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JÚNIÚS MEYVANT - Floating Harmonies

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JÚNIÚS MEYVANT
Artist JÚNIÚS MEYVANT
Title Floating Harmonies
Homepage JÚNIÚS MEYVANT
Label RECORD RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

JÚNÍUS MEYVANT ist der Künstlername des auf den Westman Islands, im Süden Islands, geborenen Singer/Songwriters Unnar Gísli Sigurmundsson. Als junger Bursche war er ein kleiner Exzentriker und liebte nur zwei Dinge: Skateboarden und Malen. Immer mal wieder fragte er die Musen, ob er ein Musikinstrument lernen soll. Aber sein wildes und freiheitliebendes Verhalten zerstörte seine Träume, als er nach kurzer Zeit von der Musikschule suspendiert wurde. Seine gesamte Jugend über streifte er umher, ohne wirklich in Erwägung zu ziehen, Musiker zu werden. Anfang zwanzig stolperte dann im Haus seiner Eltern über eine abgenutzte Gitarre und fing an, auf ihr herumzuklimpern. Durch das Gitarre spielen schaffte er es, sein inneres Biest zu zähmen und sein Gefühl für Songs und Melodien übernahm sofort das Ruder. Der unkontrollierbare Drang, Songs zu schreiben und der konstante Fluss an Ideen hielten ihn Tag und Nacht, Tag für Tag in Bewegung. Eine gewisse Zeit lang filterte er seine Ideen über eine Band, die jedoch nicht seinen kreativen Ansprüchen entsprach und so entschied er sich, sein Alter Ego JÚNÍUS MEYVANT zu erschaffen.

Der Sound von JÚNÍUS MEYVANT kann man vielleicht als üppigen und emotionalen Freaky Folk Pop mit viel Gefühl beschreiben. Dieses Gefühl, dass man beim Hören von Júníus bekommt, fühlt sich so gemütlich an, als ob man eine heiße Tasse Kakao genießt, während man in eine dicke Wolldecke gehüllt ist – oder wie ein kühler, exotischer Drink an einem weit entfernten, heißen Sandstrand. 2014 wurde seiner Debüt-Single “Color Decay” veröffentlicht- mit großem Erfolg: sie erregte großes Aufsehen in seiner Heimat, als sie für einige Wochen lang Spitzenreiter auf Platz 1 des Senders National Radio 2 war und von Kevin Cole, dem Programm-Direktor von KEXP, gehört wurde, der ihn kurzerhand zu seinem ‘Song des Jahres’ machte. Diese Nummer findet sich auch auf „Floating Harmonies“ und zählt zu den extrem entspannten Tracks des Silberlings. Doch schon der Opener „Be A Man“ hat es mit kräftigem Gebläse in sich, während „Beat Silent Night“ auf funkige Rhythmen setzt und „Neon Experience“ erneut smoothe Bläser präsentiert. Derweil schlägt „Domestic Grace Man“ leisere, angenehm soulige Töne an, auf die dank „Hailslide“ temperamentvolle Streicher folgen, die im sich anschließenden „Mighty Backbone“ noch an Schwung gewinnen, bevor „Gold Laces“ mit reduzierten Gitarrenklängen gefällt. Fingerpicking ist im nachfolgenden „Signals“ ebenso angesagt wie Falsett-Gesang, ehe „Manos“ den minimalistischen Ansatz übernimmt, der beim intimen „Pearl In Sandbox“ seinen Höhepunkt erlebt. Bleibt noch der Titeltrack „Floating Harmonies“, der seinem Namen alle Ehre macht und die Platte mit wunderbar nostalgisch anmutenden Klavierakkorden enden lässt.

Kein Wunder, dass JÚNÍUS MEYVANT in der Heimat schon mit einigen Preisen und Nominierungen versehen wurde. „Floating Harmonies“ überzeugt auf ganzer Linie – ganz so wie man es von den Isländern gerade auch beim Fußball erlebt hat. Ich wünsche weiterhin viel Erfolg – Unnar Gísli Sigurmundsson bei seiner hochemotionalen, berührenden und mitreißenden Musik und die isländische Fußballnationalmannschaft hätte ich gern die bundesdeutsche Elf vernichten gesehen! Beide hätten es verdient (gehabt)!

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