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KAMERA - Resurrection

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Artist KAMERA
Title Resurrection
Homepage KAMERA
Label ULTRACHROME RECORDS
Veröffentlichung 23.02.2007
Leserbewertung
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7.5/10 (4 Bewertungen)

Als ich in den Achtzigern noch mit meinen Eltern im Sommer an die Adria fuhr, blühte dort gerade die Ära der Italo-Disco. Innerhalb unserer Familie etablierte sich für dieses Musikgenre der Begriff „Raupenmusik“. Gemeint war damit die Beschallung diverser Fahrgeschäfte entlang der abendlichen Flaniermeile. Gern verweilten meine Schwester und ich zwecks Völkerverständigung hier länger und am Ende des Urlaubs lag auf jeden Fall der „Raupenhit“ des Jahres mit im Koffer, der immer einfachsten Anforderungen genügte: Bescheuert-beschränkter Text und pentatonischer Mitgrölrefrain – also Pop-Schund vom Feinsten! (Die Älteren unter uns erinnern sich noch gerne an so gruselig-gute Smasher wie „Fotonovela“, „Futurebrain“ oder „Tarzan Boy“.) Nun läuft seit einigen Tagen eine CD bei mir auf Dauerrotation: „Resurrection“ von KAMERA. KAMERA, das sind fünf Jungs aus Schweden, die in den Achtzigern vermutlich noch in die Windeln gestrullert haben, aber den typischen Synthie-New-Wave-Pop-Sound der Dekade haben sie so drauf, als hätten sie schon seinerzeit mitgemischt. „Resurrection“ ist ihr zweites Album nach diversen Umbesetzungen und der Name ist Programm, denn bei mir setzte wirklich mit jedem Stück das große Wiedererwachen (oder nennen wir es Deja-Vu) ein.

Los geht es mit „Lies“, Dark-Wave Gitarrensound, CUREsche Bassläufe (sagt der Terrorchef ;-) und jede Menge Reminiszenzen an DURAN DURAN, allerdings präsentiert sich das Quintett hier und auf dem gesamten Album eher als „Mild Boys“ denn als „Wild boys“, so auch beim ebenfalls sehr DD-geschwängerten „I lost control“. „Borderline“ scheint eine Mischung aus HOWARD JONES und NEW ORDER, nur weichgespülter. Die erste Single wird „Like a drug“ werden, eine gelungene Mischung aus Elektrogefiepe, organischem Sound und Joakim Hjelms warmer, harmonischer Pop-Stimme. „TV lights“ marschiert straight im 4/4 –Takt, prädestiniert für den Disco-Fox-Anfänger-Kurs, im Refrain dann jede Menge Hall und Schubidu. Mein Herz verloren habe ich aber an das schwüle „Love surrounds us“, mein Langzeitgedächtnis schreit MOTI SPECIAL, überhaupt hat man den Eindruck als wenn Michael Cretu hier öfter mal Muse gespielt hätte. Mit „Disconnected“ huldigt man OMD, um dann mit „I was made for you“ und „Talk about“ DIE Raupenhits überhaupt rauszuhauen. Ein Vierteljahrhundert eher hätten KAMERA damit Millionäre werden können! „I’m gonna be your lover“ ist so peinlich-schmusig-kitschig, so was hätte sich nicht mal Bohlen getraut, während der Rausschmeißer „Another sign of love“ mit Akustik-Gitarre, Piano, sparsamen Elektro-Effekten und A-HA – mäßiger Melancholie glatt zu verzaubern weiß.

Was für ein Feuerwerk für alle Synthie-Popper und Elektro-Waver mit einem Faible für die Euro-Disco! Und die Jungs konnten nicht nur mich begeistern: ROBBIE WILLIAMS und PINK holten sich die Fünf schon ins Vorprogramm. Besser als jedes Anti-Depressivum, wirksamer als jede Anti-Aging-Creme!

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Kamera 'Resurrection' Tracklist
1. Lies Button MP3 bestellen
2. Borderline Button MP3 bestellen
3. Like A Drug
4. TV-Lights Button MP3 bestellen
5. Love Surround Us Button MP3 bestellen
6. Disconnected Button MP3 bestellen
7. i Was Made For You
8. Talk About
9. IZm Gonna Be Your Lover
10. I Lost Control
11. Just Another Sign Of Love
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