinen, denn mehr als ein laues Lüftchen kommt dabei nicht raus. Einfach ein durchschnittlicher Midtempo-Song und mehr nicht. Das folgende „Deal with the Devil“ ist da schon PRIEST-klassischer angelegt, ohne einen jedoch aus den Socken zu pusten. Steht vielleicht in etwa in „Freewheel Burning“-Tradition, ohne dessen Klasse zu erreichen. Die nächsten Beiden „Revolution“ und „Worth Fighting For“ sind eigentlich belanglos und wären bei früheren Albumsessions einfach in der Mülltonne gelandet. Hallo?! Will man hier die harte Speed/ Thrash-Ausrichtung der letzten 3 Alben(„Painkiller“/ „Jugulator“/ „Demolition“) umkehren? Wo bitte sind die sägenden Gitarren der Herren Tipton/ Downing??? Nun ja, in Track Numero 5 „Demonizer“ blitzt immerhin alte Klasse auf und Halford singt passender weise „the Painkiller rises again“! Endlich ein geiler Doubelbass-Kracher, der den Hörer fesselt. Und auch der nächste “Wheels of Fire“ fräst sich mit einem fiesen Priest-Groove-Riff in die Gehörgänge. Es geht doch! Mit “Angel“ bringt man dann nach ewigen Zeiten mal wieder eine klassische Ballade an den Start. Prägt sich aber nicht wirklich ein. Und dann folgt endlichendlich das, was ich eigentlich von dieser Scheibe erwartet hatte (und etliche andere wohl auch): HELLRIDER ! Jawoll, da isser endlich, der Pain-KILLER. Schön 1 Minute Gitarrengegniedel-Intro, dann fieses Riff-Monster und Übergang in Doublebass-Gewitter. Wäre DER Opener für die Scheibe gewesen… nur hätte man dann mal noch geile Tracks nachschieben müssen, hö. Das wird definitiv der „Painkiller“-Ablöser in allen Dissen, denn alle anderen Tracks reichen bei weitem nicht an dessen Einmaligkeit heran. Es folgt noch die schöne Piano-Ballade „Eulogy“, die sich dramatisch aufbaut und als quasi-Intro zum 13-Minuten-Epos “Lochness“ fungiert. Was selbiges nun wieder soll, weiß wohl keiner so genau. Und ebenso wie bei der neuen RUNNING WILD ist es zwar schön, dass sich mal wieder was getraut wird im Bereich Monumentalsongs, aber bei solchen Ausführungen kann man getrost drauf verzichten, sorry. Jungs, lasst Euch mal von DREAM THEATER erklären, wie man so was richtig geil fabriziert… oder hört auf euren alten Scheiben selber noch mal nach.

So bleiben von 53 Minuten Spielzeit gerade mal etwa 22 Minuten geiler Momente über, mit Wohlwollen 35, und das reicht einfach nicht für eine Band wie JUDAS PRIEST. Schon gar nicht bei dem Bohei, das um die Scheibe gemacht wurde. Und das der Metalgod himself, Mr. Rob Halford, nicht einmal ansatzweise an vergangene Glanztaten herankommt, verwundert nun doch ein wenig. Live räumen Priest natürlich trotzdem Megamäßig ab, da ja eh alle nur Halford aufm Mopped sehn wollen…und natürlich lästern, dass er die hohen Sachen nicht mehr bringen kann. Wird eben halt nicht jünger der Gute. Die einzig wahre „Painkiller“-Nachfolgerscheibe hat sowieso Halford himself mit seiner Solo-Kiste rausgehaun: “Resurrection“! Und wie eine göttliche Metal-Ballade mit noch göttlicherem Gesang zu klingen hat, höre man bitte auf eben jener Killerscheibe bei “Silent Screams“ nach! Hätte man sich bei den AoR-Recording-Sessions mal reinziehen sollen…

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Judas Priest 'Angel of Retribution' Tracklist
1. Judas Rising Button MP3 bestellen
2. Deal With The Devil Button MP3 bestellen
3. Revolution Button MP3 bestellen
4. Worth Fighting For Button MP3 bestellen
5. Demonizer Button MP3 bestellen
6. Wheels Of Fire Button MP3 bestellen
7. Angel Button MP3 bestellen
8. Hellrider Button MP3 bestellen
9. Eulogy Button MP3 bestellen
10. Lochness Button MP3 bestellen
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